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Vor einer Mauer stehen © Bits and Splits
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Depression: Welche Rolle spielt das Geschlecht?

Frauen erhalten häufiger als Männer die Diagnose Depression. Bei Männern können sich Depressionen anders zeigen als bei Frauen. Diskriminierung erhöht das Risiko für Depressionen bei Menschen, die nicht heterosexuell sind oder sich nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren können.

Erfahren Sie mehr zu Risikofaktoren von Depressionen in Bezug auf das Geschlecht und welche Rolle gesellschaftliche Einflüsse spielen können. 

Der Begriff Geschlecht umfasst grundsätzlich mehrere Bereiche: körperlich, psychosozial und auch rechtlich. Dazu zählen unter anderem folgende Aspekte: das biologische Geschlecht, die Geschlechtsidentität, Geschlechterrollen sowie auch Geschlechterstereotype. Nähere Informationen finden Sie unter Gendergesundheit sowie unter Geschlechtervielfalt. 

Depressionen bei Frauen 

Bei Frauen dürften folgende Risikofaktoren für die Entstehung einer Depression eher eine Rolle spielen als bei Männern:

  • Armut, schlechte finanzielle Lage
  • Stress durch Mehrfachbelastung von Beruf und Familie
  • Geringe soziale Unterstützung
  • Verminderter Selbstwert
  • Gewalterfahrungen

Bei Frauen können auch Depressionen in der Schwangerschaft oder nach einer Geburt auftreten. Kommt es im ersten Jahr nach der Geburt zu einer Depression, spricht man von einer Wochenbettdepression. Zudem kann es in den Wechseljahren oder im Rahmen des Prämenstruellen Syndroms (PMS) zu Depressionen kommen.  

Depressionen sind ein wesentlicher Risikofaktor für Suizid. Frauen unternehmen häufiger Suizidversuche als Männer. Frauen suchen jedoch eher Hilfe als Männer, wenn Sie an einer Depression leiden.

Depressionen bei Männern

Bei Männern dürften folgende Risikofaktoren für die Entstehung einer Depression eher eine Rolle spielen als bei Frauen:

Männer begehen zudem öfter Suizid als Frauen.  

Haben Männer andere Symptome als Frauen?

Depression zeigt sich vor allem durch Stimmungstrübung, Antriebslosigkeit und mangelnde Lebensfreude. Bei Männern können vor allem auch folgende Symptome stärker in den Vordergrund treten:

  • Leichte Irritierbarkeit
  • Aggressivität sowie Missachtung und Verletzung der Rechte anderer
  • Feindseligkeit
  • Risikoverhalten und Sucht, z.B. Arbeitssucht, Alkohol, Drogen, Spielsucht

Die Fachwelt geht davon aus, dass diese Symptome die eigentlichen Beschwerden einer Depression überlagern können. Das kann dazu führen, dass eine Depression bei Männern schwerer erkennbar ist. Allerdings sind diese Symptome im Allgemeinen auch bei Frauen möglich. Nähere Informationen zu Symptomen einer Depression finden Sie unter Depression: Diagnose.

Männer suchen seltener Hilfe als Frauen, wenn es ihnen psychisch nicht gut geht – so auch bei Symptomen einer Depression. Hilfsbedürftigkeit gilt häufig als „unmännlich“. Es kann jedoch jeder Mensch im Lauf seines Lebens an einer Depression erkranken. Männer neigen zudem dazu, ihren Gesundheitszustand besser einzuschätzen, als er ist. Es dürfte Männern leichter fallen, in einem ersten Schritt anonyme Krisenhotlines anzurufen.

Depressionen & sexuelle Orientierung sowie Geschlechtervielfalt

Diskriminierung erhöht das Risiko für Depressionen und Suizid bei Menschen, die nicht heterosexuell sind bzw. sich nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren können. Zudem gibt es weitere Risikofaktoren.

Nicht heterosexuelle Personen dürften ein höheres Risiko für Depressionen aufweisen. Dazu zählen z.B. lesbische, schwule sowie bisexuelle Personen. Die Fachwelt forscht noch an den Ursachen dafür. Diese vermutet jedoch, dass der sogenannte Minoritätenstress dabei eine Rolle spielt. Minorität bedeutet Minderheit. Zu Minoritätenstress zählen zum Beispiel Geheimhaltung der sexuellen Orientierung oder Angst vor negativen Reaktionen im Umfeld. Aber auch die persönliche Einstellung zur eigenen sexuellen Orientierung kann negativ sein und einen Stressfaktor darstellen.

Transidente und Intersex-Personen sind von spezifischen zusätzlichen Stressfaktoren betroffen. Diese können auch das Risiko für Depressionen erhöhen. Dazu zählen z.B.: Stress in Hinblick auf geschlechtsangleichende medizinische Maßnahmen oder durch die Diagnose Intersex.

Informationen und Beratungsmöglichkeiten rund um das Thema sexuelle Orientierung und diverse Geschlechter finden Sie unter Sexuelle Gesundheit & sexuelle Orientierungen sowie unter Geschlechtervielfalt: Trans- und Intergeschlechtlichkeit.


Tipp Weitere ausführliche Informationen rund um das Thema Depression zum Beispiel zu Ursachen, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Diagnose und Behandlung finden Sie unter Depression & Bipolare Störung

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