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Bluterguss auf Arm © hriana

Thrombozytopenie: Was ist das?

Blutplättchen (Thrombozyten) werden im Knochenmark gebildet und spielen eine wesentliche Rolle bei der Blutgerinnung. Thrombozyten sind – neben den sogenannten Blutgerinnungsfaktoren – für die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben, Mehrzahl von Thrombus) verantwortlich. Diese können etwa bei einer Verletzung eines Blutgefäßes die dadurch verursachte Blutung stillen. Werden Thromben jedoch im Übermaß gebildet, besteht die Gefahr einer Gefäßverstopfung und Embolie .

Definition

Ist die Anzahl der Blutplättchen erniedrigt (niedriger als 150.000/µl), spricht man von Thrombopenie bzw. Thrombozytopenie. Diese kann abhängig vom Schweregrad zu einer Blutungsneigung führen und zählt zu deren häufigsten Ursachen. Sind die Thrombozyten ansonsten funktionsfähig, muss erst ab einer Unterschreitung der Blutplättchenanzahl unter 50.000/µl mit einer Blutungsneigung gerechnet werden. Sinkt die Anzahl unter 10.000/µl, können lebensgefährliche spontane Blutungen auftreten.

Ursachen

Eine Thrombozytopenie kann unterschiedlichste Ursachen haben: 

  • Verminderung der Thrombozytenbildung im Knochenmark (z.B. durch Chemotherapie),
  • Erkrankungen des Knochenmarks (beispielsweise bösartige Tumoren, Leukämie),
  • Vitamin- und Eisenmangel,
  • Vergrößerung der Milz (vermehrte Speicherung von Blutplättchen),
  • verkürzte Lebensdauer der Blutplättchen,
  • Immun- und Autoimmunerkrankungen sowie
  • Nebenwirkungen von Medikamenten und Bluttransfusionen.

Oft ist allerdings unklar, wie es zur Reduktion der Blutplättchenanzahl kommt. Zudem werden angeborene (mit einer Störung der Thrombozytenbildung bzw. deren Funktion einhergehend) und während des Lebens erworbene Formen (wesentlich häufiger) unterschieden.

Formen

Zur Gruppe der Thrombozytopenien werden unter anderem folgende Krankheitsbilder gezählt:

Symptome

Charakteristisch für eine Thrombozytopenie sind punktförmige Blutungen der Haut und Schleimhäute, sogenannte Petechien. Diese treten zuerst vor allem auf den Unterschenkeln auf. Ist die Blutungsneigung stärker, kommt es bereits nach leichten Prellungen zu Blutergüssen. Weitere Symptome sind etwa Nasen- und Zahnfleischbluten, erhöhte Nachblutungsneigung nach Operationen sowie verstärkte und längerdauernde Regelblutungen bei Frauen.

Diagnose & Therapie

Um die Diagnose zu stellen, wird die Krankengeschichte (Anamnese) von der Ärztin/dem Arzt erhoben und Blut abgenommen. Es erfolgt eine körperliche Untersuchung. Eventuell ist auch eine Knochenmarkspunktion zur weiteren Abklärung notwendig. Der Harn wird ebenfalls im Labor untersucht.

Die Bestimmung der Thrombozytenanzahl im Blut erfolgt im Rahmen der Untersuchung des Blutbildes. Die Höhe des Thrombozytenwertes erlaubt Rückschlüsse auf:

  • die Knochenmarksfunktion,
  • Entzündungsreaktionen im Körper (oft mit einer Erhöhung der Thrombozyten verbunden) und auf
    die Blutgerinnung.

Hinweis Die Normwerte für Thrombozyten finden Sie unter Labor. Für die Beurteilung des Blutgerinnungssystems gibt es neben der Bestimmung der Thrombozytenanzahl noch eine Vielzahl weiterer Labortests.

Ferner kann zur Beurteilung der Form der Thrombozyten ein Blutausstrich herangezogen werden. Sogenannte Thrombozytenfunktionstests geben Aufschluss über die Blutplättchenfunktion bei normaler Thrombozytenanzahl.

Therapie

Die Therapie einer Thrombozytopenie ist abhängig von der jeweiligen Art sowie einer möglichen Grunderkrankung. Nähere Informationen finden Sie bei den spezifischen Krankheitsbildern.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei ersten Symptomen, die auf Thrombozytopenie hinweisen, wenden Sie sich umgehend an (Kinder-)Ärztin/-Arzt oder an die nächstgelegene Ambulanz bzw. in Notfällen an den Notruf (144). Ist die Diagnose gestellt, gibt es einen festgelegten Behandlungs- sowie Notfallplan und diesbezügliche Ansprechpartner. Patientinnen/Patienten sollten immer an eine Gerinnungsambulanz angebunden sein, die mit niedergelassenen Ärztinnen/Ärzten zusammenarbeitet.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapie- und Diagnosemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte sowie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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