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Symbolbild Gehirn © goa novi

Demenz: Was ist das?

In Österreich sind laut Schätzungen rund 130.000 Menschen an einer Demenz erkrankt. Da die meisten Erkrankten, rund 75 Prozent, im familiären Umfeld – von der Ehepartnerin/vom Ehepartner oder von den Kindern – betreut werden, sind ungefähr viermal so viele Personen direkt oder indirekt betroffen. Schätzungen gehen von rund 500.000 erkrankten Personen aus. Demenz entsteht vor allem bei älteren Menschen. In der Bevölkerung wird aufgrund des wachsenden Anteils alter Menschen in den nächsten Jahrzehnten ein deutlicher Anstieg der Demenzerkrankungen erwartet.

Häufigkeit ist altersabhängig

Die Häufigkeit (Prävalenz) von Demenzerkrankungen beginnt im fortgeschrittenen Alter deutlich anzusteigen.

  • In der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen leiden rund 7 von 1.000 Frauen bzw. 6 von 1.000 Männern an einer Demenz.
  • In der Altersgruppe der 85- bis 89-Jährigen sind rund 140 von 1.000 Frauen und rund 90 von 1.000 Männer von einer Demenz betroffen.

Die meisten älteren Demenzpatientinnen und -patienten (rund 60 bis 80 Prozent) leiden an der Alzheimer-Krankheit. 

Formen der Demenz

Eine krankhafte Veränderung des Gehirns (primäre Demenz) kann durch eine degenerative Veränderung (Schrumpfung) des Gehirns oder durch eine chronische Störung der Blutzufuhr (vaskuläre Ursachen) hervorgerufen werden, aber auch eine Kombination beider Ursachen ist möglich.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass die verschiedenen Formen nicht scharf zu trennen sind und oft in einer Mischform auftreten. Auch von den Symptomen her sind die Demenzformen oft schwer zu unterscheiden. Die häufigste Demenzform ist die Alzheimer-Demenz mit ca. 60 bis 80 Prozent aller Fälle. Vaskuläre Demenzen allein bzw. in einer Mischform mit Morbus Alzheimer treten in rund zehn bis 20 Prozent der Fälle auf.

Symptome

  • Nachlassen des Gedächtnisses.
  • Beeinträchtigung geistiger Funktionen, z.B. Sprache, Denkvermögen, Urteilsfähigkeit, örtliche und zeitliche Orientierung etc. Bei bestimmten Demenzformen (z.B. Parkinson-Demenz) ist auch die Motorik betroffen.
  • Beeinträchtigung der Aktivitäten des täglichen Lebens bzw. Basisaktivitäten, z.B. Waschen, Ankleiden, persönliche Hygiene etc.
  • Chronisch fortschreitender Verlauf (Verschlechterung) mit Persönlichkeitsveränderungen bzw. Verhaltensauffälligkeiten.

Andere Erkrankungsursachen

Bei einer sogenannten sekundären Demenz liegt keine krankhafte Veränderung des Gehirns sondern eine andere Haupterkrankung vor. In diesen Fällen können die Symptome der Demenz, vor allem das Leitsymptom der Vergesslichkeit, nach Besserung bzw. Heilung der eigentlichen Grunderkrankung eventuell wieder zurückgehen.

Beispiele für sekundäre Demenzsymptome:

  • Alkoholismus,
  • Vergiftungen z.B. durch Trichloräthylen, Kohlenmonoxid oder Schwermetalle,
  • unerwünschte Medikamentenwirkungen (Wechselwirkungen, Überdosierungen),
  • mangelnde Ernährung (z.B. Vitamin- oder Eisenmangel) oder mangelnde Flüssigkeitszufuhr,
  • Infektionen und Entzündungen mit hohem Fieber,
  • Organerkrankungen (z.B. Gefäß- oder Herzerkrankungen, Schilddrüsenhormonstörung bzw. Unterfunktion der Schilddrüse mit Schilddrüsenhormonmangel, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse),
  • Epilepsie,
  • multiple Sklerose,
  • Neurosyphilis,
  • Gehirnentzündung (Enzephalitis),
  • Hirntumor,
  • Gehirnerschütterung, Schädel-Hirn-Trauma,
  • psychische Ursachen (Angst, Depression, Trauer, Einsamkeit, geistige Inaktivität) sowie
  • Soziale Ursachen (Pensionierung, Konflikte, Vereinsamung, Ablehnung, lang anhaltender Stress).

Behandlung & Betreuung

Degenerative Demenzerkrankungen, wie Morbus Alzheimer, sind nicht heilbar. Ein wichtiges Ziel der Behandlung ist, die geistige Leistungsfähigkeit und die Alltagsfertigkeiten so lange wie möglich zu erhalten sowie Verhaltensstörungen und andere Begleitsymptome zu lindern. Je nach Stadium der Erkrankung verändern sich die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten.

Um die passende Behandlung zu finden, ist eine gute Zusammenarbeit mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt wichtig, bei der auch die Betreuungspersonen eine sehr wichtige Rolle spielen. Neben Medikamenten helfen verschiedene nicht-medikamentöse Maßnahmen, wie das gezielte Training von Alltagsaktivitäten, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Zu den Aufgaben der behandelnden Ärztin/des behandelnden Arztes zählen (neben der Diagnose):

  • Auswahl der Medikation,
  • Vorschläge für nicht-medikamentöse Therapiemaßnahmen,
  • Information und Aufklärung über die Erkrankung, ihren Verlauf sowie über Unterstützungs- und Betreuungsmöglichkeiten,
  • Verlaufskontrolle und Anpassung der Therapie.

Beratung & Hilfe

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