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Vater spielt mit Baby © pololia

Neue Väter (Väterkarenz)

Noch vor wenigen Jahren als Utopie bestaunt, stehen sie heute wie Pioniere vor uns: Die „Neuen Väter“ sind in der Gesellschaft angekommen und zeigen ihren Vaterstolz selbstbewusst wie keine Generation zuvor. Stolz sind sie nicht nur auf ihren Nachwuchs, sondern auch auf ihr neues Rollenbild, das ihren Vätern noch verwehrt war . . .

Der gesellschaftliche Wandel, das Aufweichen traditioneller Geschlechterrollen sowie flexiblere Rahmenbedingungen im Berufsleben haben ein verändertes Bewusstsein für das Vatersein gedeihen lassen und eine neue Vätergeneration geboren. Die „Neuen Väter“ definieren sich und ihre Beziehung zu Mutter & Kind neu, rütteln an althergebrachten Erziehungs- und Familiendogmen und verpassen der Rolle und Identität des Mannes einen neuen Anstrich.

Den eigenen „Papastil“ kreieren

Die „Neuen Väter“ lesen Schwangerschaftsbücher genauso wie die werdende Mutter und sind brennend daran interessiert, was im Körper der Partnerin passiert. Sie sind „mitschwanger“, haben einen Babynewsletter abonniert und bereiten sich auf die Geburt mit Leib und Seele vor. Neben der Hebamme und der Ärztin/dem Arzt sind sie oft auch aktiver Partner bei der Geburt. 

Die modernen Väter von heute wollen mehr, als nur mit dem Kind spielen und herumtoben. Für sie ist es selbstverständlich, einen Teil der Erziehung zu übernehmen und aktive Unterstützung im Haushalt und der Organisation der Familie zu leisten. Grundlegend unterscheiden sich die „Neuen Väter“ von früheren Generationen dadurch, dass sie auch deutlich mehr Möglichkeiten dazu haben. Sie haben u.a. die Gelegenheit, wie Mütter in Karenz zu gehen. Viele Papas nutzen diese Chance mittlerweile auch, denn es ist eine besonders eng mit dem Nachwuchs verbundene Zeit, die für die Vater-Kind-Beziehung wertvoll ist. Die Rolle der Mutter ersetzen können Väter natürlich nicht, denn die Verbindung zwischen Mutter & Kind ist etwas ganz Besonderes – schon alleine durch das Stillen.

Aber: Nicht jeder Vater fühlt sich zum „Neuen Vater“ berufen. Manchmal erlauben es auch einfach die finanziellen Rahmenbedingungen oder der Beruf nicht, sich als „Neuer Vater“ zu entfalten. Auch für die Mutter muss es passen. 

Väter und Mütter sind so vielfältig und individuell wie ihre Sprösslinge. Schlussendlich gibt es nicht „den einen“ Vater. Es gibt neue und traditionelle Väter. Ledige, verheiratete und geschiedene sowie Stief-, Pflege- oder Adoptivväter. Es gibt Alleinverdiener, Hausmänner, Väter in geteilter Elternschaft oder alleinerziehende Väter. Nicht zuletzt gibt es auch gleichgeschlechtliche Elternpaare, wo das Kind von zwei Vätern großgezogen wird. 

Je nach persönlicher Situation entwickelt jeder Mann seinen eigenen „Papastil“, die Vaterrolle zu leben. Wichtig ist, dass die Aufteilung zwischen den Eltern in Harmonie und zur Zufriedenheit aller verläuft.

Neue Rahmenbedingungen

Viele Unternehmen haben inzwischen erkannt, dass sich ökonomische Vorteile und eine familienfreundliche Firmenkultur nicht unbedingt widersprechen. Zum Teil sehen Arbeitgeber bereits die Notwendigkeit, väterorientierte Maßnahmen zu ergreifen, um so ihre gut ausgebildeten Mitarbeiter langfristig im Unternehmen zu halten. Maßnahmen auf politischer und betrieblicher Ebene haben zwar schon zur Aufweichung des klassischen Vatermodells geführt, doch es bedarf noch eines starken Zutuns aller Beteiligten, um langfristig die Grundlage für ein neues Vatermodell zu schaffen.

Basis für mehr Partnerschaftlichkeit

Mit dem Kindergeldkonto seit März 2017 gibt es Neuerungen, die den „Neuen Vätern“ entgegen kommen und auch finanzielle Anreize schaffen. So gibt es Unterstützung, wenn die Kinderbetreuung partnerschaftlich 50:50 bis 60:40 aufgeteilt wird („Partnerschaftsbonus“) und der Vater direkt nach der Geburt bei Mutter und Kind bleibt („Familienzeitbonus“). 

Familienzeitbonus

Bei Geburten ab 1. März 2017 gibt es die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung für Väter, die sich direkt nach der Geburt der Familie widmen („Familienzeitbonus“). Den Familienzeitbonus erhalten Väter, wenn sie Familienzeit in Anspruch nehmen. Das bedeutet, dass sie anlässlich der gerade erfolgten Geburt alle Erwerbstätigkeiten vorübergehend einstellen und sich intensiv und ausschließlich der Familie widmen. Der Familienzeitbonus muss beim zuständigen Krankenversicherungsträger beantragt werden.

Näheres erfahren Sie auf help.gv.at unter Familienzeitbonus für Väter bei Geburten ab 01.03.2017.

Papamonat – Väterfrühkarenz

Für Väter in manchen Bereichen besteht zudem die Möglichkeit einer Väterfrühkarenz, dem sogenannten „Papamonat“. Die Väterfrühkarenz bzw. der Papamonat soll die gemeinsame Betreuung des Kindes mit der Mutter in den ersten Lebenswochen ermöglichen. In Österreich gibt es drei „Modelle“ für die Väterfrühkarenz:

 
  • Väterfrühkarenz im öffentlichen Dienst,
  • Väterfrühkarenz im Kollektivvertrag,
  • unbezahlter Urlaub/vereinbarte Karenz.
 

Näheres erfahren Sie auf help.gv.at unter Väterkarenz und Väterfrühkarenz („Papamonat“).

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