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Tumoren der Nebenniere

Die beiden Nebennieren sind hormonproduzierende Drüsen oberhalb der Nieren. Tumoren der Nebennieren zählen zu den häufigsten Tumoren. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Sechzig Prozent der Nebennierentumoren treten zwischen dem 50. und dem 80. Lebensjahr auf. Manche dieser Tumoren produzieren Hormone. Die Mehrzahl produziert keine Hormone und ist gutartig. Es gibt jedoch seltener auch bösartige Tumoren der Nebenniere.

Diese Gesundheitsinformation bietet einen Überblick zu Formen, Symptomen, Diagnose und Therapie von Nebennierentumoren.

Nebenniere: Aufbau und Funktion

Die beiden Nebennieren sind Hormondrüsen. Sie befinden sich jeweils oberhalb der beiden Nieren und produzieren Hormone. Die Nebennieren bestehen vereinfacht gesagt aus der Nebennierenrinde und dem Nebennierenmark. Weitere Informationen finden Sie unter Hormone: Basis-Info.

Welche Formen von Tumoren der Nebenniere gibt es?

Tumoren der Nebenniere können gutartig oder bösartig sein.

Zu gutartigen Tumoren der Nebenniere zählen u.a.:

  • Nebennierenadenom: Die meisten Tumoren der Nebennierenrinde sind gutartige Adenome ohne hormonelle Aktivität. Es kommen jedoch auch gutartige Adenome vor, die Hormone produzieren. Dabei kann Kortisol oder Aldosteron vom Tumor freigesetzt werden.
  • Zysten der Nebenniere
  • Gutartiges Phäochromozytom des Nebennierenmarks: Ein Phäochromozytom setzt etwa Noradrenalin oder Adrenalin frei. Es kann auch außerhalb des Nebennierenmarks entlang von hormonproduzierenden Nervensträngen auftreten.
  • Ganglioneurom des Nebennierenmarks: Dieser seltene Tumor geht von Zellen des Nervensystems aus. Nähere Informationen finden Sie unter Orphanet.

Zu bösartigen Tumoren der Nebenniere zählen u.a.:

  • Nebennierenrindenkarzinom: Dieses tritt sehr selten auf. Es kann Hormone produzieren oder auch nicht. Bei Hormonproduktion kann Kortisol oder Aldosteron freigesetzt werden.
  • Neuroblastom des Nebennierenmarks: Nähere Informationen finden Sie unter Neuroblastom bei Kindern.
  • Bösartiges Phäochromozytom des Nebennierenmarks: Dieses ist deutlich seltener als die gutartige Form.

Zudem können Metastasen in der Nebenniere auftreten, vor allem bei Lungenkarzinom oder Mammakarzinom. Nebennierenrindentumoren können auch im Rahmen von sogenannten multiplen endokrinen Neoplasien, kurz MEN, auftreten.

Von einem sogenannten Inzidentalom spricht die Fachwelt, wenn ein Tumor in der Nebenniere zufällig bei einer radiologischen Untersuchung wie einem CT oder MRT entdeckt wird. Meist sind die Tumoren so ein Zufallsbefund durch eine medizinische Untersuchung aus einem anderen Grund.

Welche Symptome können sich bei einem Nebennierentumor zeigen?

Häufig treten bei Nebennierentumoren längere Zeit gar keine Symptome auf.

Symptome von Nebennierentumoren zeigen sich vor allem bei Tumoren, die Hormone produzieren. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein – je nach freigesetzten Hormonen. Bei Tumoren der Nebenniere können folgende Hormone freigesetzt werden: Kortisol, Aldosteron, Adrenalin, Noradrenalin, Androgene und Östrogene.

Symptome bei Freisetzung von Kortisol durch den Tumor:

  • Gewichtszunahme
  • Verstärkte Körperbehaarung
  • Depressive Verstimmung
  • Muskelschwäche
  • Dünne Haut etc.

Fachleute sprechen von einem Cushing-Syndrom. Dieses kann auch andere Ursachen haben. 

Symptome bei Freisetzung von Aldosteron durch den Tumor:

  • Muskelkrämpfe
  • Herzstolpern
  • Nächtlicher Harndrang
  • Vermehrter Durst
  • Bluthochdruck
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit etc.

Fachleute sprechen von einem Conn-Syndrom. Dieses kann auch andere Ursachen haben.

Symptome bei Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin durch den Tumor:

  • Kopfschmerzen
  • Herzstolpern
  • Zittern
  • Blässe
  • Phasen von Aggressivität
  • Bluthochdruck, der nicht gut behandelbar ist
  • Schweißausbrüche etc.

Symptome bei Freisetzung von Östrogenen oder Androgenen durch den Tumor:

Wie erfolgt die Diagnose eines Nebennierentumors?

Meist werden Nebennierentumoren durch eine medizinische Untersuchung aus einem anderen Grund entdeckt. Im Allgemeinen erhebt die Ärztin oder der Arzt die Krankengeschichte – die Anamnese.

Es können folgende Untersuchungen zur Bildgebung für die genaue Diagnosestellung notwendig sein:

Zu möglichen Blutuntersuchungen zur weiteren Abklärung zählen etwa:

Die Ärztin oder der Arzt schlägt ggf. zudem eine genetische Untersuchung vor.

Sie oder er informiert zu den Untersuchungen sowie zur Diagnose und Art des Tumors. Die Ärztin oder der Arzt schließt auch andere Erkrankungen als Ursache für die Symptome aus.

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es bei einem Nebennierentumor?

Die Behandlung von Nebennierentumoren richtet sich u.a. nach der Art und auch Größe des Tumors. Ein Tumor, der kleiner als vier Zentimeter ist und keine hormonelle Aktivität aufweist, benötigt laut Fachleuten keine Therapie. Ist dies nicht der Fall, berät in der Regel ein Tumorboard mit Ärztinnen bzw. Ärzten verschiedener Fachrichtungen mögliche und notwendige therapeutische Maßnahmen. Dabei beraten sich im Fall dieser Tumoren vor allem Fachärztinnen bzw. Fachärzte aus dem Bereich Innere Medizin mit Spezialisierung auf Endokrinologie, Radiologie sowie Chirurgie.

Anschließend erklärt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, welche spezifischen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, welche begleitenden Behandlungen gegen Symptome es gibt und welchen Nutzen bzw. welche Risiken mit der jeweiligen Therapie verbunden sind.

Allgemeine Informationen zur Behandlung bei Vorliegen einer Krebserkrankung wie auch zu begleitenden Maßnahmen finden Sie unter Krebs: Basis-Info.

Die Ärztin oder der Arzt informiert auch zu notwendigen Kontrolluntersuchungen bzw. Nachsorgeuntersuchungen.

Die Behandlung von Metastasen erfolgt im Rahmen einer Behandlung der jeweiligen Krebserkrankung.

Wann ist in jedem Fall eine Operation notwendig?

Eine Entfernung der betroffenen Nebenniere schlägt die Ärztin oder der Arzt in jedem Fall vor, wenn:

  • der Tumor hormonell aktiv ist,
  • der Verdacht auf einen bösartigen Tumor besteht,
  • der Tumor im Verlauf zunimmt,
  • der Tumor größer als fünf Zentimeter ist.

Die Entfernung kann je nach Möglichkeit erfolgen über:

  • eine offene Operation,
  • eine Laparoskopie oder
  • eine endoskopische Methode über den Retroperitoneal-Raum – ein Raum aus Bindegewebe, in dem sich auch die Nebennieren befinden; Fachleute sprechen von einer sogenannten Retroperitoneoskopie. 

Eine Entfernung des Tumors ist jedoch nicht immer möglich. Die Ärztin oder der Arzt informiert zu anderen Behandlungsmöglichkeiten, die für den jeweiligen Tumor geeignet sind.

Ist der Tumor ohne Symptome, kleiner als vier Zentimeter und weist laut Bildgebung wie dem CT keine Zeichen für Bösartigkeit auf, ist laut Fachwelt in der Regel keine Operation erforderlich.

Behandlung des Nebennierenadenoms 

Tritt beim Nebennierenadenom ein Cushing-Syndrom auf, ist die Entfernung der betroffenen Nebenniere laut Fachleuten empfohlen. Die verbleibende Nebennierenrinde funktioniert in der Folge aufgrund des Hormonkreislaufs nicht wie früher. Daher wird häufig nach der Operation für einige Zeit Kortisol als Medikament eingesetzt, um die hormonelle Funktion möglichst gut zu erhalten.

Tritt beim Nebennierenrindenadenom ein Conn-Syndrom durch Freisetzung von Aldosteron auf, erfolgt vor einer operativen Entfernung der betroffenen Nebenniere eine Behandlung mit Spironolacton – einem Entwässerungsmittel.

Behandlung des Phäochromozytoms

Vor der operativen Entfernung eines Phäochromozytoms kann eine Vorbehandlung mit einem Medikament gegen Bluthochdruck erforderlich sein. Kann man den Tumor nicht operativ entfernen, sind dauerhaft Medikamente gegen Bluthochdruck notwendig. Bei bösartigen Phäochromozytomen kann auch eine Bestrahlung erfolgen.

Behandlung des Nebennierenrindenkarzinoms

Bei einem Nebennierenrindenkarzinom wird die betroffene Nebenniere entfernt. Die Ärztin bzw. der Arzt informiert Sie zur Notwendigkeit der Entfernung von Lymphknoten, etwa entlang von Hauptschlagader und Niere.

Vor der Operation erfolgt häufig eine Vorbehandlung mit einem Mittel gegen hohen Blutdruck, um Blutdruckentgleisungen aufgrund des Hormonkreislaufs vorzubeugen. Nach der Operation kommt eine Therapie mit dem Chemotherapeutikum Mitotane zum Einsatz. Ist keine Operation möglich, kann etwa eine Bestrahlung erfolgen.

Wohin kann ich mich wenden?

Besteht ein Verdacht auf einen Nebennierentumor, sind Abklärungen durch Fachärztinnen bzw. Fachärzte notwendig – vor allem aus dem Bereich Innere Medizin oder Chirurgie. Die Hausärztin oder den Hausarzt sowie die Primärversorgungs-Einheit kann dies etwa in die Wege leiten.

Sind Sie bereits in Behandlung bzw. Nachsorge, werden mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt regelmäßige Termine vereinbart.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 2. Februar 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Prof. Dr. Stefan Schopf , Facharzt für Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

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