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Skelett © haitaucher39

Die Knochen (Skelett)

Das Knochenskelett des Menschen ist kein starres Gerüst, sondern ein äußerst aktives System. Es unterliegt ständigen Auf- und Abbauprozessen und erneuert sich immer wieder. Am beeindruckendsten hierfür ist das Abheilen eines Knochenbruchs. Der Knochen ist ein Organ aus verschiedenen Gewebearten. Man findet in einem Knochen neben speziellem Knochen- und Fettgewebe, Knorpeln, Bindegewebe, Muskel- und Nervenzellen auch blutbildendes Gewebe, das Knochenmark. Durch seine ausgeklügelte Bauweise besitzt der Knochen hohe Stabilität. Nach den Zähnen ist er das zweithärteste Material im menschlichen Körper . . .

Knochenformen

Das menschliche Skelett besteht aus über 200 Knochen. In den ersten Lebensjahren sind es etwas mehr, erst während der körperlichen Entwicklung wachsen bestimmte Knochen wie z.B. am Schädel zusammen.

Man unterscheidet im Groben folgende Knochenformen:

  • lange Knochen, z.B. Röhrenknochen des Oberarms und -schenkels.
  • kurze Knochen, z.B. Wurzelknochen an Händen und Füßen.
  • platte Knochen, z.B. Schulterblätter, Schädeldach, Hüftknochen.
  • unregelmäßige Knochen, z.B. Wirbel, Rippen.

Der Aufbau eines Knochens

Der Prototyp eines Knochens, so wie man sich ihn bildlich vorstellt, ist der Röhrenknochen. Ein derartiger Vertreter ist der Oberschenkelknochen, der größte Knochen des menschlichen Körpers.

Der Aufbau eines Röhrenknochens unterscheidet folgende Abschnitte:

  • Gelenkende (Epiphyse): Die beiden Enden des Knochens sind von einem mit Knorpel überzogenem Gelenk begrenzt. Abhängig vom Knochen und seiner Funktion hat die Epiphyse unterschiedliche Formen wie z.B. ein Scharnier oder eine Kugel.
  • Wachstumsplatte: Solange das Längenwachstum bis zum Ende der Pubertät nicht abgeschlossen ist, befindet sich zwischen Gelenkende und Schaft des Knochens die Wachstumsplatte. Sie ist eine knorpelige Zone, die in späteren Jahren verknöchert.
  • Schaft (Diaphyse): Im Schaft des Knochens (lange Röhre) befindet sich die Marksubstanz. Sie besteht aus gelbem und rotem Knochenmark.
  • Muskelansatzhöcker (Apophyse): An diesen Stellen des Knochen sind die Muskeln befestigt.

Das Leichtbauprinzip des Knochens

Der Knochen ist als gelungener Kompromiss zwischen maximaler Belastbarkeit bei minimalem Gewicht sozusagen ein Meisterbauwerk. Insgesamt wiegt das Knochenskelett des Menschen nur etwa zehn Prozent des Körpergewichts. Bei einem 70 Kilogramm schweren Menschen entspricht das in etwa sieben Kilogramm.

Entscheidend für die Stabilität eines Knochens ist seine Festigkeit. Sie wird unter anderem durch den Anteil eingelagerter Mineralien beeinflusst. Je mehr Mineralien ein Knochen enthält, umso stabiler und dichter ist er. Knochen mit niedriger Dichte brechen leichter. Das wichtigste Knochenmineral ist Kalzium. Es macht die Knochen hart und widerstandsfähig. Aber auch Phosphor ist für den Knochen ein wichtiges Mineral. Neben den Mineralien ist auch seine durchdachte Mikroarchitektur für die Stabilität maßgeblich.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Kalzium und Phosphor.

Strukturelemente eines Knochens

Der Knochen ist von einer dünnen Knochenhaut überzogen (Periost). Sie ist reichlich mit Blutgefäßen und Nerven durchsetzt und deshalb auch schmerzempfindlich. Ist ein Knochen nicht durch einen Muskel abgepolstert, kann ein Schlag auf den Knochen sehr schmerzhaft sein, z.B. am Schienbein.

Unter der Knochenhaut liegt die äußere Knochenschicht (Kompakta). Diese Knochenschicht ist fest und besonders stabil. Sie ist im Wesentlichen für die Stabilität des Knochens verantwortlich. Das Innere des Knochens besteht aus einem Gerüst aus feinen Knochenbälkchen (Trabekel). Es ist wie ein Schwamm aufgebaut und heißt Spongiosa.

In den Zwischenräumen im Knocheninneren befindet sich das Knochenmark. Im Laufe des Lebens wird das rote Knochenmark immer weniger und durch gelbes mit Fettzellen ersetzt. Erwachsene haben nur noch in wenigen Knochen rotes Knochenmark, z.B. in den Rippen, im Brustbein und in den Beckenknochen. Das Knochenmark erfüllt lebenswichtige Funktionen. Es ist der Ort, an dem die Blutzellen produziert werden. Im Knochen ist es gut geschützt.

So lebendig ist der Knochen

Altes Knochengewebe wird während des ganzen Lebens fortwährend durch neues ersetzt. Dieser Vorgang ist Teil des körpereigenen Stoffwechsels: Bestimmte Zellen (Osteoklasten) bauen altes Knochengewebe ab. Andere Zellen (Osteoblasten) bauen neues Knochengewebe auf. Dieser Umbauprozess unterliegt u.a. dem Einfluss von Hormonen wie z.B. Östrogen, Parathormon und Vitamin D.

Bei Kindern und jungen Erwachsenen überwiegt der Knochenaufbau. Dadurch wachsen die Knochen, werden schwerer und dichter. Die maximale Knochendichte (Peak Bone Mass, PBM) wird zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr erreicht. Zu diesem Zeitpunkt ist der Aufbau der Knochenmasse abgeschlossen. Danach verändert sich das Verhältnis der knochenaufbauenden und -abbauenden Vorgänge.

Nach dem 30. Lebensjahr wird mehr Knochen ab- als aufgebaut. Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr beschleunigt sich der Knochenabbau. Anschließend überwiegen die natürlichen Abbauprozesse im Knochen. Je höher die erreichte maximale Knochendichte, desto später treten nennenswerte Abbauvorgänge bzw. Verluste der Knochenstabilität auf. Knochengesunde Ernährung und ausreichend Bewegung tragen maßgeblich zur Steigerung der maximal erreichbaren Knochendichte bei.

Hinweis Sogenannte High-Impact-Sportarten wie z.B. Krafttraining, Laufen, Wandern, Walken, aber auch Tanzen stärken die Knochen, da sie die knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) anregen.

Hinweise zu knochengesunder Ernährung erhalten Sie unter Prävention von Osteoporose.

Quelle, adaptiert: Gesundheitsinformation.de: Wie sind die Knochen aufgebaut?
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