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Medizinische Versorgung einer Brandwunde © Rotes Kreuz/Media-Datenbank

Notfall: Verbrennung

Eine Verbrennung ist eine Schädigung der Haut durch Hitze. Je nach Dauer und Intensität der Hitzeeinwirkung kommt es zu unterschiedlichen Hautschäden. Großflächige Verbrennungen sind besonders gefährlich, da sich diese Verletzungen neben der unmittelbaren Zerstörung der Haut auf den ganzen Körper auswirken . . .

Die Haut ist die Abgrenzung unseres Körpers zu seiner Umwelt und besteht aus folgenden drei Schichten:

  • Epidermis: Die oberste Hautschicht besteht aus verhornten und abgestorbenen Hautzellen.
  • Dermis (Corium): Die zweite Hautschicht, die Lederhaut, besteht aus lockerem elastischem Bindegewebe. Zusätzlich enthält sie Haarbläschen, Schweiß-, Duft- und Talgdrüsen.
  • Subkutis: Die Unterhaut besteht aus lockerem Bindegewebe, in das kleine kissenförmige Fettpolster eingelagert sind.

Nähere Informationen zu Aufbau und Funktionen der Haut finden Sie unter Die Haut.

Symptome bei Verbrennung

Die Symptome sind abhängig von der Dauer und Intensität der Hitzeeinwirkung. Verbrennungen werden daher nach Ausdehnung sowie Tiefe beurteilt und in vier Grade eingeteilt:

  • Verbrennung ersten Grades: Rötung, Schwellung, Schmerzen, nur die Epidermis betroffen, heilt narbenlos ab.
  • Verbrennung zweiten Grades: Hautrötung, Blasenbildung, starke Schmerzen.
    2a Verbrennung: Epidermis und Dermis betroffen, vollständige Heilung.
    2b Verbrennung: tiefe Dermisbeteiligung, heilt nicht narbenlos ab.
  • Verbrennung dritten Grades: Dermis und Subkutis betroffen schwarz-weiße Gewebeschäden, keine Schmerzen, da Zerstörung der Nervenendigungen, irreversible Hautschäden.
  • Verbrennung vierten Grades: alle Hautschichten und darunter liegende Knochen/Gewebshäute betroffen, Verkohlung bis in die Muskel- und Bindegewebeschichten, keine Schmerzen, irreversible Gewebeschäden.

Hinweis Verbrennungen dritten und vierten Grades zerstören Nervenendigungen, so dass kein Schmerzempfinden mehr möglich ist.

Die Verbrennung löst, je nach Tiefe und Ausdehnung, nicht nur lokale, sondern auch den ganzen Körper betreffende Reaktionen aus. Eine Verbrennung zweiten Grades bei einer Verbrennungsfläche von mehr als 20 Prozent führt zur lebensbedrohlichen Verbrennungskrankheit. Dabei kommt es sekundär zum Kreislaufschock und einer entzündlichen Allgemeinreaktion des Körpers. Im schlimmsten Fall mit Funktionsverlust anfangs völlig unbeteiligter Organe (z.B. akutes Nierenversagen). Bei Kindern und Säuglingen ist die Gefahr schon bei einer Ausdehnung von zehn bzw. fünf Prozent gegeben. Zur Abschätzung der Ausdehnung wird die Neunerregel nach Wallace verwendet. Mit dieser Methode wird ermittelt, wie viel Prozent der Körperoberfläche verbrannt sind:

Körperteil Erwachsene
(% verbrannte Körperfläche)
Kinder bis 5 Jahre
(% verbrannte Körperfläche)
Säugling
(% verbrannte Körperfläche)
Arm (je Arm) 9 9 10 
Kopf 9 16 20
Brust und Bauch 18 16 15
Rücken 18 16 15
Bein (je Bein) 18 17 15
Genitalbereich 1  -   - 


Erste-Hilfe-Maßnahmen

Bei Verbrennungen ist die Erste Hilfe lebensrettend. Frühzeitige Maßnahmen verhindern eine weitere Hautschädigung und können die Überlebenschancen deutlich erhöhen. Beachten Sie bei allen Maßnahmen den Eigenschutz. Entscheidend für das Vorgehen ist die Schwere der Verbrennung.

Kleine Verbrennungen oder Verbrühungen:

  • Bei einer Verbrühung: Kleider sofort entfernen.
  • Bei einer Verbrennung: Kleider nur entfernen, wenn sie nicht an der Haut haften.
  • Betroffene Körperstelle unter handwarmem Wasser kühlen.
  • Leichte Verbrennungen oder Verbrühungen ohne Blasenbildung benötigen keine weitere Versorgung (eventuell Spezialverband von der Ärztin/vom Arzt).

Großflächige Verbrennungen oder Verbrühungen:

  • Kleiderbrand sofort mit Wasser löschen oder die Flammen mit einer dicken Decke ersticken.
  • Notruf 144 oder 112 wählen.
  • Bei einer großen Verbrühung: Kleider sofort entfernen.
  • Bei großen Verbrennungen: Kleidung am Körper lassen, diese haften an der Haut. Ein Entfernen verursacht weitere Hautverletzungen.
  • Mit einem sterilen Brandtuch Wunden abdecken.
  • Keine „Hausmittel“ wie Puder, Öle usw. verwenden.
  • Verbrannte Person in Aludecke einwickeln und auf Rettungsdienst warten.

Wissenswertes zu Verbrennungen

Verbrennungen haben unterschiedliche Ursachen. Der häufigste Grund sind Brandverletzungen durch Flammen. Es folgen Verbrennungen durch Verbrühungen, chemische Stoffe oder elektrische Einwirkung. Die Veränderungen in einer Brandwunde werden nach Jackson in drei Zonen aufgeteilt:

  • Koagulationszone: So wird der Kern der thermischen Schädigung bezeichnet. Dabei werden die Zellstrukturen aufgrund des Zerfalls von Eiweißen zerstört.
  • Stasezone: Diese Zone liegt um den Kern der thermischen Schädigung. Dort kommt es zur Beeinträchtigung von Zellfunktionen und zur eingeschränkten Durchblutung, jedoch zu keiner dauerhaften Zerstörung von Zellstrukturen.
  • Vermehrte Durchblutungszone: Diese Zone ist nicht direkt von der thermischen Schädigung betroffen. Durch lokale Kompensationsmechanismen kommt es zu verstärkter Durchblutung (Hyperämie) und zum Abtransport der Wärme.

Verbrennungsopfer benötigen eigene Zentren, da ihre Versorgung mit großem Aufwand verbunden ist. Zum Beispiel ist durch die großflächige Zerstörung der Haut keine normale Temperaturregelung möglich. Aus diesem Grund ist es auf Verbrennungsstationen sehr warm. Weiters besteht eine sehr hohe Infektionsgefahr, so dass eine Belüftung wie in einem Operationssaal notwendig ist.

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