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Stethoskop mit kleinem Globus © Romolo Tavani

Grippe: Ursachen von Pandemien

Aufgrund der ständigen Mutationen unterscheiden sich die Stämme jedes Jahr mehr oder weniger ausgeprägt voneinander und können so vom Immunsystem des Menschen bei einer erneuten Infektion nicht wiedererkannt werden. Eine durchgemachte Grippe schützt daher nicht vor einer neuerlichen Erkrankung. Grippeformen, die sich innerhalb kurzer Zeit weltweit ausbreiten, werden Grippepandemien genannt. 

Die verschiedenen Subtypen des Influenza-A-Virus

Insgesamt gibt es drei Typen von Influenzaviren: A, B und C. Dabei werden die schwersten und weitreichendsten Krankheitsausbrüche von Influenza-A-Viren verursacht. Ebenso kommt die weltweite Ausbreitung eines Grippevirus praktisch nur bei Influenza A vor. Dies beruht unter anderem auf der einzigartigen Fähigkeit der Influenza-A-Viren, zwei bestimmte Eiweißstrukturen auf ihrer Oberfläche (Antigene) laufend zu verändern: das Hämagglutinin (H) und die Neuraminidase (N).

Anhand der Oberflächenproteine H und N werden die Influenza-A-Viren zudem in verschiedene Subtypen unterteilt (Influenza B und C haben keine Subtypeneinteilung). Insgesamt besitzt das Influenza-A-Virus 15 verschiedene H- und neun verschiedene N-Subtypen. Von diesen wurden jedoch lediglich H1, H2, H3, N1 und N2 mit größeren Ausbrüchen in Zusammenhang gebracht. Kleine Änderungen der Oberflächenproteine innerhalb eines Subtyps (Antigendrift) äußern sich in kleinen Grippeepidemien. Diese machen sich ungefähr alle zwei bis drei Jahre als Grippewelle bemerkbar. Größere Änderungen der H- und N-Antigene, die neue Subtypen hervorbringen (Antigenshift), können große Grippepandemien verursachen.

Derartige große Mutationen haben ihren Ursprung stets in einer Durchmischung der Gene von Influenzaviren verschiedener Wirte. So können Influenza-A-Viren außer dem Menschen noch verschiedene Säugetierarten wie beispielsweise Schweine sowie unterschiedliche Vogelarten infizieren. Da Schweine sich jedoch sowohl mit Schweine- als auch mit Vogel- und Menschen-Influenzaviren anstecken können, kommt es in ihnen häufig zu einer Durchmischung der Gene von verschiedenen Influenzaviren. Pandemien gehen daher häufig von Regionen aus, in denen Menschen, Schweine und Vögel auf engstem Raum zusammenleben. Um eine Pandemie auslösen zu können, muss das neue Virus dabei in der Lage sein, sich leicht von Mensch zu Mensch weiterzuverbreiten, und darf seine krankmachende Wirkung nicht verlieren.

Pandemien im Lauf der Geschichte

Daraus hervorgehende weltweite Erkrankungswellen treten normalerweise im Abstand von zehn bis 40 Jahren auf. Im 20. Jahrhundert gab es drei große Pandemien, die jeweils nach ihrer Herkunft benannt wurden:

  • 1918–1920: A (H1N1) „Spanische Grippe“, 20 bis 50 Millionen Tote,

  • 1957–1958: A (H2N2) „Asiatische Grippe“, zirka eine Million Tote,

  • 1968–1969: A (H3N2) „Hongkong-Grippe“, zirka eine Million Tote.

Nähere Inormationen über das neue Influenzavirus A (H1N1), den Auslöser der „neuen Grippe“ oder „Schweinegrippe“, die 2009/2010 als Pandemie Verbreitung fand, finden Sie unter Grippe A (H1N1).

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