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Ältere Dame mit Schleife auf dem Finger © Daisy Daisy
Ältere Dame mit Schleife auf dem Finger © Daisy Daisy

Demenz: Was ist das?

Demenz ist ein Oberbegriff für krankhafte Veränderungen des Gehirns, die mit einem fortschreitenden Verlust bestimmter geistiger Funktionen wie Denken, Orientierung und Lernfähigkeit etc. einhergehen. Damit verbunden nehmen die kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten ab. Je nach Form und Ursache der Demenzerkrankung sind v.a. das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache sowie die Motorik betroffen. Bei einigen Formen der Demenz kann es auch zu Veränderungen in der Persönlichkeit kommen. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind nicht zur Gänze geklärt. Die häufigste Form der Demenzerkrankung ist die Alzheimer-Krankheit.

Was ist eine Demenz?

Bei Demenz handelt es sich um einen krankheitsbedingten, erworbenen und fortschreitenden Verlust von Leistungen höherer Gehirnfunktionen. Diese müssen über mindestens sechs Monate bestehen. Kognitive Fähigkeiten wie die Merk- und Lernleistung als auch die Auffassungsgabe, Sprache, Orientierung sowie das Denk- und Abstraktionsvermögen, emotionale und soziale Fähigkeiten können (zunehmend) beeinträchtigt sein. Im Laufe der Erkrankung sind Veränderungen der Persönlichkeit und plötzliche Gemütsschwankungen mögliche Folgen. Zusätzlich können Störungen des Verhaltens oder der Motorik auftreten. Die selbstständige Erledigung von Alltagsaufgaben wird zunehmend erschwert.

Hinweis Das Erkrankungsbild wird auch als neurokognitive Störung bezeichnet.

Wie häufig ist Demenz?

Laut einer Schätzung der WHO gibt es weltweit fast 50 Millionen Menschen, die von Demenz betroffen sind. In Österreich leben laut aktuellen Schätzungen 115.000 bis 130.000 Menschen mit einer Form von Demenz. Daher wird sich in der Bevölkerung aufgrund des wachsenden Anteils alter Menschen die Anzahl der an Demenz Erkrankten bis zum Jahr 2050 verdoppeln.

Häufigkeit ist altersabhängig

Die Häufigkeit (Prävalenz) von Demenzerkrankungen beginnt im fortgeschrittenen Alter deutlich anzusteigen. Das steigende Alter gilt daher als Hauptrisikofaktor für Demenz. Der Anteil der Demenz-Betroffenen in der jeweiligen Altersgruppe erhöht sich ab einem Alter von über 60 Jahren exponentiell:

  • In der Altersgruppe der 65-70-Jährigen sind fünf von 1.000 Personen von Demenz betroffen.
  • In der Altersgruppe der 85-Jährigen und Älteren sind bereits 60 bis 80 von 1.000 Personen von Demenz betroffen.
  • In der Altersgruppe der über 90-Jährigen sind 300 von 1.000 Menschen von Demenz betroffen.

Die meisten älteren Demenzpatientinnen und -patienten (rund zwei Drittel) leiden an der Alzheimer-Krankheit.

Welche Formen und Ursachen gibt es bei Demenz?

Prinzipiell kann zwischen der primären und sekundären Demenz bzw. primären und sekundären Ursachen für eine Demenz unterschieden werden.

Primäre Demenz

Die primäre Demenz wird durch eine degenerative Veränderung des Gehirns hervorgerufen. Zu den primären Demenzen zählen (neuro-)degenerative Demenzerkrankungen wie

  • Alzheimer-Krankheit (mit einem Anteil von 2/3 ist sie die häufigste Form).
  • Lewy-Körperchen-Erkrankung (LKE) (ca. zehn bis 15 Prozent aller Demenzen)
    Bei der Demenz mit Lewy-Körperchen finden sich neben den Alzheimer-Plaques und Neurofibrillen noch weitere Eiweißablagerungen (Lewy-Körperchen) in den Nervenzellen der Großhirnrinde. Lewy-Körperchen in den Nervenzellen des Hirnstamms sind für das Parkinson-Syndrom charakteristisch.
  • Demenz bei Parkinson (PDD).
  • Demenz bei frontotemporaler Lobärdegeneration (FTD) (ca. fünf Prozent).
    Die Fronto-temporale Demenz betrifft eher jüngere Patientinnen/Patienten (um das 50. Lebensjahr). Die Ursache dieser Demenz beruht auf der Schrumpfung des Stirnlappens bzw. der Schläfenlappen. Typische Symptome sind v.a. eine Wesensveränderung und eine Störung der Verarbeitung von Emotionen. In manchen Fällen kann es zu einem isolierten, langsamen voranschreitenden Verlust der Sprache (Aphasie) kommen.
  • Demenz bei Chorea Huntington.

und die vaskuläre Demenz (ca. zehn bis 15 Prozent aller Demenzen). Die Hauptursache der vaskulären Demenz ist eine Schädigung der Gefäße durch Arteriosklerose. In Folge dessen kommt es zu langfristigen Durchblutungsstörungen im Gehirn. Menschen, mit Diabetes mellitus oder Bluthochdruck (Hypertonie) haben ein erhöhtes Risiko für Veränderungen der kleinen Blutgefäße im Gehirn. Vaskuläre Demenzen können als Folge eines Schlaganfalles oder mehrerer kleiner Schlaganfälle auftreten.

In Fachkreisen geht man davon aus, dass die verschiedenen Formen der Demenz meist nicht klar zu trennen sind. Oft treten Mischformen auf, wobei meist die Symptomatik einer Erkrankung dominiert. Die häufigste Demenzform ist die Alzheimer-Demenz mit ca. 60 bis 80 Prozent aller Fälle. Vaskuläre Demenzen allein bzw. in einer Mischform mit Morbus Alzheimer treten in rund zehn bis 20 Prozent der Fälle auf.

Sekundäre Demenz

Bei einer sekundären Demenz liegt keine krankhafte Veränderung des Gehirns, sondern eine andere Haupterkrankung vor. Sie sind im Vergleich zu primären Demenz-Erkrankungen deutlich seltener. Die Symptome der Demenz, vor allem das Leitsymptom der Vergesslichkeit, kann nach Besserung bzw. Heilung der eigentlichen Grunderkrankung eventuell wieder zurückgehen.

Beispiele für sekundäre Demenz-Symptome:

  • Alkohol-Krankheit
  • Vergiftungen z.B. durch Trichloräthylen, Kohlenmonoxid oder Schwermetalle,
  • unerwünschte Medikamentenwirkungen ( Wechselwirkungen, Überdosierungen),
  • mangelnde Ernährung (z.B. Vitamin- oder Eisenmangel) oder mangelnde Flüssigkeitszufuhr,
  • Infektionen und Entzündungen mit hohem Fieber,
  • Organerkrankungen (z.B. Gefäß- oder Herzerkrankungen, Schilddrüsenhormonstörung bzw. Unterfunktion der Schilddrüse mit Schilddrüsenhormonmangel, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse),
  • Epilepsie,
  • multiple Sklerose,
  • Neurosyphilis,
  • Gehirnentzündung (Enzephalitis),
  • Hirntumor,
  • Gehirnerschütterung, Schädel-Hirn-Trauma,
  • psychische Ursachen (Angst, Depression, Trauer, Einsamkeit, geistige Inaktivität) sowie
  • soziale Ursachen (Pensionierung, Konflikte, Vereinsamung, Ablehnung, lang anhaltender Stress).

Welche Symptome treten bei einer Demenz-Erkrankung auf?

Die genauen Symptome bei einer Demenz-Erkrankung hängen von der Art der Erkrankung und der Ursache ab. Häufig handelt es sich um eine nicht heilbare, fortschreitende Erkrankung. Der Verlauf kann allerdings gemildert werden. Zu häufigen Symptomen zählen:

  • Nachlassen des Gedächtnisses,
  • Beeinträchtigung geistiger Funktionen, z.B. Sprache, Denkvermögen, Urteilsfähigkeit, örtliche und zeitliche Orientierung, Aufmerksamkeit, Konzentration, räumlich-konstruktive Leistung und Abrufleistung. Bei bestimmten Demenzformen (z.B. Parkinson-Demenz) ist auch die Motorik betroffen.
  • Beeinträchtigung bei Alltagsaktivitäten (z.B. Waschen, Ankleiden, persönliche Hygiene).
  • Chronisch fortschreitender Verlauf (Verschlechterung) mit Persönlichkeitsveränderungen bzw. Verhaltensauffälligkeiten.

Hinweis Bei Demenz-Erkrankungen liegt keine Bewusstseinsstörung vor.

Wie erfolgt die Behandlung bei Demenz?

Degenerative Demenz-Erkrankungen, wie Morbus Alzheimer, sind nicht heilbar. Ein wichtiges Ziel der Behandlung ist, die geistige Leistungsfähigkeit und die Alltagsfertigkeiten so lange wie möglich zu erhalten sowie Verhaltensstörungen und andere Begleitsymptome zu lindern. Je nach Stadium der Erkrankung verändern sich die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten.

Um die passende Behandlung zu finden, ist eine gute Zusammenarbeit mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt wichtig, bei der auch die Betreuungspersonen eine sehr wichtige Rolle spielen. Neben Medikamenten helfen verschiedene nicht-medikamentöse Maßnahmen, wie das gezielte Training von Alltagsaktivitäten, die die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Zu den Aufgaben der behandelnden Ärztin/des behandelnden Arztes zählen (neben der Diagnose):

  • Auswahl der Medikation,
  • Vorschläge für nicht-medikamentöse Therapiemaßnahmen,
  • Information und Aufklärung über die Erkrankung, ihren Verlauf sowie über Unterstützungs- und Betreuungsmöglichkeiten,
  • Verlaufskontrolle und Anpassung der Therapie.

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