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Druckverband bei blutenden Unterschenkel ©Fotolia

Notfall: Blutungen

Verletzungen von großen Blutgefäßen können starke Blutungen hervorrufen. Bei diesen Notfällen muss sofort gehandelt werden, da die Gefahr des Verblutens besteht. Aufgrund des Blutverlustes kommt es zu einem sogenannten Schock. In diesem Schockzustand stimmt das Verhältnis Blutvolumen zu Gefäßvolumen nicht mehr, so dass der Körper auf ein Notprogramm umschaltet . . .

Symptome bei Blutungsschock

Der Körper versucht, den Blutverlust zu kompensieren. Dabei werden die kleinen Arterien (Arteriolen) und Venen (Venolen) verengt und somit der Blutdruck gehalten. Es kommt zu folgenden Symptomen:

  • Blassgraue und kühle Haut,
  • Zittern,
  • Kaltschweißigkeit,
  • Unruhe, eventuell Verwirrtheit oder Ängstlichkeit,
  • flache schnelle Atmung,
  • schneller Herzschlag sowie
  • Bewusstseinsstörung bis zur Bewusstlosigkeit.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Die erste und wichtigste Maßnahme ist das Stoppen oder zumindest das Eindämmen der Blutung. In diesem Fall ist die Erste Hilfe lebensrettend! Dabei ist wie folgt vorzugehen:

  • Die blutende Person sollte sich sofort hinsetzen oder -legen. Bei bereits offensichtlichen Schocksymptomen Beine hochlagern.
  • Wenn möglich, umgehend Druck auf die Wunde ausüben. Am besten die Person selbst drücken lassen, falls diese dazu in der Lage ist. Die verletzte Region z.B. Arm hochlagern.
  • Notruf 144 oder 112 wählen.
  • Organisieren Sie einen Verbandskasten und ziehen Sie zum Eigenschutz Einmalhandschuhe an.
  • Drücken Sie mit einer Wundauflage auf die Wunde bzw. legen Sie einen Druckverband an, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Achtung! Abbindungen sind nur erlaubt, wenn die Blutung nicht anders zu stoppen ist oder eine Extremität abgetrennt wurde. Diese können, je nach Verletzungslokalisation, nur am Oberarm oder Oberschenkel angelegt werden.


Bei Bewusstlosigkeit oder plötzlichem Bewusstseinsverlust gehen Sie wie folgt vor:

  • Bewusstsein überprüfen: ansprechen und sanft schütteln
  • Laut um Hilfe rufen: Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam machen!
  • Atmung prüfen: „hören, sehen, fühlen“ für max. zehn Sekunden.
  • Normale Atmung vorhanden: stabile Seitenlage, dann Notruf 144 oder 112 wählen (wenn noch nicht erfolgt). Wiederholt die Atmung prüfen!
  • Keine normale Atmung vorhanden: Notruf 144 oder 112 wählen (wenn noch nicht erfolgt), dann Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Wissenswertes zu Blutungen

Blut ist lebensnotwendig. Daher wird Blut auch als „flüssiges“ Organ bezeichnet. Seine Hauptaufgabe ist der Transport von Nährstoffen und Sauerstoff. Zusätzlich ist Blut an der Regulation des Temperatur- und Wasserhaushaltes, der Immunabwehr und der Wundheilung beteiligt. Jeder Mensch hat eine Gesamtblutmenge von etwa sieben bis acht Prozent seines Körpergewichtes, das entspricht einem Blutvolumen von vier bis sechs Litern. Ab einem Blutverlust von zirka 20 Prozent stellt der Körper auf einen Notfallmodus um, der als Schock bezeichnet wird.

Was ist ein Schock?

Der Blutungsschock ist in der medizinischen Fachsprache ein Flüssigkeitsmangelschock. Auch anhaltendes Erbrechen oder Durchfall kann dazu führen. Es gibt auch andere Schockarten: den allergischen, septischen, kardialen oder neurogenen Schock. Ihnen allen gemeinsam ist das lebensbedrohliche Zustandsbild, bei dem die Blutzirkulation in den kleinsten Gefäßen (Kapillaren) vermindert ist. Alle Folgen des Schockes entstehen weitgehend unabhängig von der Ursache. Durch die Ausschüttung von Alarmhormonen (Adrenalin und Noradrenalin) werden die kleinen Arterien (Arteriolen) und Venen (Venolen) enggestellt und der Herzschlag beschleunigt. In Folge dieser Reaktion kommt es kurzfristig zur Blutdruckstabilisierung.

Damit ist aber nur noch die Durchblutung für Gehirn, Herz, Leber und Nieren gewährleistet. Kommt es z.B. bei einer Blutung zu keinem Stillstand, werden weitere Organe aus der Blutzirkulation ausgeschlossen und so geschädigt, dass dies zum Tod führen kann. Aus diesem Grund ist z.B. bei einer starken Blutung Erste Hilfe lebensrettend.

Was ist ein Druckverband?

Bei dieser Verbandstechnik wird zusätzlich neben der Wundauflage ein Druckkörper verwendet. Dafür wird eine sterile Wundauflage auf die Wunde gelegt, darauf ein Druckkörper wie z.B. eine Mullbinde oder ein zusammengelegtes Tuch. Anschließend wird fest darüber bandagiert.

Was gehört laut ÖNORM in einen Verbandskasten?

In jedem Auto und an jeder Arbeitsstätte muss sich per Gesetz ein Verbandskasten befinden. Diese sind genormt und sollten auch regelmäßig kontrolliert und erneuert werden (Ablaufdatum beachten!). Zusätzlich sollte auch in jedem Haushalt ein gut sortierter Verbandskasten zur Verfügung stehen. Der Inhalt ist durch ÖNORM festgelegt. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Apothekerkammer.

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