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Mann hält Hände vor den Schritt © Tiko
Mann hält Hände vor den Schritt © Tiko

Ulcus molle

Ulcus molle ist eine sexuell übertragbare Erkrankung. Sie wird auch als weicher Schanker bezeichnet. Die Erkrankung kommt vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten vor. Sie wird durch eine Infektion mit Bakterien (Haemophilus ducreyi) verursacht. Typische Anzeichen sind schmerzhafte Geschwüre (Ulzera) und Eiterung der Lymphknoten im Bereich der Leiste.

Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Eine einmal durchgemachte Infektion schützt nicht vor erneuter Ansteckung.  

Wie wird Ulcus molle übertragen?

Ulcus molle wird fast ausschließlich beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die Erreger gelangen über kleinste Verletzungen der Haut bzw. Schleimhaut ins Gewebe und verursachen an der Eintrittsstelle schmerzhafte Geschwüre. Die Infektion breitet sich meist weiter über die Lymphwege aus.

Ulcus molle gehört neben derSyphilis, derGonorrhoe und demLymphogranuloma venereum zu den vier klassischen Geschlechtskrankheiten, die dem Geschlechtskrankheitengesetz unterliegen. Es tritt bei Männern zehnmal so häufig auf wie bei Frauen.

In Österreich und Europa kommt das Ulcus molle kaum vor, häufig hingegen in tropischen und subtropischen Gebieten (vor allem in Groß- und Hafenstädten).

Hinweis Ulcus molle begünstigt die Ansteckung mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Welche Symptome können auftreten?

Nach einer Inkubationszeit von zwei bis sieben Tagen entwickeln sich kleine schmerzhafte Knötchen an den Geschlechtsorganen. Die Knötchen brechen nach kurzer Zeit auf, und es entstehen flache, schmerzhafte und unterschiedlich große Geschwüre (Ulzera) mit rotem Rand. Sie können bei Berührung bluten und sondern meist Eiter ab. Der Wundgrund ist weich. Typisch sind starke brennende Schmerzen bei Kontakt mit Urin.

Die Lymphknoten in der Leiste sind einseitig geschwollen und schmerzhaft (unilaterale Lymphadenopathie, Bubo). Häufig entsteht ein eitriger Abszess. Die Abszesshöhle kann aufbrechen, sodass Eiter nach außen abfließt oder sich in das umliegende Gewebe ausbreitet und zu neuen Läsionen führt.

Insbesondere bei Frauen sind gelegentlich auch symptomlose Verläufe möglich.

Als Komplikationen können eine Verengung der Vorhaut (Phimose) bzw. der Harnröhre (Urethrastriktur) oder eine Harnröhrenfistel auftreten. 

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose wird anhand des typischen Beschwerdebildes gestellt. Zusätzlich entnimmt die Ärztin oder der Arzt Abstriche aus den Hautveränderungen, um den Erreger nachzuweisen. Dies gelingt am besten durch einen Abstrich aus dem Randbereich des Ulcus, da sich dort die meisten Erreger befinden.

Der Erreger des Ulcus molle lässt sich unter dem Mikroskop (Gramfärbung) relativ schwer nachweisen. Auch das Anlegen einer Bakterienkultur gelingt nicht immer.

Eine gute Nachweismöglichkeit des Bakteriums in Laborproben stellen Verfahren der Nucleic Acid Amplification Technology (PCR) dar.  Auch der Antigennachweis mithilfe von monoklonalen Antikörpern wird zunehmend eingesetzt.

Um andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Beschwerden verursachen können (z.B. Syphilis, Herpes genitalis, Lymphogranuloma venerum), werden unter Umständen weitere Tests durchgeführt.

Hinweis Es können auch Mischinfektionen mehrerer sexuell übertragbarer Erkrankungen vorliegen.

Meldepflicht

Ulcus molle gehört in Österreich zu den beschränkt meldepflichtigen Erkrankungen. Das heißt, die Ärztin oder der Arzt meldet Personen, die den Anordnungen der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes nicht Folge leisten, der Gesundheitsbehörde.

Wie erfolgt die Behandlung des Ulcus molle?

Die Behandlung des Ulcus molle erfolgt mitAntibiotika (meist Ceftriaxon oder Azithromycin). Auch die Sexualpartnerin oder der Sexualpartner muss untersucht und mitbehandelt werden.

Drei bis sieben Tage nach Beginn der Therapie ist eine Kontrolluntersuchung erforderlich.  

Hinweis Bis zur vollständigen Ausheilung muss auf sämtliche sexuelle Aktivitäten verzichtet werden.

Wie Sie einer Infektion vorbeugen können

Da die Ansteckung fast ausschließlich beim Geschlechtsverkehr erfolgt, kann eine Übertragung des Erregers durch das konsequente Benutzen vonKondomen verhindert werden. Zudem ist entsprechende Aufklärung spezieller Risikogruppen (z.B. Prostituierte, insbesondere in tropischen und subtropischen Ländern) von großer Bedeutung.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Abklärung und Behandlung einer Geschlechtskrankheit können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Fachärztin oder Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Fachärztin oder Facharzt für Gynäkologie
  • Fachärztin oder Facharzt für Urologie

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Diee-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigenSozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über denOnline-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.  

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