Leber: Aufbau & Funktion
Die Leber hat eine sehr hohe Regenerationsfähigkeit: Geschädigte Leberzellen können durch gesunde ersetzt werden und nach einer Operation kann sie oft wieder nachwachsen. Allerdings ist diese Fähigkeit zur Regeneration nicht unbegrenzt: Wiederholte oder anhaltende Schäden – etwa durch hohen Alkoholkonsum – können zu starker Vernarbung in der Leber führen. Leberzirrhose kann als Folge auftreten, bei der die Leber ihre Funktionen nicht mehr richtig erfüllen kann.
Wie ist die Leber aufgebaut?
Die Leber hat einen rechten und einen linken Leberlappen, wobei der rechte Leberlappen den größten Teil der Leber ausmacht. Die Leberlappen bestehen aus winzigen Leberläppchen, die unter dem Mikroskop wie Bienenwaben aussehen. In diesen befinden sich viele Gefäße, in denen Blut und Gallenflüssigkeit fließen. In den Leberläppchen werden Nahrungsbestandteile verarbeitet, Gallenflüssigkeit hergestellt und Schadstoffe sowie Krankheitserreger abgebaut und ausgeschieden.

Die Leber wird sehr stark durchblutet: Pro Minute fließen etwa 1,5 Liter Blut durch die Leber. Über ein großes Gefäß, die sogenannte Pfortader, gelangt nährstoffreiches Blut aus dem Darm zur Leber. Darin enthalten sind wichtige Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette. Aber auch Schadstoffe, giftige Substanzen und Medikamente finden so ihren Weg in die Leber. Über die Leberarterie wird die Leber mit sauerstoffreichem Blut vom Herzen versorgt.
Welche Aufgaben erfüllt die Leber?
Die Leber ist die größte Drüse des menschlichen Körpers. Sie produziert Substanzen, die für viele Körperfunktionen wichtig sind, und ist die Stoffwechselzentrale des Körpers. Ihre Hauptaufgaben sind:
Energiestoffwechsel
Die Leber spielt eine entscheidende Rolle im Energiestoffwechsel. Nährstoffe wie Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße gelangen aus dem Darm über die Pfortader in die Leber. Dort werden diese verarbeitet, um daraus Energie oder andere Produkte, z.B. Eiweiß, für den Körper zu gewinnen. Falls die Nährstoffe nicht sofort gebraucht werden, wandelt die Leber sie so um, dass sie gespeichert werden können. Sobald der Körper Energie benötigt, gibt die Leber die gespeicherten Reserven wieder frei.
Die Leber reguliert den Blutzuckerspiegel: Wenn der Blutzuckerspiegel nach dem Essen im Blut steigt, wird der überschüssige Zucker in Form von Glykogen in der Leber gespeichert. Wird vom Körper Zucker benötigt, baut die Leber Glykogen ab oder stellt Zucker selber her.
Die Leber kann aus Aminosäuren, die aus der Nahrung stammen, lebenswichtige Eiweiße herstellen. Dazu zählen u.a. Eiweiße, die verschiedene Stoffe durch den Körper transportieren, wie beispielsweise Albumin sowie Blutgerinnungsfaktoren. Sie kann auch Aminosäuren in Kohlenhydrate und Fette umwandeln.
Ein großer Anteil des körpereigenen Cholesterins wird in der Leber hergestellt. Außerdem stellen die Leberzellen Gallenflüssigkeit her, die über den großen Gallengang in den Dünndarm gelangt. Mithilfe der Gallenflüssigkeit können im Dünndarm Fette so gespalten werden, dass diese vom Körper aufgenommen werden können. Gallensäuren beeinflussen aber auch die bakterielle Zusammensetzung im Darm - das „Mikrobiom“ - und können als Botenstoffe fungieren.
Entgiftung
Die Leber filtert schädliche Stoffe aus dem Blut, die entweder im Körper entstehen oder, wie beispielsweise Alkohol oder Medikamente, aus der Umwelt aufgenommen werdMien. Sie wandelt diese Stoffe in harmlose Substanzen um, sodass sie ausgeschieden werden können. Beispielsweise entsteht beim Abbau von Eiweißen giftiger Ammoniak, den die Leber in ungiftigen Harnstoff umwandeln kann. Dieser gelangt über das Blut in die Nieren und wird mit dem Urin ausgeschieden.
Auch Alkohol wird durch die Leber langsam abgebaut. Dabei entsteht Fett, das in der Leber eingelagert wird – mit der Zeit kann so eine sogenannte Fettleber entstehen. Zudem werden in der Leber u.a. auch Hormone, alte Blutzellen und Krankheitserreger aus dem Blut gefiltert.
Speicherorgan
In der Leber werden lebenswichtige Stoffe gespeichert und bei Bedarf bereitgestellt, z.B. Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Beispielsweise kann die Leber Glukose in Form von Glykogen und Fetten speichern.
Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.
Letzte Aktualisierung: 21. August 2025
Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal
Expertenprüfung durch: Prim. Univ. Prof. Dr. Markus Peck-Radosavljević, Facharzt für Innere Medizin, Zusatzfächer Gastroenterologie und Hepatologie, Intensivmedizin, Infektiologie und Tropenmedizin