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Laborprobe Typhus © tashatuvango

Typhus

Typhus (auch Typhus abdominalis) ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die durch ein Bakterium der Salmonellenfamilie hervorgerufen wird. Es ist aber keine typische Durchfallserkrankung. Typhus kann ohne Behandlung lebensbedrohlich sein. Die Ansteckung erfolgt über Aufnahme von verunreinigter Nahrung oder unreinem Wasser. 

Bei Paratyphus handelt es sich ebenfalls um eine Infektionskrankheit. Diese wird durch Erreger aus der gleichen Familie hervorgerufen und zeigt sich durch ähnliche Symptome, nimmt aber einen milderen Verlauf als Typhus.

Weltweit werden jährlich 11-21 Millionen Fälle von Typhus gemeldet, ca 150.000 davon mit tödlichem Ausgang.

Erreger: Salmonella enterica Serovar typhi (kurz: Salmonella typhi).

Verbreitung: in allen subtropischen und tropischen Regionen mit niedrigem Hygienestandard, v.a. Nordafrika, Ostafrika, Indien, Nepal, Peru und Indonesien. Jährlich kehren zwischen weniger als zehn Reisende mit Typhus nach Österreich heim.

Übertragung: der einzige Wirt für dieses Bakterium ist der Mensch; die Bakterien werden mit dem Stuhl ausgeschieden. So kann es zur Verunreinigung von Trinkwasser und in weiterer Folge von Lebensmitteln kommen. Die Übertragung erfolgt durch Schmierinfektion oder Aufnahme verunreinigter Nahrungsmittel (Wasser, Salate, Eis etc.).

Nach einer durchgemachten Typhuserkrankung scheiden bis zu fünf Prozent der Betroffenen die Bakterien dauerhaft mit dem Stuhl aus, ohne es zu wissen. Durch diese „gesunden“ Dauerausscheider wird der Großteil der Infektionen übertragen. 

Inkubationszeit: eine bis drei Wochen.

Beschwerdebild: Die Bakterien werden mit verunreinigten Nahrungsmitteln aufgenommen, können die Darmwand durchwandern und breiten sich so über die Lymphwege und den Blutkreislauf im Körper aus. Die Erkrankung verläuft in mehreren Phasen:

Der Beginn geht mit uncharakteristischen Allgemeinsymptomen wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Verstopfung (kein Durchfall!) und steigendem Fieber einher. Auch Apathie und eventuell Nasenbluten sind möglich.

Gegen Ende der ersten Krankheitswoche kommt es zu gleichmäßig hohem Fieber um 40° Celsius mit langsamer Herzfrequenz, schwerem Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und zunehmender Benommenheit (daher der Name Typhus, hat die Bedeutung „Dunst“, „Nebel“).

Im weiteren Verlauf treten gegen Ende der zweiten Krankheitswoche Leber- und Milzschwellung mit eventuell leichter Gelbsucht sowie ein rötlicher Hautauschlag (v.a. an der Bauchhaut) auf. In der dritten Krankheitswoche kommt es zu den typischen „erbsbreiartigen“ Durchfällen. Danach erfolgt die Abfieberung.

  • Mögliche Komplikationen: Darmblutungen oder -perforationen, Entzündungen des Herzmuskels, der Venen, der Lunge, der Gallenblase oder des Gehirns (Meningitis).

Typhus ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Auch bei bester medizinischer Versorgung stirbt rund ein Prozent der Betroffenen.

Paratyphus: Paratyphus ist eine Infektionskrankheit, die durch einen verwandten Erreger (Salmonella paratyphi) hervorgerufen wird. Das klinische Bild ist ähnlich wie das des Typhus, der Verlauf jedoch milder. Es kommt vor allem zu gastrointestinalen Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, das Fieber steigt meist nicht über 39° Celsius. Die Krankheitsdauer beträgt insgesamt zwischen fünf und zehn Tagen. Komplikationen sind seltener. Die Therapie besteht ebenfalls in einer Antibiotikagabe. Infizierte Personen können wie bei Typhus auch nach Abklingen der Symptome noch Bakterien ausscheiden und sie übertragen.

Diagnose: Erregernachweis in Blut, Stuhl oder Harn.

Therapie: Antibiotika, unterstützende Maßnahmen; zunehmende Resistenzentwicklung erschweren die Situation.

Vorbeugung: Schutzimpfung (bietet nur einen maximal 60-prozentigen Schutz, daher ist Nahrungsmittelhygiene in Endemieländern sehr wichtig); mehr Informationen unter Richtig Essen und Trinken auf Reisen 

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