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Mensch in dunklem Wald © andreiuc88

Depression: Ursachen & Symptome

Die Depression ist eine Erkrankung, die sich unter anderem durch eine niedergedrückte Stimmungslage äußert. Weitere Symptome wie etwa das Gefühl der Hoffnungslosigkeit oder sozialer Rückzug können sich zeigen. Es gibt verschiedene Formen der Depression, die sich vor allem durch Krankheitsdauer und Ausprägungsgrad unterscheiden. Die Depression ist eine ernsthafte Erkrankung und nicht einfach gleichzusetzen mit vorübergehender Traurigkeit oder Unlust.

Was bedeutet der Begriff Depression?

Das Wort Depression kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „niederdrücken“ bzw. „herabziehen“. Depressionen fallen in den Krankheitskreis der affektiven Störungen. Diese Erkrankungen äußern sich hauptsächlich durch Veränderungen der Stimmung (Affektivität). Im Fall der Depression zeigen sich neben der gedrückten Stimmung auch noch Interessen- und Antriebslosigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit. Depressionen können in jedem Alter auftreten.

Zusammenspiel verschiedener Einflussfaktoren

Viele unterschiedliche Einflussfaktoren können dazu führen, an einer Depression zu erkranken. Meist sind es mehrere Faktoren, die diese Erkrankung begünstigen bzw. auslösen. Man spricht auch von bio-psycho-sozialen Entstehungsbedingungen.

Zu den begünstigenden (prädisponierenden) Faktoren gehören:

  • Genetische Ursachen: Menschen mit Blutsverwandten, die an Depressionen leiden, haben ein erhöhtes Risiko, selbst an Depressionen zu erkranken. Es laufen derzeit viele Forschungsprojekte, die sich mit dem Zusammenhang von genetischen Einflussfaktoren und Depressionen beschäftigen.
  • Neurobiologische Ursachen: Leidet man an einer Depression, ist der Stoffwechsel im Gehirn verändert – der Spiegel der Überträgerstoffe (Neurotransmitter) Serotonin, Noradrenalin und/oder Dopamin ist niedriger als bei Gesunden. Ob diese Stoffwechselstörung die eigentliche Krankheitsursache der Depression (gemeinsam mit anderen Faktoren) oder nur Folge anderer krankmachender Prozesse ist, darüber sind sich Expertinnen und Experten noch nicht einig. Bei depressiven Erkrankungen, die abwechselnd auch mit einer krankhaft gehobenen Stimmung (Manie) einhergehen, gibt es andere Veränderungen im Gehirnstoffwechsel. Auch Störungen im Hormonhaushalt (z.B. durch eine Schilddrüsenerkrankung oder durch einen veränderten Kortisol-Spiegel) können das Entstehen einer Depression begünstigen.
  • Psychische Gründe: Seelische Belastungen sind oft schwer zu tragen und können zu einer Depression führen. Einschneidende Erlebnisse, wie etwa der Tod eines geliebten Menschen, Trennung, Scheidung oder Verlust des Arbeitsplatzes, kosten viel Kraft. Auch länger andauernde Konflikte, Erschöpfungszustände oder traumatische Erlebnisse (Gewalt, Missbrauch etc.) können Ursachen für eine Depression sein.
  • Soziale Gründe: Armut oder soziale Ausgrenzung können das Entstehen einer Depression begünstigen.

Auch psychologische Theorien beschäftigen sich mit den Ursachen der Depression. Diese sehen z.B.Verlustängste oder eine negative Wahrnehmung der eigenen Person als mögliche Faktoren, die zur Entwicklung einer Depression beitragen können. Auch ein gestörter Schlafrhythmus oder eine veränderte Schlafstruktur (z.B. wie tief der Schlaf ist) können das Depressionsrisiko erhöhen.

Direkt auslösende Faktoren sind beispielsweise:

  • psychosoziale Stressoren (andauernde oder akute seelische und/oder soziale Belastungsfaktoren),
  • körperliche Krankheiten („organische Depression“ durch Erkrankungen oder Schädigungen des Gehirns; Unterfunktion der Schilddrüse etc.) oder
  • soziale Isolation (z.B. starke Vereinsamung alter Menschen).

Medikamente und Alkoholmissbrauch können ebenfalls eine depressive Symptomatik auslösen.

Schützende Einflüsse

Der Mensch verfügt über schützende Eigenschaften, die ihn vor seelischen Tiefs bewahren können. Eine davon ist die Resilienz. Sie ist das Ausmaß der Widerstandskraft gegenüber negativen Einflüssen, ohne dabei eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Somit liefert die Resilienz eine Erklärung dafür, warum jemand eine schwere Krise meistert, ohne daran zu zerbrechen. Zu den schützenden Faktoren zählen z.B. auch ein stabiler Freundeskreis, materielle Sicherheit, Selbstvertrauen und Humor.

Symptome einer Depression

Stimmungsschwankungen treten im Alltag häufig auf. Woran erkennt man nun eine echte Depression? Bei dieser treten sogenannte Kernsymptome und noch mögliche weitere Symptome auf.

Kernsymptome:

  • depressive Verstimmung
  • Interesse- und Freudlosigkeit
  • sozialer Rückzug
  • verminderter Antrieb
  • rasche Ermüdbarkeit

Weitere mögliche Symptome:

  • Schlafstörungen
  • Ängste
  • Gefühlsleere
  • Hilflosigkeit
  • Verlust des Selbstvertrauens
  • Hoffnungslosigkeit
  • Schuldgefühle
  • Vermeidungsverhalten (es werden bestimmte Situationen vermieden, die vorher zum Leben gehörten – z.B. Sex)
  • körperliche Symptome (wie z.B. Appetitverlust, Verlust der Libido, Schmerzen)
  • Aufgeregtheit
  • Stupor (die Betroffenen verharren reglos mit starrem Gesichtsausdruck ganz in sich gekehrt und reagieren nicht auf äußere Reize. Bewusstsein und Wahrnehmung sind dabei nicht zwangsläufig beeinträchtigt)
  • depressionstypische Gedanken, Einstellungen, Wünsche und Absichten (wie etwa Grübeln, Konzentrationsprobleme, negative Sicht der Vergangenheit und Zukunft und auch der eigenen Person, Selbstmordgedanken)
  • übertrieben gehobene Stimmung während einer manischen Phase, die abwechselnd mit einer depressiven Phase auftritt
  • Wahnvorstellungen, Halluzinationen

Frauen, Männer und Kinder unterscheiden sich oft in ihren depressiven Symptomen. Steckt eine Patientin/ein Patient mitten in einer Depression fest, wirken sich Passivität, sozialer Rückzug und körperliche Erschöpfung krankheitserhaltend aus. Die Neigung zu Suchtverhalten nimmt während einer Depression oft zu (z.B. Alkoholabhängigkeit). Angsterkrankungen und Depressionen können häufig gleichzeitig auftreten.

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