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HIV/AIDS: Vermeidung einer Übertragung

HIV kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge in den Körper oder auf die Schleimhaut gelangt. Eine Ansteckung ist möglich über Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit, den Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut und Muttermilch. Sie können das Virus in hoher Konzentration enthalten. HIV wird auch durch gemeinsames Benutzen von Spritzen und Nadeln bei intravenösem Drogenkonsum übertragen.

Die Gefahr einer Ansteckung beim Sex

Ungeschützter Geschlechtsverkehr ist einer der Hauptübertragungswege des HI-Virus. In Österreich erfolgen mindestens 90 Prozent aller neuen Infektionen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Wenn Sie Sex mit einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner bzw. wechselnden Partner:innen haben, sollten Sie immer sichere Sexualpraktiken ausüben und qualitativ einwandfreie Markenkondome benutzen.

Durch einen HIV-Test kann festgestellt werden, ob man selbst bzw. eine Partnerin/ein Partner infiziert ist. Besteht keine HIV-Infektion, kann in einer fixen Partnerschaft ohne sexuelle „Außenkontakte“ auf Kondome verzichtet werden.

Auch beim Sex mit bekannt HIV-positiven Partner:innen, die erfolgreich therapiert sind, d.h. deren Virusbelastung unter der Nachweisgrenze moderner PCR-Nachweismethoden liegt, kann auf ein Kondom verzichtet werden. HIV kann in einem solchen Fall nicht sexuell weitergegeben werden. Fachleute verwenden dafür die Formel: nicht nachweisbar = nicht übertragbar.

Hinweis

Nach einer Ansteckung können HIV-Antikörper üblicherweise nach wenigen Wochen, aber spätestens nach drei Monaten zuverlässig nachgewiesen werden. Um eine Infektion auszuschließen, wird empfohlen, einen HIV-Test abhängig von der Testmethode bis zu drei Monate nach einem vermuteten Risikokontakt zu wiederholen. Nach einem Risikokontakt sollte daher bis zum sicheren Testergebnis unbedingt „Safer Sex“ praktiziert werden!

Die Gefahr einer Ansteckung bei intravenösem Drogenkonsum

Die zwei wichtigsten Übertragungswege von lebensgefährlichen Krankheitserregern beim „Spritzen von Drogen“ sind Needle-Sharing (Nadeltausch) und Drug-Sharing (Teilen derselben Drogenmenge). Eine HIV-Übertragung findet dann statt, wenn eine der beteiligten Personen HI-Viren im Blut hat. Über diesen Weg können auch Hepatitisviren oder andere Krankheitserreger übertragen werden. Unhygienisches Hantieren kann auch eine Blutvergiftung (Sepsis) mit Bakterien oder Pilzen hervorrufen. Eine HIV-Übertragung kann bei Drogenkonsument:innen selbstverständlich auch durch ungeschützten Sexualkontakt stattfinden.

Needle-Sharing

Wenn Nadeln und/oder Spritzen von mehreren Personen benutzt werden, können vor allem Viren wie HIV, Hepatitis B und Hepatitis C, aber auch Bakterien und Pilze in die Blutbahn gelangen. Einen sicheren Schutz vor Infektionen bieten ausschließlich sterile Spritzbestecke. Das Reinigen eines bereits benutzten Spritzbestecks (zum Beispiel Auskochen mit Wasser, Desinfektion mit Haushaltsbleichmitteln oder konzentrierten Jodverbindungen, Reinigen mit medizinischem Alkohol) ist nur eine Notlösung und kein hundertprozentiger Schutz.

Drug-Sharing

Extrem riskant ist auch das Aufziehen der gesamten Drogendosis („Shore“, Heroindosis) mit einer Spritze, wenn danach Teilmengen an weitere Benutzer:innen abgegeben werden. Ist die erste Spritze oder Nadel nicht steril (d.h. mit Krankheitserregern belastet), können Krankheitserreger übertragen werden. Das „Pulver“ sollte deshalb in Portionen geteilt werden.

Hinweis

Die Verwendung neuer steriler Nadeln und Spritzen verhindert eine Übertragung von HIV und Hepatitis.

Die Gefahr einer Ansteckung bei Unfällen

Wenn Sie bei Unfällen Erste Hilfe leisten, lassen Sie sich nicht von blutenden Wunden abschrecken. Benutzen Sie jedoch bei der Versorgung von Blutungen Einmalhandschuhe.

Wann liegt ein erhöhtes HIV-Risiko vor?

Einem erhöhten Risiko einer HIV-Infektion sind Sie ausgesetzt, wenn Sie:

  • Drogen oder andere Substanzen gespritzt haben und es dabei zum gemeinsamen Gebrauch von Injektionsutensilien (z.B. Nadeln, Spritzen, etc.) gekommen ist,
  • ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten, insbesondere mit Partner:innen, deren HIV-Status Sie nicht kennen,
  • ungeschützten Sex gegen Bezahlung praktizieren,
  • in der Zeit von 1978 bis 1985 eine Bluttransfusion oder ein Präparat mit einem Blutgerinnungsfaktor erhalten haben oder
  • ungeschützten Geschlechtsverkehr mit jemandem hatten, der einen der erwähnten Risikofaktoren aufweist.

Hinweis

Bislang konnte noch kein wirksamer HIV-Impfstoff entwickelt werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Informationen und Beratung zum Thema Safer Sex und zur HIV/AIDS-Prävention bieten die Aids-Hilfen Österreichs.

Hinweis

Im Text wird mit dem Doppelpunkt zwischen männlicher und weiblicher Bezeichnung die Geschlechtervielfalt berücksichtigt.

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  • Zangerle, R. et al. (2019): HIV/AIDS in Austria - 34th Report of the Austrian HIV Cohort Study. Online unter: www.ages.at (Zugriff: November 2020)

Letzte Aktualisierung: 30. November 2021

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Priv.-Doz. Univ.Prof. (SFPU) Dr. Alexander Zoufaly, Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie, Facharzt für Innere Medizin

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