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Erste Hilfe bei älteren Frau © Rotes Kreuz/Media-Datenbank

Notfall: Schlaganfall

Der Schlaganfall ist eine plötzlich auftretende Erkrankung des Gehirns und gehört in die Gruppe der Herz-Kreislauf-Erkrankungen Bei dieser Erkrankung wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Die Ursache ist ein verstopftes oder ein geplatztes Gefäß. Mit jeder Minute der Durchblutungsstörung wird das Gehirn mehr geschädigt. Wie beim Herzinfarkt, spielt auch beim Schlaganfall Zeit eine entscheidende Rolle. Eine optimale Versorgung beginnt bereits bei der Ersten Hilfe . . .

Symptome eines Schlaganfalls

Die Symptome bei einem Schlaganfall sind abhängig von der Lokalisation und Größe des geschädigten Hirnareals. Bei einem Schlaganfall sollten die Ersthelfer, meist Angehörige, Freunde oder Arbeitskollegen, die Symptome deuten können und unverzüglich den Notruf wählen. Eine schnelle Rettungskette hilft, die Folgeschäden zu minimieren.

  • Halbseiten-Lähmung: z.B. kann ein Mundwinkel herabhängen. Arm und/oder Bein sind schlaff und kraftlos.
  • Gefühllosigkeit bzw. Taubheit an verschiedenen Körperregionen (meist Arm, Bein oder Gesicht): z.B. plötzliche Ungeschicklichkeit der Hand bzw. fühlt sich die Hand „fremd“ an.
  • Sprachstörung oder Sprachverständnisstörungen: verwaschene Sprache (Lallen), Silbenverdrehungen, Sprachverlust und/oder Verständnisstörungen (z.B. falsches Befolgen von Anweisungen oder sinnloser Wortschwall).
  • Plötzliche Sehschwäche/Sehstörungen: Sehen von Doppelbildern, verschwommenes Sehen, einseitiger Sehverlust, halbseitige Gesichtsfeldausfälle.
  • Plötzliche starke Kopfschmerzen können auf eine Gehirnblutung hinweisen.
  • Benommenheit, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen oder Koordinationsschwäche: unsicherer Gang mit Fallneigung (besonders zu einer Seite hin).

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Beim Schlaganfall kann möglicherweise die/der Erkrankte trotz bestehendem Bewusstsein nicht sprechen. Deshalb ist eine beruhigende und aufklärende Kommunikation mit der/dem Betroffenen sehr wichtig und ein Teil der Ersten Hilfe.

  • Person beruhigen und über weitere Maßnahmen aufklären
  • Notruf 144 oder 112 wählen oder an einen anderen delegieren
  • Die/der Erkrankte soll sich hinlegen, mit leicht erhöhter Kopfposition
  • Da die/der Betroffene eventuell nicht mit der Umwelt kommunizieren kann, ist eine regelmäßige Kontrolle des Bewusstseins und der Atmung unbedingt notwendig
  • Lockern Sie die Kleidung zur Erleichterung der Atmung, und decken Sie die Person zu
  • Betreuen Sie die Erkrankte/den Erkrankten, bis der Rettungsdienst eintrifft (wenn möglich nicht alleine lassen!)

Bei plötzlicher Bewusstlosigkeit:

  • Bewusstsein überprüfen: ansprechen und sanft schütteln
  • Laut um Hilfe rufen: Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam machen!
  • Atmung prüfen: „hören, sehen, fühlen“ für max. 10 Sekunden
  • Normale Atmung ist vorhanden: stabile Seitenlage und Notruf 144 oder 112 wählen. Wiederholt die Atmung prüfen!
  • Keine normale Atmung vorhanden: Notruf 144 oder 112 wählen und mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen!

Wissenswertes zum Schlaganfall

Hinter dem Symptom Schlaganfall können sich unterschiedliche Ursachen verbergen. Die Gemeinsamkeit aller Schlaganfallformen ist die Unterversorgung mit sauerstoffreichem Blut. Bei 80 Prozent der Erkrankten ist die Ursache ein Blutgerinnsel und bei 20 Prozent ein geplatztes Gefäß. In der medizinischen Fachsprache werden die unterschiedlichen Schlaganfälle wie folgt beschrieben.

Ischämischer Schlaganfall – der „echte“ Schlaganfall: Bei dieser Form kommt es zum Verschluss eines Gehirngefäßes. Durch den Verschluss werden die Nervenzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und sterben ab. Je nachdem, welches Hirnareal betroffen ist, treten bestimmte neurologische Symptome auf.

Transitorische ischämische Attacke (TIA) – das „Schlagerl“: Von einer „transitorischen ischämischen Attacke“ (TIA) sprechen Ärztinnen und Ärzte, wenn die neurologischen Symptome (z.B. Gefühlsstörungen in Arm und/oder Bein, Sehstörungen etc.) nur vorübergehend sind. Ausgelöst wird die TIA durch ein kleines Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß blockiert. Eine TIA endet, wenn das Gerinnsel plötzlich zerbröckelt und sich im Blut auflöst. Diese Attacken dauern meistens nur wenige Minuten, höchstens aber 24 Stunden. Bei den Betroffenen kommt es zu keinen bleibenden Schäden.

Hämorrhagischer Schlaganfall – die Hirnblutung: Die dritte Form des Schlaganfalls ist die Hirnblutung („hämorrhagischer Schlaganfall“). Dabei tritt Blut unter hohem Druck aus einem geplatzten, meist durch Arterienverkalkung vorgeschädigten Gefäß in das Hirngewebe ein. Die Symptome sind ähnlich denen des ischämischen Schlaganfalls. Eine eindeutige Unterscheidung ist nur mittels spezieller bildgebender Untersuchungen (CT, MRT) möglich.

In Österreich sind mehr als 20.000 Österreicher jährlich davon betroffen. Bei vielen Menschen kommt es vor dem Schlaganfall oft zu Vorzeichen. Dabei treten leichte neurologische Beschwerden auf wie z.B. plötzlich einsetzender Schwindel, plötzlicher kurzfristiger Gedächtnisverlust. Solche oder ähnliche Beschwerden sollten frühzeitig abgeklärt werden.

Nähere Informationen erhalten Sie unter Schlaganfall.

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