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Frau hält roten Apfel vor sich © i love images

HIV/AIDS: Gesunder Lebensstil

Ein ungesunder Lebensstil mit falscher Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol und Drogenkonsum verursacht ein erhöhtes Risiko für zahlreiche, mitunter lebensbedrohliche Krankheiten. Diese schädigenden Einflüsse betreffen insbesondere auch HIV-Infizierte, da sie ihr ohnehin geschwächtes Immunsystem und ihre Organsysteme zusätzlich belasten können. Das Zusammenwirken all dieser gesundheitsschädigenden Faktoren kann schnell zu einem körperlichen und psychischen Zusammenbruch führen. Umgekehrt kann ein gesunder Lebensstil den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität positiv beeinflussen . . .

Infektionen vorbeugen

HIV-Betroffene können durch folgende Maßnahmen das Risiko von Infektionen verringern bzw. ihr Immunsystem unterstützen:

  • Rauchstopp: Rauchen belastet das Immunsystem. (Infos unter Rauchstopp)
  • Keine Drogen konsumieren: Diese belasten ebenfalls das Immunsystem und beeinträchtigen die Wirkung der Medikamente.
  • Impfschutz prüfen: Dabei berät die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt. (Infos unter Impfempfehlungen)
  • Gesunde Ernährung unterstützt das Immunsystem. (Infos unter Ernährung)
  • Regelmäßige Bewegung unterstützt das Immunsystem und verbessert die Stimmung. (Infos unter Bewegung)
  • Umgang mit Tieren: Ein üblicher hygienischer Umgang mit Tieren wird empfohlen und ist vollkommen ausreichend.
  • Sorgfältiges Händewaschen: Besonders nach einem Toilettengang, vor und nach dem Zubereiten von Mahlzeiten oder nach dem Kontakt mit großen Menschenansammlungen.

Gesundheitsfördernde Ernährung

Neben der medikamentösen Therapie stellt eine gesundheitsfördernde Ernährung mit abwechslungsreicher und schmackhafter Mischkost eine wichtige Säule für das Wohlbefinden der HIV-positiven Patientinnen/Patienten dar.

Aus verschiedenen Gründen kann die Nährstoffversorgung des Körpers bei HIV-Patientinnen und -Patienten nicht ausreichend sein, z.B. durch zu geringe Nährstoffzufuhr bzw. gestörte Nährstoffaufnahme im Organismus oder durch Neben- bzw. Wechselwirkungen von Medikamenten. In der Folge führt die Mangelernährung zu einer Reduktion von Muskelkraft, Vitalkapazität, Atemvolumen, Immunfunktion, Wundheilung, Magensäure, CD4/CD8-Ratio und Enzymproduktion. Bei einer Mangelernährung mit ungewolltem Gewichtsverlust von über zehn Prozent steigt das Sterberisiko bei HIV-Erkrankten um das Vier- bis Sechsfache.

Hinweis Die für HIV-positive Menschen günstige Ernährung entspricht normalerweise den allgemeinen Empfehlungen für gesunde Ernährung. Zur Vorbeugung einer Mangel- oder Fehlernährung sollte regelmäßig das Körpergewicht kontrolliert werden.

Regelmäßige Bewegung

Eine weitere wichtige Säule ist Bewegung. Allgemein hat körperliche Aktivität viele positive Wirkungen auf die Gesundheit, die sich vorteilhaft auf den Krankheitsverlauf von HIV-positiven Menschen auswirken können, z.B. verbesserte Immunabwehr, bessere Stoffwechselfunktionen oder antidepressive Wirkung.

Nebenwirkungen der Therapie lindern

Die antiretrovirale Kombinationstherapie kann den Stoffwechsel bzw. die Herz-Kreislauf-Funktionen negativ beeinflussen.

Mögliche Komplikationen sind:

  • viszerale Fettakkumulation (Fettschicht um innere Organe) – bei den heutigen modernen Medikamenten inzwischen sehr selten
  • Insulinresistenz (Blutzuckererhöhung, diabetische Stoffwechsellage) – bei den heutigen modernen Medikamenten inzwischen sehr selten
  • Senkung von HDL-Cholesterin (Herzschutz-Cholesterin)
  • Anstieg von LDL-Cholesterin (Gefäßverkalkung, Atherosklerose)
  • erhöhte Triglyzeridwerte
Gesundheitsfördernde Ernährung und regelmäßige Bewegung können dazu beitragen, diese Nebenwirkungen zu lindern. So hilft regelmäßige Bewegung HIV-Kranken beispielsweise, ihren Stoffwechsel zu normalisieren und überschüssiges Bauchfett abzubauen.


Regelmäßige ärztliche Kontrollen

HI-Viren, Begleiterkrankungen und unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten können lebenswichtige Organsysteme, wie Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, Ausscheidungs-, Skelett- und Nervensystem, nachhaltig schädigen. Eine wichtige Aufgabe der regelmäßigen medizinischen Untersuchungen besteht darin, solche Schäden frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten Maßnahmen gegenzusteuern. Dazu zählen Beratung, Lebensstiländerungen und Umstellungen der medikamentösen Behandlung.

Psychische Ausgeglichenheit

Sowohl die Mitteilung eines positiven HIV-Befundes als auch die innere Auseinandersetzung mit dieser Erkrankung (von Ablehnung über Zweifel bis hin zur Annahme) bedeuten einen enormen Stress, der oftmals in psychischen Belastungsreaktionen seinen Ausbruch findet. Episoden von tiefer Verzweiflung und Depression, Angst und Panik können die HIV-Infizierte/den HIV-Infizierten in eine seelische Krise stürzen. Nähere Informationen erhalten Sie unter Depression und HIV/AIDS.

In solchen Situationen ist es besonders wertvoll, wenn Betroffene Unterstützung von der Familie und guten Freundinnen/Freunden oder in einer Selbsthilfegruppe erhalten. Zusätzlich kann auch professionelle Hilfe von Psychologinnen/Psychologen und manchmal auch von Fachärzten/Fachärztinnen für Psychiatrie angenommen werden. Neben psychosozialen Unterstützung können auch komplementärmedizinische Methoden die Behandlung ergänzen.

Psychosoziale Hilfe und Beratung

Emotionale und psychologische Unterstützung können HIV-Betroffene in allen Ambulanzen von psychiatrischen Abteilungen und über den „Psychosozialen Dienst“ erhalten. Die HIV-Behandlungszentren arbeiten ebenfalls eng mit Psychologinnen/Psychologen zusammen. Im Rahmen der Spitalsbehandlung wird die psychologische und soziale Betreuung über Ambulanzen oder Tageskliniken abgedeckt.

Für die Behandlung durch niedergelassene Psychologinnen/Psychologen können Stadt, Land oder Gemeinde eine finanzielle Unterstützung bieten. Niedergelassene Psychologinnen/Psychologen verfügen zurzeit nur über eine begrenzte Zahl an Behandlungsplätzen, die sie vollständig mit den Sozialversicherungsträgern verrechnen können.

Weitere Informationen bieten:

Wohin kann ich mich wenden?

Die AIDS-Hilfen bieten nach einem ärztlichen Vorgespräch:

  • Ernährungsberatung (geringer Selbstbehalt),
  • Bewegungsprogramme (kostenfreie mehrwöchige Kurse),
  • Raucherentwöhnung (kostenfrei),
  • psychologische Beratung zur individuellen Problemklärung und -bearbeitung (kostenfrei).
Weitere Informationen: www.aidshilfen.at

Die HIV-Behandlungszentren und spezialisierte niedergelassene Ärztinnen/Ärzte bieten eine umfassende Betreuung der Patientinnen/Patienten. Dazu zählt auch die Beratung und Betreuung eine gesunde Lebensführung betreffend.

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