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zufrieden wirkende alte Frau © Yuri Arcurs

Depression: Vorbeugung

Einer Depression vorzubeugen ist nicht immer möglich. Zu viele Faktoren wirken bei diesem Krankheitsbild zusammen. Seelische Widerstandskraft, Gesundheit und andere schützende Faktoren können jedoch in gewisser Weise präventiv wirken. Kommt es zu einer depressiven Episode, ist es entscheidend, dass diese rasch erkannt wird und die Behandlung sofort beginnt. Es kann auch notwendig sein, über einen langen Zeitraum hinweg Medikamente zu nehmen.

Vorbeugen – so gut es geht

Es ist nicht generell möglich, einer Depression vorzubeugen. Der Mensch verfügt jedoch über schützende Eigenschaften, die ihn vor seelischen Tiefs bewahren können. Einer dieser Faktoren ist die Resilienz. Sie ist das Ausmaß der Widerstandskraft, die es ermöglicht, negativen Einflüssen standzuhalten, ohne dabei eine psychische Erkrankung zu entwickeln oder an einer schweren Krise zu zerbrechen. Auch materielle Sicherheit, ein stabiler Freundeskreis, Selbstvertrauen, Humor etc. zählen zu den schützenden Faktoren. Ein ausgewogenes Seelenleben, die Fähigkeit, um Hilfe zu bitten, in ein soziales Netz eingebettet zu sein und allgemeine Gesundheit können gewissermaßen präventiv wirken. Suchterkrankungen (z.B. Alkoholabhängigkeit) oder Angsterkrankungen frühzeitig und adäquat zu behandeln kann verhindern, dadurch in eine Depression zu geraten. Da die Ursachen der Erkrankung jedoch vielfältig sind, ist es nicht allgemein möglich, Depressionen gänzlich zu verhindern.

Rechtzeitig zur Ärztin/zum Arzt

Früherkennung einer Depression und damit auch rechtzeitige sind – wie bei anderen Erkrankungen auch – von hoher Wertigkeit. Daher ist es wichtig, bei Verdacht nicht zu zögern, eine Ärztin/einen Arzt aufzusuchen bzw. eine betroffene Person sensibel auf mögliche Hilfe aufmerksam zu machen. Um Rückfällen vorzubeugen, ist es notwendig, sich genau an den jeweiligen Therapieplan zu halten und die Behandlung nicht vorzeitig zu beenden. Eine medikamentöse Rückfallprophylaxe kann notwendig sein.

Suizidgefahr erkennen, kann Leben retten

Da depressive Menschen erhöht selbstmordgefährdet sind, ist es wichtig, Suizidabsichten rechtzeitig zu erkennen und diesen gegenzusteuern. Rechtzeitig Suizidgefahr zu erkennen kann Leben retten! Nähere Informationen hierzu finden Sie unter Suizidgefahr erkennen. Besteht Selbst- und/oder Fremdgefährdung, darf die/der Betroffene in einer psychiatrischen Abteilung laut Unterbringungsgesetz festgehalten werden. Diese Vorgangsweise unterliegt einer strengen Regelung – das Festhalten ist nur so kurz wie nötig erlaubt. Dieser Vorgang kann jedoch notwendig sein, um einen möglichen Selbstmord oder die Schädigung eines anderen Menschen zu verhindern.

Vermeidung von Rückfällen

Die Therapie einer Depression sollte über einen längeren Zeitraum erfolgen. Bei der sogenannten Erhaltungstherapie werden Medikamente auch noch weiterhin gegeben, wenn die Symptome schon verschwunden sind. Diese Phase der Behandlung sollte ca. sechs bis zwölf Monate betragen. Die Patientin/der Patient erhält dabei die gleichen Medikamente, die ihr/ihm geholfen haben, sich aus der Depression zu befreien. Ein früheres Absetzen der Arzneien erhöht die Rückfallwahrscheinlichkeit. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind erforderlich. Die Medikamente werden üblicherweise nicht einfach von einem Tag auf den anderen abgesetzt, sondern es erfolgt eine schrittweise Dosisreduktion, das sogenannte Ausschleichen, über mehrere Wochen.

Tritt eine depressive Episode zweimal oder öfter auf, sollte spätestens nach der dritten depressiven Phase mit einer Rückfallprophylaxe begonnen werden. Allerdings kann die Entscheidung zu einer medikamentösen Vorbeugung eines Rückfalls bereits nach der ersten Episode getroffen werden, und zwar unter folgenden Umständen:

  • positive Familienanamnese (Depression in der Verwandtschaft)
  • schwere Depression (lange Dauer, große Selbstmordgefahr)
  • schlechte Behandelbarkeit
  • psychotische Symptome (z.B. Wahnvorstellungen)

Eine Rezidivprophylaxe wird oft über Jahre hinweg durchgeführt. Dies kann eine hohe Herausforderung darstellen. 50 bis 60 Prozent erleiden nach der ersten depressiven Episode einen Rückfall – die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls nimmt mit jeder weiteren Episode zu.

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