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Notfall: Allergische Reaktion

Zu einer allergischen Reaktion kommt es, weil die Immunabwehr im Körper harmlose Stoffe wie Blütenpollen, Nahrungsmittel oder andere Substanzen als Fremdstoff identifiziert und angreift (Allergie). Dabei reicht das klinische Erscheinungsbild von einer lokalen bis zu einer den gesamten Körper betreffenden Reaktion, diese wird auch als Anaphylaxie bezeichnet. Vor allem im Sommer kommt es aufgrund von Insektengiftallergien immer wieder zu Todesfällen . . .

Symptome einer allergischen Reaktion

Nicht jede Schwellung z.B. nach einem Insektenstich muss eine bedrohliche Situation sein. Eine gefährliche allergische Reaktion liegt dann vor, wenn sich innerhalb sehr kurzer Zeit die Symptome deutlich verschlechtern. So kommt es infolge des Blutdruckabfalls zu einer verminderten Durchblutung lebenswichtiger Organe und damit zum sogenannten allergischen Schock. Deshalb sollten Sie in dieser Situation schnell handeln. Besonders häufige Allergieauslöser sind Medikamente, Nahrungsmittel oder Insektengifte. Oft reichen schon kleinste Mengen des entsprechenden Stoffs, um eine schwere allergische Reaktion hervorzurufen.
  • Leichte Lokalreaktion: Die Ausdehnung der Schwellung ist kleiner als zehn cm.
  • Gesteigerte Lokalreaktion: Die Schwellung ist größer als zehn cm und hält mindestens 24 Stunden an. Bei zirka 20 Prozent der Menschen kommt es nach einem Bienen- oder Wespenstich zu einer gesteigerten lokalen Reaktion. Die Schwellungen können den ganzen Arm oder das ganze Bein betreffen und sogar von Lymphdrüsenschwellungen oder Fieber begleitet sein. Die Schwellungen können schmerzhaft sein und mehrere Tage andauern. Besonders gefährlich ist eine gesteigerte Lokalreaktion bei einem Stich im Gesichtsbereich. Die Schwellungen können so massiv sein, dass sie die Atemwege verlegen. Auch wenn im Rahmen einer Lokalreaktion lokalallergische Mechanismen beteiligt sind, spricht man hier nicht von einer Allergie im eigentlichen Sinn.
  • Den gesamten Körper betreffende Reaktionen: Bei einer Insektengiftallergie kommt es zu Symptomen, die unmittelbar nach dem Stich den ganzen Körper betreffen. Die ersten Symptome treten meist wenige Minuten nach dem Stich auf und reichen von Hautsymptomen (Juckreiz, Rötung, Nesselfieber) über Schwellungen im Bereich der Augen und der Lippen. Weiters können Übelkeit, Bauchschmerzen, Atemnot und Schwindel auftreten. Bei der schwersten Form einer allergischen Reaktion – dem sogenannten allergischen Schock – kommt es zu Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Wenn sich eine allergische Reaktion auf den ganzen Körper ausdehnt, sollte besonders auf Symptome im Bereich der Atemwege geachtet und sofort der Notruf gewählt werden.

  • Bei einsetzender Atemnot, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen sofort Notruf 144 oder 112 wählen.
  • Fordern Sie die Erkrankte/den Erkrankten auf, langsam und tief zu atmen.
  • Bei Schwellungen wickeln Sie Eis in ein Tuch und legen es auf die betroffene Körperstelle. Sollte die Schwellung im Mund bzw. Rachen sein, hilft das Lutschen von Eiswürfeln oder Speiseeis.

Erste Hilfe bei Bewusstlosigkeit:

  • Bewusstsein überprüfen: ansprechen und sanft schütteln.
  • Laut um Hilfe rufen: Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam machen!
  • Atmung prüfen: „hören, sehen, fühlen“ für max. zehn Sekunden.
  • Normale Atmung ist vorhanden: stabile Seitenlage und Notruf 144 oder 112 wählen. Wiederholt die Atmung prüfen!
  • Keine normale Atmung vorhanden: Notruf 144 oder 112 wählen und mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen!

Wissenswertes zur allergischen Reaktion

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine allergische Reaktion verstärken, zum Beispiel körperliche Belastung, Medikamente, akute Infektionskrankheiten, Stress, warme Temperaturen, Alkoholgenuss und hormonelle Faktoren.

Allergische Reaktionen am gesamten Körper werden in vier Schweregrade eingeteilt:

  • Leichte Allgemeinreaktion: Hautreaktionen am ganzen Körper (Urtikaria, Rötungen, Schleimhautreaktionen, Unruhe, Übelkeit, Kopfschmerzen).
  • Ausgeprägte Allgemeinreaktion: milder Blutdruckabfall, Atemnot, Stuhl- und Urindrang.
  • Bedrohliche Allgemeinreaktion: Schock, Anschwellen und Verengung der Atemwege, Atemnot, deutlicher Blutdruckabfall, Bewusstseinseintrübung.
  • Organversagen: Kreislaufstillstand.

Bei Verdacht auf eine Insektengift- oder Nahrungsmittelallergie sollte eine Austestung in einem Allergieambulatorium durchgeführt werden. Bei manchen Patientinnen/Patienten ist eine Impfung möglich. Zusätzlich sollten Insektengiftallergikerinnen/-allergiker immer ein Notfallmedikamentenset bei sich haben.

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