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krankes Kind im Bett © Sergej Khackimullin

Diphtherie

Diphtherie ist eine durch ein Bakterium (Corynebacterium diphtheriae) ausgelöste, schwere Infektionskrankheit mit fest haftenden Belägen auf den Mandeln (Tonsillen), der Rachen-, Kehlkopf- und Halsschleimhaut. Die Infektion tritt vorwiegend in den Wintermonaten auf. In Westeuropa ist die Krankheit selten geworden, da Kinder im ersten Lebensjahr geimpft werden.  

Übertragung & Vorbeugung

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (v.a. Niesen, Husten, Sprechen). In Ländern mit hohem Hygienestandard erkranken meist nur Personen mit unzureichendem Impfschutz.

Die passive Immunisierung mit einem Antiserum ist bei Erkrankungshäufung zum Beispiel innerhalb der Familie anzuraten. Gleichzeitig erfolgt eine aktive Immunisierung bzw. Auffrischungsimpfung. Die sicherste Prävention stellt die aktive Immunisierung aller Säuglinge dar. Wichtig sind Auffrischungen bis ins Erwachsenenalter.

Hinweis Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Beschwerden beträgt zwei bis sechs Tage. Ansteckungsgefahr für andere Menschen besteht unter antibiotischer Behandlung etwa zwei Tage, unbehandelt bis zu vier Wochen.

Symptome

Die Krankheitszeichen werden durch Bakteriengifte (Bakterientoxine) hervorgerufen. Nach ein bis zwei Tage dauernden grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Krankheitsgefühl, Schnupfen, Husten oder Heiserkeit können sich verschiedene Formen der Diphtherie entwickeln. Unterschieden werden eine lokale, eine fortschreitende (progrediente) und eine toxische Form.

Zur lokalen Diphtherie zählen:

  • Tonsillen- oder Rachendiphtherie: Auf Mandeln (Tonsillen), Gaumenzäpfchen und Rachen bilden sich grau-weiße, dick-speckige, fest haftende Beläge (Pseudomembranen). Die betroffenen Stellen beginnen häufig bereits bei leichter Beanspruchung zu bluten. Außerdem treten Fieber, Schluckbeschwerden, faulig-süßer Mundgeruch und schmerzhafte Schwellungen der Kieferwinkellymphknoten auf.
  • Nasendiphtherie: Sie beginnt zunächst wie gewöhnlicher Schnupfen, dann bilden sich ein dünnflüssig-eitriges und schließlich blutiges Sekret sowie kleine Belagfetzen am Naseneingang. Meist sind Säuglinge betroffen.
  • Kehlkopfdiphtherie: Die Membranbildung zieht meist vom Rachen abwärts. Es kommt schnell zu Heiserkeit, Stimmlosigkeit, bellendem Husten, Atemgeräuschen beim Einatmen mit Atemnot und drohender Erstickung.
  • Hautdiphtherien: Sie stellen seltene, eher ungefährliche Sonderformen dar, meist als scharf abgegrenzte Geschwüre und Beläge im Bereich von Nabel, Augenbindehaut und Genitalschleimhaut.

Die progrediente Diphtherie geht meist von einer Tonsillendiphtherie aus. An mehreren Stellen bilden sich Beläge, die schnell zusammenfließen. Komplikationen sind häufiger und verursachen eine höhere Sterblichkeit.

Die toxische Diphtherie entwickelt sich entweder aus lokalen Formen oder gleich von Anfang an mit einem schwereren Krankheitsverlauf mit Fieber, Ödemen, Belägen und starken Lymphknotenschwellungen.

Diagnose & Therapie

Die Diagnose beruht auf dem Beschwerdebild der Patientin/des Patienten. Die Sicherung der Diagnose ist mittels Laboruntersuchung möglich. Über einen Zeitraum von zwei Wochen wird Penicillin verabreicht. Komplikationen und die damit verbundene erhöhte Sterblichkeit können durch die sofortige Anwendung eines Antitoxinserums  reduziert werden. Zusätzlich ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Bei Bedarf sind fiebersenkende Maßnahmen angezeigt. Bettruhe kann sich günstig auswirken, sofern das erkrankte Kind dazu bereit ist.

Komplikationen

Etwa ab der zweiten Krankheitswoche können Herzmuskelentzündungen, allgemeine Schwäche, Lähmungen des Gaumensegels, der Schlund-, Augen- und Atemmuskulatur sowie Nieren- und Leberschäden etc. vorkommen. Diese Komplikationen können zu bleibenden Schäden führen. Fünf bis 20 Prozent der Erkrankten versterben.

Wohin kann ich mich wenden?

Sobald erste Krankheitszeichen auftreten, sollten Sie mit Ihrem Kind eine Ärztin/einen Arzt für Allgemeinmedizin oder Kinder- und Jugendheilkunde aufsuchen.

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