Wir haben Videos eingebettet, die auf externen Video-Plattformen (z.B. YouTube) liegen. Es besteht die Möglichkeit, dass externe Video-Plattformen Cookies setzen. Wenn Sie dem zustimmen, können solche Videos abgespielt werden. Dazu besuchen Sie bitte unsere Cookie-Einstellungen. Weitere Informationen bietet unsere Datenschutzerklärung.

Wir haben Videos eingebettet, die auf externen Video-Plattformen (z.B. YouTube) liegen. Es besteht die Möglichkeit, dass externe Video-Plattformen Cookies setzen. Wenn Sie dem zustimmen, können solche Videos abgespielt werden. Dazu besuchen Sie bitte unsere Cookie-Einstellungen. Weitere Informationen bietet unsere Datenschutzerklärung.

Wir haben Videos eingebettet, die auf externen Video-Plattformen (z.B. YouTube) liegen. Es besteht die Möglichkeit, dass externe Video-Plattformen Cookies setzen. Wenn Sie dem zustimmen, können solche Videos abgespielt werden. Dazu besuchen Sie bitte unsere Cookie-Einstellungen. Weitere Informationen bietet unsere Datenschutzerklärung.

Stammzelltransplantation: Was ist das?

Bei der Stammzelltransplantation werden kranke oder geschädigte blutbildende Zellen durch gesunde Stammzellen ersetzt. Dies ist oft die einzige kurative Behandlungsmöglichkeit bei schweren, lebensbedrohlichen Erkrankungen des blutbildenden Systems wie Leukämie, myelodysplastischem Syndrom oder angeborenen Anämien, angeborenen Immundefekten oder bestimmten Stoffwechselerkrankungen.

Die Stammzellen für die Transplantation können aus drei verschiedenen Quellen gewonnen werden: aus dem peripheren Blut, aus dem Knochenmark oder aus Nabelschnurblut. Je nach Herkunft der Stammzellen unterscheidet man zwischen zwei Transplantationsformen:

Autologe Stammzelltransplantation: Die Patientin oder der Patient erhält eigene, zuvor entnommene Stammzellen zurück.

Allogene Stammzelltransplantation: Die Stammzellen stammen von einer gewebeverträglichen Spenderin oder einem gewebeverträglichen Spender – entweder einer verwandten oder einer nicht verwandten Person.

Wichtig für den Erfolg einer allogenen Stammzelltransplantation ist eine optimale Übereinstimmung der HLA-(Humane-Leukozyten-Antigene-)Gewebemerkmale von Empfängerin oder Empfänger und Spenderin oder Spender. Passende Stammzellspender können in der Kernfamilie (bei Geschwistern) und selten auch bei anderen nahen Verwandten gefunden werden.

Bei der Mehrzahl der Patientinnen oder Patienten muss jedoch nach einem nicht verwandten Spender – einer Fremdspenderin oder einem Fremdspender – gesucht werden. Die Chance auf einen Erfolg der Suche hängt von den Gewebemerkmalen der Patientin oder des Patienten ab. Bestimmte Gewebemerkmale sind relativ häufig, andere hingegen sehr selten. Im Durchschnitt beträgt die Wahrscheinlichkeit, eine passende Spenderin oder einen passenden Spender zu finden, rund 1:500.000.

Was sind Stammzellen?

Stammzellen sind für die Blutbildung verantwortlich. Sie befinden sich im Knochenmark und erneuern sich durch Zellteilung laufend. Aus Blutstammzellen entstehen reife Blutzellen, und zwar Leukozyten, Erythrozyten oder Thrombozyten.

Erkrankungen des blutbildenden Systems können auch Stammzellen betreffen und in der Folge zu vermehrter Produktion (Leukämie) oder verminderter Produktion (Aplasie) von Blutzellen führen.

Was passiert bei der Stammzelltransplantation?

Bei der Stammzelltransplantation werden der Patientin oder dem Patienten nach einer Therapie (Chemotherapie, Bestrahlung) Stammzellen der Spenderin oder des Spenders übertragen. Diese bauen das blutbildende System neu auf und erneuern das Immunsystem.

Die Patientin oder der Patient wird zunächst mittels Konditionierungstherapie vorbereitet. Bei allogener Transplantation wird das Immunsystem zusätzlich unterdrückt (Immunsuppression), um Abstoßungsreaktionen zu verhindern.

Die Stammzellen werden als intravenöse Infusion verabreicht.

Was ist eine autologe Stammzelltransplantation?

Bei der autologen Stammzelltransplantation werden der Patientin oder dem Patienten eigene Stammzellen transplantiert.

Diese Behandlung wird vor allem beim multiplen Myelom, bestimmten bösartigen Lymphomen und Hodenkrebs angewendet. Zuerst wird die Patientin oder der Patient mit einer Chemotherapie behandelt. Dadurch sollen Tumorzellen entfernt werden. Anschließend erhält die Patientin oder der Patient ein spezielles Medikament, einen sogenannten Wachstumsfaktor. Dieser regt einen vermehrten Transport von Stammzellen aus dem Knochenmark in den Blutkreislauf an. Nach einigen Tagen oder Wochen können die Stammzellen mittels eines speziellen Verfahrens (Stammzellapherese) aus dem Blut gesammelt werden. Das gewonnene Stammzellpräparat wird kryokonserviert bis zur Transplantation aufbewahrt. Oft werden vor der Stammzelltransplantation noch weitere Chemotherapien durchgeführt.

Was ist eine allogene Stammzelltransplantation?

Bei der allogenen Stammzelltransplantation werden die Patientinnen und Patienten mit Stammzellen, die von einer anderen Person gespendet werden, therapiert.

Diese Methode kommt vor allem bei schweren Erkrankungen des blutbildenden Systems (z.B. Leukämie, myelodysplastisches Syndrom, angeborene Anämie), angeborenen Immundefekten oder bestimmten Stoffwechselerkrankungen zur Anwendung.

Die Stammzellen für die Transplantation stammen meist von einer gewebeverträglichen Person. Es kann sich dabei um ein HLA-(Humane-Leukozyten-Antigen-)identisches Geschwister handeln oder um eine nicht verwandte Person, die möglichst viele HLA-Merkmale mit der Patientin oder dem Patienten teilt (Fremdspenderin oder Fremdspender). HLA-Merkmale sind erbliche Blutgruppeneigenschaften, die auf der Zellmembran von Leukozyten nachweisbar sind. Die Vielfalt der HLA-Merkmale ist sehr groß, derzeit sind ca. 43.000 HLA-Typen bekannt.

Was ist eine haploidentische Stammzellspende?

Wenn kein gewebeverträglicher verwandter oder nicht verwandter Spender mit ausreichend übereinstimmenden HLA-Merkmalen gefunden werden kann, besteht die Möglichkeit einer HLA-haploidentischen Stammzellspende.

Bei dieser Transplantationsform stimmt nur etwa die Hälfte der HLA-Merkmale – entweder die väterlich oder die mütterlich vererbten – zwischen Spenderin oder Spender und Patientin oder Patient überein. Als haploidentische Spenderinnen oder Spender kommen daher typischerweise Eltern, Geschwister oder Kinder der Patientin oder des Patienten infrage.

Neu entwickelte Methoden zur Verhinderung der Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) ermöglichen heute die erfolgreiche Durchführung haploidentischer Transplantationen. Dadurch hat sich die Verfügbarkeit potenzieller Spenderinnen oder Spender erheblich erweitert.

Welche Vor- und Nachbehandlungen sind notwendig?

Vor der Stammzelltransplantation und in der Zeit danach ist das Immunsystem aufgrund der Behandlungen geschwächt. Daher erhält die Patientin oder der Patient vorbeugend Medikamente, um das Risiko von Infektionen zu senken. Zusätzlich können Erythrozyten- und Thrombozytenkonzentrate die Therapie unterstützen.

In den meisten Fällen regeneriert sich die Blutbildung zwei bis vier Wochen nach der Stammzelltransplantation, wodurch sich die Blutwerte verbessern. Etwa drei Monate nach der Transplantation ist das blutbildende System der Empfängerin oder des Empfängers komplett ersetzt – bei einer allogenen Transplantation entspricht dann auch die Blutgruppe jener der Spenderin oder des Spenders.

Bei allogenen Transplantationen ist eine moderate Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD) sogar erwünscht: Diese immunologische Reaktion der transplantierten Stammzellen richtet sich auch gegen verbliebene Tumor- bzw. Leukämiezellen und zerstört diese (Graft-versus-Tumor-Effekt bzw. Graft-versus-Leukämie-Effekt). Dieser Mechanismus trägt zum langfristigen Therapieerfolg bei.

Um jedoch schwere, lebensbedrohliche Immunreaktionen zu vermeiden, erhält die Patientin oder der Patient etwa sechs Monate lang Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppressiva). Eine lebenslange Einnahme von Immunsuppressiva ist bei Stammzelltransplantationen – im Gegensatz zu Organtransplantationen – nicht notwendig.

Welche Komplikationen und Nebenwirkungen können auftreten?

Vor und nach einer Stammzelltransplantation können verschiedene Komplikationen als Folge der Chemotherapie, Bestrahlung und Immunsuppression auftreten. Dazu zählen:

  • Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall, Entzündungen der Mundschleimhaut und der Haut
  • Infektionen durch Bakterien, Pilze und Viren
  • Verzögerte Regeneration des Knochenmarks mit Verminderung der weißen Blutkörperchen Neutropenie oder völligem Ausfall der Blutbildung (Aplasie)
  • Störungen des Hormonsystems (Unfruchtbarkeit), Wachstumsverzögerungen bei Kindern

Eine zusätzliche häufige Komplikation nach einer allogenen Stammzelltransplantation ist die bereits erwähnte Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) – die überschießende Reaktion transplantierter Immunzellen (T-Lymphozyten) gegen das Gewebe der Patientin oder des Patienten. Dabei können ganze Organsysteme geschädigt werden. 

Die GvHD kann unterschiedlich ausgeprägt sein:

  • Akute GvHD zeigt kurz nach der Transplantation Symptome wie Hautausschläge, Durchfälle oder Leberentzündung.
  • Chronische GvHD kann mehrere Monate nach der Transplantation auftreten und ist durch wiederkehrende Infektionen charakterisiert. Zahlreiche Organe können betroffen sein. Mögliche Symptome sind Hautausschläge, Hautverhärtungen, Entzündungen der Schleimhäute und des Zahnfleisches, Übelkeit, Durchfall sowie Gewichtsverlust oder Augentrockenheit.

Was passiert bei der Nachsorge?

Nach der Stammzelltransplantation und der Entlassung aus dem Spital sind regelmäßige ärztliche Kontrollen notwendig. Die Nachbetreuung findet ambulant im Transplantationszentrum statt. Oft ist auch die zuweisende Fachärztin oder der zuweisende Facharzt für Hämatologie und Onkologie in die Nachbetreuung eingebunden.

Bei den Nachsorgeuntersuchungen wird der Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten umfassend überprüft. Durch verschiedene Untersuchungen sollen Komplikationen und Spätfolgen rechtzeitig erkannt und gegebenenfalls behandelt werden. Dazu gehören die Kontrolle der Medikation sowie bei allogenen Stammzelltransplantationen die Überwachung des Immunstatus und möglicher Anzeichen einer Graft-versus-Host-Disease (GvHD).

Die Nachsorge umfasst auch die psychosoziale Betreuung. Aufgrund der körperlichen und seelischen Belastungen durch die Erkrankung und Behandlung kann eine psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung angemessen sein.

Wo finde ich ein Stammzelltransplantationszentrum für Erwachsene?

Stammzelltransplantationen werden in Spitälern mit Transplantationszentren durchgeführt. Die Überweisung führt Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt durch.

Hier finden Sie eine Liste der Stammzelltransplantationszentren.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden für Versicherte von der jeweiligen Sozialversicherung übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt direkt mit Ihrer oder Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (z.B. BVAEB, SVS). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin oder einen Wahlarzt (d.h. Ärztin oder Arzt ohne Kassenvertrag) in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Bei bestimmten Untersuchungen (z.B. MRT) kann eine chefärztliche Bewilligung erforderlich sein. Bei bestimmten nicht medikamentösen Behandlungen (z.B. physikalische Therapie) kann – in manchen Fällen erst beim Erreichen eines bestimmten Ausmaßes – eine Bewilligung der Krankenversicherungsträger erforderlich sein. Bei bestimmten Leistungen (z.B. stationäre Aufenthalte, Hilfsmittel und Heilbehelfe) sind – je nach Krankenversicherungsträger – Kostenbeteiligungen der Patientinnen oder Patienten vorgesehen. Weitere Informationen finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt. Heilbehelfe müssen zuerst von der Ärztin oder vom Arzt verordnet werden. Die meisten Krankenversicherungsträger sehen – teilweise abhängig von der Art des Heilbehelfs – eine Bewilligung vor. Für Medikamente auf „Kassenrezept“ ist die Rezeptgebühr zu entrichten. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2026

Erstellt durch: Österreichisches Stammzellregister

Expertenprüfung durch: Univ.-Prof. Dr. Gottfried Fischer; Ao.Univ.-Prof.i.R. Dr.in med.univ. Hildegard Greinix

Zurück zum Anfang des Inhaltes