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Ultraschalluntersuchung © Monkey Business

Angeborene Herzfehler: Symptome, Diagnose,Therapie

Angeborene Herzfehler können sehr vielgestaltig sein, nur einen oder mehrere Teile des Herzens (z.B. die Herzklappen, die Scheidewand) oder die herznahen Gefäße betreffen. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um rechtzeitig geeignete Maßnahmen durchführen zu lassen. Durch die großen Fortschritte bei der Behandlung angeborener Herzfehler in den letzten Jahrzehnten überleben inzwischen zirka 90 Prozent der betroffenen Kinder und erreichen das Erwachsenenalter . . .

Die möglichen Folgen eines angeborenen Herzfehlers sind:

  • Kleine Defekte verursachen oft keinerlei Beschwerden, in manchen Fällen ist lediglich ein Herzgeräusch festzustellen.
  • Bei größeren Defekten können u.a. folgende Symptome auftreten:
    • Blausucht (Zyanose),
    • schnelle Atmung,
    • vermehrtes Schwitzen,
    • Trinkschwierigkeiten,
    • Gedeihstörungen,
    • vermehrte Atemwegsinfekte,
    • Herzrhythmusstörungen,
    • Blutdruckstörungen,
    • Wassereinlagerungen (Ödeme).

Diagnose

Angeborene Herzfehler sollten möglichst früh erkannt werden, um rechtzeitig geeignete Maßnahmen wie z.B. Operationen planen bzw. durchführen zu können. Viele schwere Herzfehler können bereits vor der Geburt mittels Ultraschall festgestellt werden. Nach der Geburt sind v.a. das Abhören des Herzens mit dem Stethoskop, EKG sowie ein Herzultraschall hilfreich. Für komplexe Fehler wird ergänzend eine Herzkatheteruntersuchung oder Magnetresonanztomographie (MRT) vorgenommen.

Therapie

Die Folge vieler – v.a. größerer – angeborener Herzfehler ist, dass das Blut nicht so zirkuliert, wie es eigentlich sollte. Oft mischen sich sauerstoffreiches und sauerstoffarmes Blut. Oberstes Behandlungsziel ist es, eine möglichst normale Blutzirkulation zu erreichen. Welche Maßnahmen im Einzelfall erforderlich sind, richtet sich nach den individuellen Gegebenheiten. Folgende Möglichkeiten stehen u.a. zur Auswahl:

  • Manche Defekte heilen von selbst ab oder sind so klein, dass sie keine Behandlung erfordern.
  • In manchen Fällen werden Medikamente (v.a. Prostaglandin) eingesetzt, um Verbindungen offenzuhalten, die sich nach der Geburt normalerweise schließen (Ductus arteriosus).
  • Mittels herzchirurgischer Eingriffe werden z.B. Löcher mittels Naht oder Flicken (Patches) geschlossen, Verengungen erweitert oder Blutgefäße versetzt. Manche Eingriffe sind unmittelbar nach der Geburt notwendig, andere zu einem späteren Zeitpunkt, gegebenenfalls auch in einem mehrstufigen Verfahren.
  • Über eine Katheterintervention werden Defektverschlüsse in Form von z.B. Schirmchen (Devices) implantiert. Darüber hinaus können u.a. Verengungen der Herzklappen mittels Ballondilatation erweitert oder in verengte Arterien Gefäßstützen (Stents) eingebracht werden. Für manche Herzfehler kann dadurch sogar ein chirurgischer Eingriff vermieden werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Diagnose angeborener Herzfehler sind folgende Stellen zuständig:

  • Fachärztin/Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe: meist bereits im Rahmen der Schwangerenbetreuung,
  • Krankenhausabteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe,
  • Fachärztin/Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde.

Die Behandlung angeborener Herzfehler erfolgt an einer kinderkardiologischen Abteilung.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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