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Älterer Mann nachdenklich, im Hintergrund Frau © WavebreakmediaMicro

Depression: Formen & Verlauf

Depressionen können einmalig oder wiederholt in Episoden auftreten. Es ist auch möglich, dass sie saisonabhängig entsteht (beispielsweise in den Wintermonaten die sogenannte „Winterdepression“). Depression ist nicht gleich Depression. Diese Erkrankung existiert in unterschiedlichen Ausprägungen und Kategorien. Ein besonderer Risikofaktor stellt die erhöhte Suizidgefahr dar. Es ist wichtig, Warnsignale rechtzeitig zu erkennen und entsprechend Hilfe zu holen.

Formen der Depression

Die verschiedenen Arten der Depression unterscheiden sich vor allem durch Ausprägungsgrad und Krankheitsdauer:

  • Depressive Episode: Eine depressive Episode äußert sich vor allem in gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Freud- und Antriebslosigkeit. Sie kann leicht, mittelgradig oder schwer sein. Bei mittelgradigen und schweren Episoden können auch psychotische Symptome auftreten. Psychotische Symptome gehen mit einem zeitweiligen weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einher (Wahnvorstellungen, Halluzinationen etc.).
  • Rezidivierende gegenwärtige depressive Störung: Wenn zwei oder mehrere depressive Episoden aufgetreten sind, spricht man von einer rezidivierenden gegenwärtigen depressiven Störung. Auch hier gibt es eine Unterscheidung in leicht, mittelgradig und schwer (mit oder ohne psychotische Symptome).
  • Rezidivierende kurze depressive Störung (recurrent brief depression): Darunter versteht man eine depressive Episode, die nur wenige Tage anhält, jedoch wiederkehrend, zumeist einmal pro Monat über mindestens ein Jahr auftritt.
  • SAD (seasonal affective disorder, „Winterdepression“): Diese Form der Depression tritt im Spätherbst oder Winter auf und ist vor allem durch Energielosigkeit, großes Schlafbedürfnis, Gewichtszunahme und Stimmungsverschlechterung am Abend charakterisiert.
  • Anhaltende affektive Störung: Hierzu gehören die Zyklothymie und die Dysthymie. Die Dysthymie ist eine chronische, mindestens zwei Jahre andauernde depressive Verstimmung mit weniger starken Symptomen. Die Zyklothymie ist eine mindestens zwei Jahre andauernde Instabilität der Stimmung mit leichter ausgeprägten manischen und depressiven Phasen. Zwischendurch können „normale“ Stimmungsphasen vorhanden sein, aber auch fehlen.
  • Bipolare gegenwärtige affektive Störung: Bei dieser Störung wechseln depressive und manische Episoden einander ab. Die Betroffenen durchleben Phasen der Hochstimmung (Manie) und der Niedergeschlagenheit (Depression). Es kann aber auch sein, dass manische und depressive Symptome gleichzeitig vorhanden sind – dies wird als „gemischte Episode“ bezeichnet (z.B. Antriebsverlust bei gleichzeitig gehobener Stimmungslage). Bei der bipolaren Störung können auch Wahnvorstellungen und/oder Halluzinationen auftreten.

Depressionen werden außerdem noch nach ihrem Entstehungsmechanismus eingeteilt. Man spricht von einer primären Depression, wenn diese von sich aus entsteht. Eine sekundäre Depression entwickelt sich hingegen als Folge eines medizinischen Krankheitsfaktors (z.B. bei Epilepsie) oder einer anderen psychischen Erkrankung – so kann z.B. ein Burnout-Syndrom in einer Depression enden.

Darüber hinaus gibt es auch noch die atypische depressive Episode. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass positives gefühlsmäßiges Reagieren erhalten bleibt. Bei dieser Art der Depression kommt es oft zu Gewichtszunahme, erhöhter Schlafneigung und Sensibilität (z.B. leicht kränkbar sein).

Reaktionen auf Belastungen & Anpassungsstörungen

Treten akute schwere Belastungen oder Traumata auf, wirkt sich dies auch oftmals stark auf die Psyche aus. Dadurch kann es zu folgenden Erkrankungen kommen, bei denen depressive Anteile eine große Rolle spielen:

  • akute Belastungsreaktion
  • depressive Reaktion
  • Angst und depressive Reaktion treten gleichzeitig auf
  • posttraumatische Belastungsreaktion
  • Anpassungsstörung

Achtung – Suizidgefahr!

Depressive Patientinnen und Patienten haben im Vergleich zur restlichen Bevölkerung ein wesentlich höheres Selbstmordrisiko!

Anzeichen einer Suizidgefährdung können z.B. sein:

  • direkte oder indirekte Ankündigung von Suizid
  • Suizidgedanken und Suizidhandlungen
  • leichtfertiges bzw. selbstschädigendes Verhalten
  • schwere Depression
  • Rückzug und Resignation
  • akute Krise – psychosoziale oder traumatische Krise
  • starke Ängste

Hinweis Spricht eine Depressionspatientin/ein Depressionspatient von Suizid, ist das immer ernst zu nehmen und sofort eine Ärztin/ein Arzt zu konsultieren. Die/der Betroffene darf in dieser Situation keinesfalls alleine gelassen werden.

Nähere Informationen zum Thema Suizid finden Sie unter Suizidgefahr erkennen.

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