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Erste Hilfe bei älteren Frau © Rotes Kreuz/Media-Datenbank

Notfall: Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer plötzlich auftretenden Durchblutungsstörung des Gehirns. Ursache ist entweder ein verstopftes oder ein geplatztes Blutgefäß. In der Folge wird ein Teil des Gehirnes nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Das Gehirn reagiert ganz besonders sensibel auf einen Sauerstoffmangel: Schon nach wenigen Minuten treten dauerhafte Folgeschäden auf, mit jeder weiteren Minuten nehmen sie zu. Sofortiges Handeln ist bei einem Schlaganfall das Um und Auf.

Welche Symptome deuten auf einen Schlaganfall hin?

Bei einem Schlaganfall zählt wie bei kaum einem anderen Notfall die Zeit. Es gilt: Zeit ist Hirn; je früher die Anzeichen erkannt und entsprechend gehandelt wird, umso eher lassen sich dauerhafte Folgen vermeiden. Ersthelfer, meist Angehörige, Freunde oder Arbeitskollegen, müssen die Symptome deuten können und unverzüglich den Notruf wählen. Eine schnelle Rettungskette hilft, die Folgeschäden zu minimieren.

Mehr zum Thema: Schlaganfall – Was ist das?

Die Symptome bei einem Schlaganfall sind abhängig von der Lokalisation und Größe des geschädigten Hirnareals. Typisch ist, dass es zu unterschiedlichen Ausfallserscheinungen kommt, die Sie auf einfache Weise überprüfen können:

  • Eine plötzlich einsetzende, einseitige Lähmung ist immer ein Warnzeichen, z.B. kann ein Mundwinkel herabhängen oder ein Arm und/oder Bein sind plötzlich schlaff und kraftlos. Die/der Betroffene kann z.B. nicht vom Sessel aufstehen oder die Lippen können nicht mehr gespitzt werden (wie beim Pfeifen). Bitten Sie die/den Betroffenen zu lächeln: Ist das Gesicht dabei verzogen?

  • Gleichzeitig tritt typischerweise ein Taubheitsgefühl bzw. Gefühllosigkeit auf, z.B. an Arm, Bein oder im Gesicht. Dabei werden Berührungen nicht wahrgenommen oder es fällt eine plötzliche Ungeschicklichkeit der Hand bzw. des Beines auf. Bitten Sie die/den Betroffenen beide Arme nach vorne zu strecken oder anzuheben: Ist das möglich?

  • Sprachstörung oder Sprachverständnisstörungen: Die/der Betroffene hat plötzlich eine verwaschene Sprache (Lallen), verdreht Silben oder Buchstaben, findet keine Worte und/oder hat auch Verständnisstörungen (z.B. falsches Befolgen von Anweisungen oder sinnloser Wortschwall). Bitten Sie, die/den Betroffenen einen einfachen Satz nachzusprechen: Ist sie/er dazu in der Lage?

  • Plötzliche Sehschwäche/Sehstörungen: Sehen von Doppelbildern, verschwommenes Sehen, einseitiger Sehverlust, halbseitige Gesichtsfeldausfälle.

Weitere mögliche Anzeichen sind:

  • Plötzliche starke Kopfschmerzen können auf eine Gehirnblutung hinweisen.
  • Benommenheit, Schwindel
  • Gleichgewichtsstörungen oder Koordinationsschwäche, unsicherer Gang mit Fallneigung (besonders zu einer Seite hin).

Mehr zum Thema: Schlaganfall erkennen

Wie kann ich Erste Hilfe leisten?

Ein Schlaganfall ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Sobald Sie bei einem Mitmenschen die genannten Beschwerden erkennen – wählen Sie sofort den Notruf 144

Die/der Betroffene ist bei Bewusstsein

Beim Schlaganfall kann möglicherweise die/der Erkrankte trotz bestehendem Bewusstsein nicht sprechen. Deshalb ist eine beruhigende und aufklärende Kommunikation mit der/dem Betroffenen sehr wichtig und ein Teil der Ersten Hilfe.

  • Person beruhigen und über weitere Maßnahmen aufklären.
  • Die/der Erkrankte soll sich hinlegen, mit leicht erhöhter Kopfposition.
  • Da die/der Betroffene eventuell nicht mit der Umwelt kommunizieren kann, ist eine regelmäßige Kontrolle des Bewusstseins und der Atmung unbedingt notwendig.
  • Lockern Sie die Kleidung zur Erleichterung der Atmung.
  • Öffnen Sie die Fenster und sorgen Sie für Frischluft.
  • Decken Sie die Person gegebenenfalls zu.
  • Betreuen Sie die Erkrankte/den Erkrankten, bis der Rettungsdienst eintrifft (wenn möglich nicht alleine lassen!)

Die/der Betroffene ist bewusstlos bzw. verliert das Bewusstsein

  • Bewusstsein überprüfen: ansprechen und sanft schütteln.

  • Laut um Hilfe rufen: Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam machen!

  • Atmung prüfen: Kopf überstrecken, „hören, sehen, fühlen“ für max. zehn Sekunden.

    • Normale Atmung ist vorhanden: Bringen Sie die/den Betroffenen in stabile Seitenlage. Überprüfen Sie die Atmung immer wieder, bis die Rettungskräfte eingetroffen sind!

    • Keine normale Atmung vorhanden: Beginnen Sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen; 30x Herzdruckmassage, 2x beatmen.
      Mehr zum Thema: Erste-Hilfe-Maßnahmen

Nur innerhalb der ersten wenigen Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome kann unterversorgtes Hirngewebe gerettet werden. Es ist von entscheidender Bedeutung, bereits bei den ersten Anzeichen eines Schlaganfalles, die entsprechende Hilfe einzuleiten und die Zeit bis zum Eintreffen im Krankenhaus, dem Stellen der Diagnose und dem Beginn der entsprechenden Behandlung so gering wie möglich zu halten.

Mehr zum Thema: Akuter Schlaganfall Therapie

Wissenswertes zum Schlaganfall

Hinter dem Symptom Schlaganfall können sich unterschiedliche Ursachen verbergen. Die Gemeinsamkeit aller Schlaganfallformen ist die Unterversorgung mit sauerstoffreichem Blut. Bei 80 Prozent der Erkrankten ist die Ursache ein Blutgerinnsel und bei 20 Prozent ein geplatztes Gefäß. In der medizinischen Fachsprache werden die unterschiedlichen Schlaganfälle wie folgt beschrieben.

Ischämischer Schlaganfall – der „echte“ Schlaganfall: Bei dieser Form kommt es zum Verschluss eines Gehirngefäßes. Durch den Verschluss werden die Nervenzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und sterben ab. Je nachdem, welches Hirnareal betroffen ist, treten bestimmte neurologische Symptome auf.

Transitorische ischämische Attacke (TIA) – das „Schlagerl“: Von einer „transitorischen ischämischen Attacke“ (TIA) sprechen Ärztinnen und Ärzte, wenn die neurologischen Symptome (z.B. Gefühlsstörungen in Arm und/oder Bein, Sehstörungen) nur vorübergehend sind. Ausgelöst wird die TIA durch ein kleines Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß blockiert. Eine TIA endet, wenn das Gerinnsel plötzlich zerbröckelt und sich im Blut auflöst. Diese Attacken dauern meistens nur wenige Minuten, höchstens aber 24 Stunden. Bei den Betroffenen kommt es zu keinen bleibenden Schäden.

Hämorrhagischer Schlaganfall – die Hirnblutung: Die dritte Form des Schlaganfalls ist die Hirnblutung („hämorrhagischer Schlaganfall“). Dabei tritt Blut unter hohem Druck aus einem geplatzten, meist durch Arterienverkalkung vorgeschädigten Gefäß in das Hirngewebe ein. Die Symptome sind ähnlich denen des ischämischen Schlaganfalls. Eine eindeutige Unterscheidung ist nur mittels spezieller bildgebender Untersuchungen (Computertomografie, Magnetresonanztomografie) möglich.

In Österreich sind mehr als 20.000 Menschen jährlich davon betroffen. Bei vielen kommt es vor dem Schlaganfall oft zu Vorzeichen. Dabei treten leichte neurologische Beschwerden auf, wie z.B. plötzlich einsetzender Schwindel, plötzlicher kurzfristiger Gedächtnisverlust. Solche oder ähnliche Beschwerden sollten frühzeitig abgeklärt werden.

Ausführliche Informationen erhalten Sie unter Schlaganfall.

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