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Ulcus molle

Bei Ulcus molle (weicher Schanker) kommt es zu schmerzhaften Geschwüren (Ulzera) und Eiterung der Lymphknoten im Bereich der Leiste, die durch eine Infektion mit Bakterien (Haemophilus ducreyi) verursacht werden. Die Diagnose wird meist anhand des Beschwerdebildes gestellt. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika . . .

Übertragungsweg

Das Ulcus molle gehört neben der Syphilis, der Gonorrhoe und dem Lymphogranuloma venereum zu den vier klassischen Geschlechtskrankheiten, die dem Geschlechtskrankheitengesetz unterliegen. Sie tritt bei Männern zehnmal so häufig auf wie bei Frauen. Die Übertragung erfolgt fast ausschließlich beim Geschlechtsverkehr. In Österreich (und Europa) kommt das Ulcus molle kaum vor, häufig hingegen in tropischen und subtropischen Gebieten (v.a. Groß- und Hafenstädte).

Vorbeugung & Symptome

Da eine Ansteckung nur beim Geschlechtsverkehr möglich ist, schützen Kondome. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis sieben Tagen entwickeln sich kleine, schmerzhafte Knötchen, die rasch aufbrechen und flache, weiche, schmerzhafte, unterschiedlich große, zusammenfließende Geschwüre (Ulzera) mit unscharf begrenzten Kanten und einem roten Rand bilden. Tiefe Geschwüre führen zu einer Gewebezerstörung. Die Lymphknoten in der Leiste sind schmerzhaft, geschwollen und bilden einen Abszess .(unilaterale Lymphadenopathie = Bubo). Die Abszesshöhle kann aufbrechen, sodass Eiter nach außen abfließt oder sich in das umliegende Gewebe ausbreitet und zu neuen Läsionen führt. Als Komplikationen können eine Verengung der Vorhaut (Phimose) bzw. der Harnröhre (Urethrastriktur) und eine Harnröhren-Fistel auftreten.

Diagnose

Die Diagnose wird aufgrund des typischen Beschwerdebildes gestellt, weil die kulturelle Erregeranzucht und auch die mikroskopische Identifizierung schwierig sind. Trotzdem wird für gewöhnlich versucht, aus einer Eiterprobe oder aus der Absonderung vom Ulkusrand den Erreger mittels einer speziellen Färbemethode (Giemsa-Färbung) nachzuweisen. Unmittelbar nach dieser Materialgewinnung sollte eine Antibiotikatherapie erfolgen. An zusätzlichen Untersuchungen empfehlen sich Tests auf andere STDs (Gonorrhoe, Syphilis, HIV und Herpes etc.)

Therapie & Nachsorge

Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika (Azithromycin, Ceftriaxon, Ciprofloxacin, Erythromycin). Die Patientin/der Patient sollte über zumindest drei Monate beobachtet werden. Leidet die Patientin/der Patient an einer Immunschwäche, muss die Antibiotikabehandlung intensiviert werden. Auch die Sexualpartnerin/der Sexualpartner sollte sich untersuchen lassen.

Laut Geschlechtskrankheitengesetz besteht in Österreich eine beschränkte Meldepflicht für Geschlechtskrankheiten (Syphilis, Gonorrhoe, Ulcus molle und Lymphogranuloma venereum). Das heißt, Personen, die den Anordnungen der behandelnden Ärztin/des behandelnden Arztes nicht Folge leisten, werden dem Gesundheitsamt gemeldet.

Hinweis Während der Behandlung muss auf sexuelle Aktivitäten verzichtet werden.

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