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Venenthrombose © klick61

Chronisch-venöse Insuffizienz

Bei einer akuten tiefen Bein- oder Beckenvenenthrombose (TVT) kommt es zur teilweisen oder vollständigen Verlegung im Hauptvenensystem. Wird eine tiefe Venenthrombose nicht rechtzeitig erkannt, entstehen im tiefen Venensystem chronische Stauungserscheinungen, die unter dem Begriff „postthrombotisches Syndrom (PTS)“ zusammengefasst werden. Dabei kommt es im betroffenen Bein zu Blutstauung und Schwellungen, Veränderungen von Haut und Unterhautfett sowie Geschwüren am Unterschenkel (Ulcus cruris venosum), eventuell auch sekundären Krampfadern. Das gesamte Krankheitsbild des postthrombotischen Syndroms wird auch unter dem Begriff „chronisch-venöse Insuffizienz (CVI)“ zusammengefasst . . .

 

Ursachen & Symptome

Die chronisch-venöse Insuffizienz entsteht im Zusammenhang mit einer Venenthrombose durch einen Rückstau des Blutes und eine Druckerhöhung in den Beinvenen mit allmählich zunehmender Schädigung der Gefäßwände und Venenklappen.

Symptome

Bei leichter Ausprägung einer chronisch-venösen Insuffizienz treten häufig dumpfe Beinschmerzen auf, die nach längerer Stehbelastung stärker werden und beim Hochlagern der Beine wieder verschwinden. Häufig bilden sich erweiterte dunkle kleine Venen am Fußrand und an der Knöchelinnenseite sowie Verfärbungen und Verhärtungen der Haut. In schweren Fällen kommt es zu Entzündungen mit nässenden und juckenden Ekzemen und schließlich zu Beingeschwüren, v.a. im Bereich der Knöchel.

Das venöse Beingeschwür (Ulcus cruris, „offenes Bein“) verursacht starke Wundschmerzen, welche die Beweglichkeit einschränken können. Dadurch wird die Abheilung der Wunden gebremst bzw. verhindert. Wird die Wunde durch Keime infiziert, kann ein unangenehmer Wundgeruch entstehen.

Diagnose

Bei der Untersuchung finden sich häufig ein vergrößerter Beinumfang, Schwellungen sowie Besenreiser, netzförmige Venen und Krampfadern, Rötungen, Hautveränderungen (dunkel gefärbte Regionen, Ekzeme, derbe Hautstellen etc.), in den schwersten Fällen auch Beingeschwüre, v.a. in der Knöchelregion.

Therapie

In jedem Fall sollte die Grunderkrankung behandelt werden, beispielsweise ist bei Diabetikerinnen/Diabetikern die Blutzuckereinstellung zu optimieren. Je nach Schweregrad der chronisch-venösen Insuffizienz werden neben dem Tragen medizinischer Kompressionsstrümpfe verschiedene Venenmedikamente, Schmerzmittel, Hautpflegepräparate und Maßnahmen zur Wundbehandlung verordnet. 

Hinweis Patientinnen/Patienten sollten langes Stehen und Sitzen vermeiden und häufig die Beine hochlagern.


Durch den konsequenten Einsatz der verfügbaren Behandlungsoptionen sollte jedes Beingeschwür heilbar sein, selbst wenn es schon Jahre oder gar Jahrzehnte besteht. In 90 Prozent der Fälle kann dies mittels Kompressionstherapie, Wundbehandlung (spezielle Verbände), Arzneimittel (systemisch wirkende Antibiotika, lokale Antiseptika) und physikaler Therapie (Entstauungsgymnastik etc.) zur Abheilung gebracht werden. Nur bei den restlichen zehn Prozent sind Operationen erforderlich. Vielfach müssen oberflächliche Krampfadern entfernt werden. Tritt das Geschwür gamaschenartig auf, wird es unter Narkose schichtweise entfernt („Shave-Therapie“). Im Anschluss wird ein Hauttransplantat aus dem Oberschenkel entnommen und auf die Wunde aufgetragen.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Beschwerden, die auf eine chronisch-venöse Insuffizienz hindeuten, sollte eine Ärztin/ein Arzt für Allgemeinmedizin, eine Fachärztin/ein Facharzt für Dermatologie und Venerologie oder für Interne Medizin aufgesucht werden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Sämtliche für Diagnose und Therapie erforderlichen Maßnahmen werden von den Sozialversicherungsträgern abgegolten. Bei Verordnung medizinischer Kompressionsstrümpfe muss die/der Betroffene einen Selbstbehalt zahlen.

Tipps für Patientinnen/Patienten mit „offenem Bein“

Neben den allgemein für Venenkranke gültigen Ratschlägen, werden spezielle Maßnahmen für Patientinnen/Patienten mit Beingeschwüren empfohlen, um die Abheilung zu unterstützen:

  • Bewegen Sie sich viel, um den Heilungsprozess zu fördern und die Bildung neuer Geschwüre zu verhindern.
  • Die beste Vorbeugung vor Komplikationen ist eine Kräftigung der Beinmuskulatur.
  • Tragen Sie immer medizinisch verordnete Kompressionsstrümpfe, außer nachts und während längerer Bettruhe. Tragen Sie Ihre Kompressionsstrümpfe maximal ein halbes Jahr.
  • Verwenden Sie keine lokalen Antibiotika. Diese bringen nachgewiesenermaßen keine Verbesserung der Geschwürabheilung.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kann ich selbst tun bei Venenerkrankungen?

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