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Injektionsnadel © Tobias Arhelger

Tollwut

Die wohl gefährlichste aller Krankheiten, die gleichermaßen Mensch und Tier betrifft (= Zoonose), ist die Tollwut. Sie fordert jedes Jahr ca. 55.000 Todesopfer (offiziell von der WHO gemeldet). Verursacht wird die Tollwut durch ein Virus, das von infizierten Tieren mit dem Speichel ausgeschieden wird. Durch Bissverletzungen eines an Tollwut erkrankten Tieres gelangt virushältiger Speichel in den Körper. Innerhalb kurzer Zeit wandert das Virus in die Nervenzellen ein und entlang der Nerven weiter Richtung Rückenmark und Gehirn.

Erreger: Tollwut-Virus

Verbreitung: nahezu weltweit. Österreich wurde 2008 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für tollwutfrei erklärt.

Übertragung: Biss von oder Hautkontakt (Speichel) mit infizierten Fleischfressern, v.a. streunende Hunde und Katzen sowie Füchse, Schakale, Affen, Fledermäuse

Inkubationszeit: zwei Wochen bis maximal zwölf Monate

Beschwerdebild: uncharakteristischer Beginn mit Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Schmerzen an der Bissstelle, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Depressionen oder Erregungszuständen. Diese Beschwerden dauern zwei bis zehn Tage. Das Virus vermehrt sich zunächst in der Eintrittsstelle und wandert dann über das Rückenmark in das Gehirn. In der Folge treten neurologische Beschwerden auf: Hyperventilation (gesteigerte Atemtätigkeit, „Hecheln“), Zeichen des Sauerstoffmangels, Sprachunfähigkeit, Lähmungen, Wasser- und Lichtscheu, Stimmritzenkrampf („zugeschnürte Kehle“), Verwirrtheitszustände, Halluzinationen, Unruhe, Bewegungsdrang. Diese Beschwerden dauern zwei bis sieben Tage und werden bei vollem Bewusstsein durchlitten. Danach fällt die/der Erkrankte ins Koma. Die Erkrankung endet ausnahmslos tödlich.

Sofortmaßnahmen nach Kontakt mit tollwütigem Tier: Lediglich die Immunisierung vor (präexpositionell) oder sofort nach der Infektion (postexpositionell) kann dem Infektionsverlauf Einhalt gebieten. Die postexpositionelle Prophylaxe einer nicht immunen Person beinhaltet sowohl eine aktive Impfung als auch die gleichzeitige Gabe eines Immunglobulins (s.u.). Diese Maßnahmen sind unverzüglich einzuleiten, d.h., sie müssen noch im Gastland getroffen werden.

Postexpositionelle Prophylaxe:

  • sofortiges Auswaschen der Verletzung mit einer Seifenlösung,
  • Umspritzen der Bisswunde mit und systemische Gabe (der Rest des Immunglobulins wird in die Hüfte gespritzt) von Rabies-Immunglobulin (soferne im Reiseland verfügbar),
  • Beginn der aktiven Immunisierung (soferne im Reiseland verfügbar),
  • wird in der ersten Phase (innerhalb von 28 Tagen) nach dem Tierkontakt geimpft, kann dies gegen den Ausbruch der Krankheit schützen.

Diagnose: aus dem Krankheitsbild, Kontakt mit Tieren, später Virusnachweis in Speichel und Hornhaut

Therapie: es gibt keine Behandlung der Tollwut

Vorbeugung: Schutzimpfung. Sie ist allen Reisenden in Ländern zu empfehlen, in denen Tollwut vorkommt.

Hinweis Importierte Hunde aus Endemiegebieten können aber auch in Österreich noch Menschen gefährden.


  
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