Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Mann mit Brustschmerzen © WavebreakMediaMicro

Angina pectoris: Ursachen & Symptome

Stechende Schmerzen in der Brust gelten als typische Symptome bei Angina pectoris. Eine koronare Herzkrankheit kann jedoch auch ohne Beschwerden auftreten. Die Schwere der Erkrankung hängt davon ab, welche Gefäße an welcher Stelle wie stark verengt sind. Die Bezeichnung Angina pectoris bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt „Brustenge“ . . .  

Risikofaktoren für koronare Herzkrankheit

Die Ursache einer Angina pectoris ist in den meisten Fällen eine koronare Herzkrankheit (KHK). Dabei kommt es zu Veränderungen an den Herzkranzgefäßen. Die sogenannte Arteriosklerose, die sich als Verhärtung, Verdickung, Elastizitätsverlust und Einengung der Arterien zeigt, wird umgangssprachlich auch als Arterienverkalkung bezeichnet. In diesen arteriosklerotischen Veränderungen – auch Plaques genannt – kommt es zu Fettablagerungen und Bindegewebswucherungen. Dadurch wird der Gefäßdurchmesser immer geringer, und es kann zu einer massiven Gefäßverengung kommen. Die Folge ist eine schlechte Sauerstoffversorgung des Herzmuskels bei vermehrter Herzarbeit.

Folgende Faktoren können das Risiko für eine koronare Herzkrankheit wie Angina pectoris erhöhen:

  • Hypercholesterinämie: Deutlich gesteigertes Risiko bei erhöhtem Gesamt- und LDL-Cholesterin; ein erhöhtes HDL-Cholesterin wirkt dagegen herzschützend.
  • Bluthochdruck: Das Risiko steigt bei Werten über 130/85 mmHg linear an. Weitere Informationen unter  Bluthochdruck.
  • Diabetes mellitus: Aufgrund des erhöhten Blutzuckerspiegels liegt die Gefahr einer Gefäßverengung vier- bis sechsmal höher als bei Nichtdiabetikerinnen und -diabetikern.
  • Genetische Vorbelastung: Es besteht ein erhöhtes Risiko bei positiver Familienkrankengeschichte für kardiovaskuläre Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall oder plötzlicher Herztod) von direkten Angehörigen.
  • Alter und Geschlecht: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, bei Männern bereits ab dem frühen Erwachsenenalter, bei Frauen etwas später – abhängig vom Beginn der Wechseljahre.
  • Erhöhte Neigung zur Bildung von Thromben (z.B. bei Hyperfibrinogenämie): Besonders im Rahmen anderer Erkrankungen, wie z.B. bei Infektionen, Tumoren und starkem Übergewicht, kann eine Hyperfibrinogenämie auftreten.
  • Rauchen: 20 Prozent aller koronaren Herzkrankheiten sind mit Rauchen assoziiert. Das Risiko steigt mit der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten und der Anzahl der Jahre, in denen geraucht wurde.
  • Erhöhtes Körpergewicht und Bewegungsmangel.

Gesunder Lebensstil beugt vor

Durch entsprechende Maßnahmen können außer der genetischen Veranlagung, dem Alter und dem Geschlecht alle Risikofaktoren positiv beeinflusst werden. Ziel aller Vorbeugemaßnahmen ist es, die Entwicklung von Atherosklerose zu verhindern bzw. zu verlangsamen. Wichtig sind v.a. die Senkung von Bluthochdruck sowie erhöhten Blutfetten sowie eine effiziente Blutzuckereinstellung, andererseits eine Umstellung des Lebensstils. Empfohlen werden v.a.:

  • Ausgewogene Ernährung: Eine „mediterrane“ Kost mit regelmäßigem Verzehr von Obst, Salat, Gemüse, Olivenöl, Fisch und mäßigem Weinkonsum senkt das Risiko für koronare Herzkrankheit maßgeblich.
  • Übergewicht vermeiden bzw. reduzieren,
  • regelmäßige Bewegung,
  • kein oder wenig Alkohol,
  • nicht Rauchen.

Symptome

Typische Beschwerden sind Schmerzen im Brustraum, die von Betroffenen häufig als dumpf, einschnürend oder drückend, bohrend oder brennend empfunden werden und teilweise mit Luftnot und Angst verbunden sind. Sie beruhen auf einer Unterversorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut. Die Beschwerden können auch in andere Körperregionen ausstrahlen, z.B. in die Schultern, Arme und Hände (mehr links als rechts), manchmal auch in die Unterkieferregion, in den Nacken, Rücken und Oberbauch. Meist treten die Symptome während körperlicher oder psychischer Belastung auf. Bei Männern stehen meist die Schmerzen im Vordergrund, Frauen leiden vor allem unter Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel, Schweißausbruch und Angst.

Formen der Angina pectoris

Unterschieden werden zwei Hauptformen:

  • Stabile Angina pectoris (Präinfarktsyndrom): Die Beschwerden treten in gleicher Art und Weise über einen längeren Zeitraum bei ähnlicher körperlicher oder psychischer Belastung (Stress) auf. Sie dauern wenige Minuten an und reagieren prompt auf Nitroglyzerin-Gabe (z.B. Nitrospray). Weitere mögliche Auslöser sind v.a. Kälte oder üppige Mahlzeiten. Nach dem Schweregrad werden vier Stadien unterschieden (laut Empfehlung der Canadian Cardiovascular Society):
    • Stadium I: Keine Angina pectoris im Alltag.
    • Stadium II: Angina pectoris bei stärkerer Anstrengung (Bergaufgehen, schnelles Laufen in Kälte o.ä.) sowie bei psychischem Stress.
    • Stadium III: Angina pectoris bei leichter körperlicher Belastung, etwa beim Gehen in der Ebene oder Alltagsaktivitäten.
    • Stadium IV: Ruhebeschwerden bzw. Beschwerden bei geringster körperlicher Belastung.

  • Instabile Angina pectoris: Sie kann sich aus der stabilen Form heraus entwickeln. Die Anfälle nehmen entweder in ihrer Intensität oder Dauer bei gleichzeitig abnehmender Leistungsfähigkeit zu oder ein Anfall tritt plötzlich trotz bisherigem Wohlbefinden auf.
    Der instabilen Angina pectoris liegt häufig eine Plaque-Ruptur mit folgender Thrombusbildung zugrunde. Die Übergänge zwischen einer instabilen Angina pectoris ohne Untergang von Herzmuskelzellen und dem akuten Herzinfarkt (Myokardinfarkt) mit Absterben von Herzmuskelzellen - messbar anhand einer Erhöhung der sogenannten Nekrosemarker Troponin I und Troponin T bzw. Creatinphosphokinase (CPK) -  sind fließend und häufig nicht klar zu trennen. Daher werden alle Phasen der instabilen Angina pectoris bis hin zum Herzinfarkt unter dem Begriff des akuten Koronarsyndroms zusammengefasst. Die Unterscheidung fällt anhand der EKG-Veränderungen und des Auftretens bzw. Fehlens von Nekrosemarkern im Blut. Da es beim Herzinfarkt und der instabilen Angina pectoris keine Unterschiede in den Symptomen gibt, werden diese bis zur endgültigen Diagnosestellung auch als akutes Koronarsyndrom zusammengefasst.
Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse