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Schwangere mit Partner zu Hause © Monkey Business


Hausgeburt

Neben einer stationären oder ambulanten Geburt in einem Krankenhaus, besteht die Möglichkeit, den Nachwuchs in den eigenen vier Wänden auf die Welt zu bringen. Voraussetzung ist, dass Mutter und Kind gesund sind und die Schwangerschaft komplikationslos verläuft. Es gibt jedoch auch medizinische Gründe, die eine Hausgeburt ausschließen (z.B. Frühgeburt). Grundsätzlich ist eine Hausgeburt ist drei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem errechneten Geburtstermin möglich. Um den Geburtstermin ist die Hebamme in ständiger Rufbereitschaft . . .

Hinweis Geburtshilfliche Expertinnen/Experten sehen Hausgeburten kritisch, da die Überwachungsmöglichkeiten des Kindes und der Mutter eingeschränkt sind und akut notwendige medizinische Maßnahmen im häuslichen Umfeld nicht möglich sind. Weiters existiert im Gegensatz zur klinischen Geburt keine österreichweite Qualitätskontrolle von Hausgeburten.

Voraussetzungen für eine Hausgeburt

Voraussetzung für eine Hausgeburt ist, dass Mutter und Kind gesund sind und die Schwangerschaft komplikationslos verlief. Die Hebamme entscheidet aufgrund der Befunde der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen, ob eine Hausgeburt durchgeführt werden kann. Es gibt medizinische Gründe, die eine Hausgeburt ausschließen. Dazu zählen Regelwidrigkeiten wie zum Beispiel Lageanomalien oder Krankheiten des ungeborenen Kindes sowie eine Mehrlingsschwangerschaft. Eine Hausgeburt ist drei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem errechneten Geburtstermin möglich.

Ablauf einer Hausgeburt

Bei einer Hausgeburt kann die werdende Mutter bereits während der Schwangerschaft von einer Hebamme betreut werden. Bis zu sieben von der Krankenkasse bezahlte Hausbesuche können von der Frau während der Schwangerschaft in Anspruch genommen werden.

  • Bis zum Ende der 40. Schwangerschaftswoche werden höchstens vier Hausbesuche von der Krankenkasse bezahlt.
  • Zwischen der 20. und der 30. Schwangerschaftswoche wird nur ein Hausbesuch bezahlt.
  • In der 41. und 42. Schwangerschaftswoche können höchstens drei Hausbesuche von der Hebamme verrechnet werden.
  • In Ausnahmefällen (z.B. unklarer Geburtstermin) kann ein weiterer Hausbesuch bis zum 21. Tag nach dem voraussichtlichen Tag der Entbindung nach Rücksprache mit der Chefärztin/dem Chefarzt der Krankenkasse durchgeführt werden.

Das erste Gespräch der schwangeren Frau mit der Hebamme dient dem Kennenlernen und der allgemeinen Information rund um das Thema Hausgeburt. Die Hebamme klärt über allgemeine Risiken einer Geburt auf und lässt sich das Einverständnis in die Hausgeburt von den werdenden Eltern unterschreiben. Bei den Hausbesuchen informiert sich die Hebamme vor Ort über die räumlichen Gegebenheiten und bespricht mit der schwangeren Frau, was für die Hausgeburt vorbereitet werden muss. Durch die regelmäßigen Hausbesuche kann die Hebamme den Verlauf der Schwangerschaft beobachten. Die Schwangere sollte im Vorfeld auch ihre Frauenärztin/ihren Frauenarzt zu Rate ziehen und den möglichern Wunsch nach einer Hausgeburt individuell und kritisch besprechen.

Betreuung während der Geburt

Treten erste Anzeichen für die bevorstehende Geburt auf, ist es Zeit, die Hebamme zu verständigen. Nachdem die Hebamme die Anzeichen abgeklärt hat, kommt sie zum Geburtsort. Um sicherzugehen, dass die Geburt normal verläuft, untersucht sie die werdende Mutter. Treten während der Geburt Komplikationen auf, die eine ärztliche Betreuung notwendig machen, muss eine Ärztin/ein Arzt hinzugezogen werden. Ein Wechsel in ein Krankenhaus kann jederzeit notwendig werden. Daher ist es wichtig, sich auch in einem Krankenhaus für eine Geburt – mit dem Hinweis auf eine geplante Hausgeburt – anzumelden.

Nach der Geburt untersucht die Hebamme das Neugeborene und trägt die ersten Untersuchungsergebnisse in den Mutter-Kind-Pass ein. Eine im Klinikalltag verpflichtende Bestimmung des Blutsauerstoffgehaltes des Kindes nach der Geburt kann im Gegensatz zur Spitalsgeburt nicht durchgeführt werden. Ist während der Geburt ein Dammschnitt  erforderlich gewesen oder kommt es zu einem Dammriss,wird die Hebamme diesen nähen. Die Hebamme bleibt noch etwa drei Stunden nach der Geburt bei Mutter und Kind, um Nachblutungen zu kontrollieren.


Betreuung nach der Geburt

Während der Zeit im Wochenbett werden Mutter und Kind von einer Hebamme betreut. Die Hebamme überprüft, ob sich die Gebärmutter zurückgebildet hat, und kontrolliert den Wochenfluss. Der Wochenfluss dauert zirka vier bis sechs Wochen. Er ist zuerst blutig, wird dann bräunlich und sieht am Ende gelblich aus. Er ist infektiös, und sollte daher nicht in Berührung mit dem Säugling kommen. Die Menge des Wochenflusses nimmt ständig ab. Die Hebamme kontrolliert den Wochenfluss auf Menge, Farbe und Geruch, um sicherzugehen, dass keine Infektion vorliegt und sich die Gebärmutter zurückbildet.

Es kann nach der Geburt bis zu fünf Tage dauern, bis es zur Milchbildung kommt. Die Hebamme unterstützt die Mutter mit Tipps zum Stillen, zur Brustpflege und zur Pflege des Neugeborenen. Bereits während des Wochenbetts kann mit der Rückbildungsgymnastik begonnen werden. Die Hebamme zeigt erste Übungen zur Stärkung des Beckenbodens und zur Rückbildung der Gebärmutter.

Wohin kann ich mich wenden?

Hebammen in Ihrer Nähe finden Sie über die Hebammensuche auf der Website des Österreichischen Hebammengremiums.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Voraussetzung für die Geburtsbetreuung und Beratung während der Schwangerschaft durch eine Hebamme mit Kassenvertrag ist, dass sich die schwangere Frau für eine Hausgeburt entschieden hat. Erfolgt die Geburt trotz einer geplanten Hausgeburt in einem Krankenhaus, müssen medizinische Gründe vorliegen, damit die Krankenkasse die Kosten der Hebammenbetreuung während der Schwangerschaft bezahlt. Besteht der Wunsch auf eine Wahlhebamme (Hebamme ohne Kassenvertrag), müssen die Kosten zunächst zur Gänze selbst getragen werden. Die Krankenkasse kann auf Antrag 80 Prozent der geltenden Tarife, die eine Hebamme mit Kassenvertrag erhalten würde, rückerstatten.

Hinweis Während des Wochenbettes sind die Leistungen der Hebamme in den ersten fünf Tagen nach der Geburt durch die Sozialversicherung abgedeckt. Treten nach diesen fünf Tagen bis zur achten Woche nach der Geburt besondere Probleme auf, die pflegerische Maßnahmen erforderlich machen, wird die Hebamme für weitere maximal sieben Hausbesuche von der Krankenkasse bezahlt. Zu den besonderen Problemen zählen beispielsweise Stillschwierigkeiten oder mangelnde Rückbildung der Gebärmutter.

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