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Bakterienkultur © jarun001

Sepsis (Blutvergiftung)

Eine Sepsis ist eine schwere Infektion des Körpers, hervorgerufen durch Mikroorganismen, z.B. Bakterien, Pilzen, Viren. Sie entsteht dadurch, dass die Infektion nicht nur lokal begrenzt auftritt, sondern sich über das Blut in den Körper ausbreitet. Die Ursachen können unterschiedlich sein, z.B. eine Grunderkrankung bzw. sich ausbreitende Infektion – beispielsweise infolge einer Hirnhautentzündung (Meningitis), einer Lungenentzündung, eines Harnwegsinfekts etc. Auch durch Verletzungen (z.B. Bisse) oder schlecht heilende Wunden, Einnahme immunsuppressiver (das Abwehrsystem schwächende) Medikamente, als Folge operativer Eingriffe und vielem mehr kann es zu einer Sepsis kommen . . .

Symptome 

Die Symptome können unterschiedlich sein. Unter anderem kommt es zu:

  • allgemeinem schweren Krankheitsgefühl, beeinträchtigtem Allgemeinzustand bis hin zu Verwirrtheit,
  • Müdigkeit, Schwächegefühl,
  • Schmerzen,
  • Schüttelfrost,
  • Übelkeit, Erbrechen,
  • Hautanzeichen z.B. punktförmige Hautblutungen (Petechien), Hämatome etc.,
  • niedrigem Blutdruck (trotz warmer Haut).

Zudem zeigen sich Symptome bzw. eine Verschlechterung der Grunderkrankung bzw. -infektion.

Im Zusammenhang mit einer Sepsis spricht man auch vom sogenannten Systemic Inflammatory Response Syndrome (SIRS). Dabei kommt es zu:

  • Fieber (über 38 Grad Celsius) oder Unterkühlung (Hypothermie),
  • beschleunigter Herzfrequenz,
  • hoher Atemfrequenz (Tachypnoe) sowie
  • Anstieg der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) oder Verminderung der Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie).

Tritt zusätzlich zur Sepsis mindestens eine Organfunktionsstörung auf (z.B. Gehirn oder Nieren) wird dies als schwere Sepsis bezeichnet. Als septischer Schock wird eine Sepsis bezeichnet, bei der es zu einer arteriellen Hypotonie (starker Erniedrigung bzw. Absinken des arteriellen Blutdrucks) kommt (trotz Flüssigkeitszufuhr in Form von Infusionen).

Symptome einer Blutvergiftung sind für medizinische Laien vor allem zu Beginn oft nicht oder schwer einzuordnen. Bei bestimmten Symptomen (z.B. rascher Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Atemnot, beschleunigter Atmung, Herzrasen, Blutdruckabfall etc.) muss sofort ärztliche Hilfe gerufen werden (Notruf 144)! Bei einer Sepsis kann es rasch zu lebensgefährlichen Situationen kommen. Um lebensbedrohliche Situationen und schwere Organschäden zu vermeiden, ist eine rasche Diagnose und Therapie entscheidend.

Diagnose 

Wesentlich für die Diagnose sind die Symptome sowie deren Ausprägung bzw. Schwere. Verletzungen sowie bereits bekannte Erkrankungen etc. werden abgeklärt. Verschiedene Untersuchungen werden durchgeführt, z.B.:

  • gründliche körperliche Untersuchung (Blutdruck, Pulsfrequenz, Messung des Sauerstoffanteils im Blut – Pulsoximetrie, Atemfrequenz, Auskultation, Palpation, Untersuchung der Haut, Messung der Temperatur etc.),
  • Bestimmung von verschiedenen Laborwerten (z.B. CRP, PCT, IL6, Leukozytenzahl, Thrombozytenzahl)
  • sowie von Blutkulturen und Abstrichen aus verschiedenen Stellen (Wunden, Harn, Sputum),
  • eventuell Röntgen, CT, MRT zur Identifikation der Ursache

Therapie 

Ziel der Therapie ist es Körperfunktionen aufrechtzuerhalten bzw. zu stabilisieren, die Infektion zu bekämpfen und den Erreger zu beseitigen, sodass die ursprüngliche Infektion vollständig abheilen kann. Die Therapie erfolgt im Krankenhaus, teils intensivmedizinisch. Sie orientiert sich unter anderem am gesundheitlichen Zustand, an Grunderkrankung(en) und dem Erreger.

Hinweis Im Falle eines septischen Schocks oder bei schwerer Sepsis ist die Behandlung auf einer Intensivstation unabdingbar.

Die Therapie erfolgt mittels:

  • Überwachung der Vitalfunktionen,
  • zielgerichteter Infusionstherapie,
  • Medikamenten bzw. Substanzen, die den Blutdruck stützen bzw. heben (Vasopressoren),
  • Medikamenten, die die Herzleistung verbessern (Inotropika),
  • Sicherung der Atemwege und der Sauerstoffzufuhr (ev. durch Intubation und Beatmung).
  • Je nach Schwere und eventueller Schädigungen von Organen können weitere Maßnahmen notwendig sein, z.B. der Ersatz der Nierenfunktion durch eine Blutwäsche (Dialyse, Hämodiafiltration).

Zur allgemeinen Therapie im Krankenhaus zählen unter anderem:

  • Volumenersatz (zusätzliche Flüssigkeitsverabreichung durch Infusionen, Elektrolytlösungen),
  • Antibiotika, Antimykotika (Mittel gegen Pilze) bzw. weitere Medikamente je nach Erreger sowie
  • chirurgische Sanierung des Entzündungsherdes (Drainage).

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Verdacht auf eine Sepsis muss rasch gehandelt werden. Symptome und Gesundheitszustand können sich rasch verschlechtern. Die ärztliche Begutachtung ist ehestmöglich zu gewährleisten – je nach Gesundheitszustand über die Hausärztin/den Hausarzt oder den Ärztenotdienst über 141. Bei starker Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens ist der Transport in ein Krankenhaus notwendig, die Notärztin/der Notarzt (144 oder 112) muss verständigt werden!

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