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Eltern & Baby © UBER IMAGES

Karenz

Als Karenz wird der Anspruch auf Freistellung von der Arbeitsleistung gegen Entfall des Arbeitsentgeltes bezeichnet. Das heißt, Mütter bzw. Väter erhalten in dieser Zeit kein Gehalt  sondern Kinderbetreuungsgeld. Die Elternkarenz beginnt frühestens im Anschluss an die Mutterschutzfrist. Diese Schutzfrist nach der Geburt dauert in der Regel acht Wochen. Die Karenz kann max. zweimal zwischen den Eltern geteilt werden, d.h. es sind insgesamt drei Karenzteile zulässig (z.B. Mutter-Vater-Mutter). Jeder Karenzteil muss jedoch mindestens zwei Monate dauern. Der Anspruch auf Karenz gilt längstens bis zum Ablauf des zweiten Lebensjahres des Kindes. Spätestens am zweiten Geburtstag des Kindes muss daher die Arbeit wieder aufgenommen werden . . .

Auf Karenz besteht ein Rechtsanspruch. Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber kann die Karenz daher nicht verweigern. Es sind jedoch Meldefristen einzuhalten.

Anspruch auf Karenz haben folgende Personengruppen:

  • Dienstnehmerinnen/Dienstnehmer
  • Heimarbeiterinnen/Heimarbeiter
  • Beamtinnen/Beamte und Vertragsbedienstete                              

Die Mutter bzw. der Vater muss dabei mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt leben. Mutter und Vater dürfen jedoch nicht gleichzeitig Karenz für dasselbe Kind nehmen! Ausnahme: Beim ersten Wechsel können beide Elternteile ein Monat Karenz gleichzeitig in Anspruch nehmen. Die Karenz endet dann spätestens mit Vollendung des 23. Lebensmonats des Kindes.

Hinweis Für freie Dienstnehmerinnen/Dienstnehmer besteht kein Anspruch auf Karenz.


Gesetzliche Regelung

Die gesetzlichen Regelungen über die Karenz finden sich für unselbstständig erwerbstätige Mütter im Mutterschutzgesetz (MSchG). Die Bestimmungen über die Karenz für unselbständig erwerbstätige Väter sind im Väter-Karenzgesetz (VGK) geregelt.  

Elternteilzeit

Mütter bzw. Väter können auch Elternteilzeit ausüben. Elternteilzeit ist ein gesetzlich geregelter Anspruch auf Herabsetzung der bisherigen Arbeitszeit oder auf Änderung der Lage der bisherigen Arbeitszeit. Dieser Anspruch gilt nur für Eltern, die mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt leben bzw. die Obsorge für das Kind innehaben. Zusätzlich hängt der Anspruch auf Elternteilzeit von der Betriebsgröße und von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab.

Ausführliche Informationen zu den Anspruchsvoraussetzungen finden Sie auf der Website der Arbeiterkammer.

Väterkarenz

Die klassische Rollenverteilung, dass nur der Mann arbeitet und die Frau die Kindererziehung allein übernimmt, gibt es nur mehr sehr selten. Für Männer spielt das Familienleben eine immer wichtigere Rolle, sie möchten aktiv am Heranwachsen des Nachwuchses beteiligt sein. Für Kinder ist förderlich, mehrere Bezugspersonen im Familienumfeld zu haben. Aber nicht nur Kinder profitieren von einer guten Beziehung zu ihren Vätern von Anfang an, auch für die Männer in Karenz ist diese Zeit eine wertvolle Erfahrung.

Väter haben wie Mütter einen rechtlichen Anspruch auf Karenz und können während dieser Zeit nicht gekündigt bzw. entlassen werden. Dieser Anspruch auf Karenz gilt längstens bis zum zweiten Geburtstag des Kindes.

Papamonat im öffentlichen Dienst

Seit 2011 haben öffentlich Bedienstete die Möglichkeit, einen Papamonat in Anspruch zu nehmen. Im Öffentlichen Dienst besteht auf den Papamonat ein Rechtsanspruch. Der Papamonat ist eine unbezahlte Karenz, die maximal vier Wochen dauert. Wichtig: Er muss während des Mutterschutzes bezogen werden (ersten zwei Monate nach der Geburt).

Hinweis In der Privatwirtschaft gibt es keinen Rechtsanspruch auf einen Papamonat; vereinzelt gibt es allerdings Regelungen in Kollektivverträgen und Betriebsvereinbarungen. In der Regel muss ein Vater daher um den Familienzeitbonus beantragen zu können, mit der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber eine Vereinbarung über die Familienzeit treffen. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Freistellung. Und es besteht auch kein Kündigungsschutz in diesem Zeitraum. Eine Kündigung kann nur nach dem Gleichbehandlungsgesetz angefochten werden.

Ausführliche Informationen erhalten Sie unter www.help.gv.at.

Musterbriefe für die Vereinbarung einer Familienzeit finden Sie in der Broschüre der Arbeiterkammer.

Familienzeitbonus

Für erwerbstätige Väter, die sich unmittelbar nach der Geburt des Kindes intensiv und ausschließlich der Familie widmen und ihre Erwerbstätigkeit (im Einvernehmen mit der/dem Arbeitgeberin/Arbeitgeber) unterbrechen, ist ein „Familienzeitbonus“ vorgesehen. Erfahren Sie mehr zu Anspruchsvoraussetzungen und Antragstellung auf www.bmfj.gv.at.

Meldung der Karenz

Die Karenzdauer muss der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber bekanntgegeben werden – am besten in schriftlicher Form. Achtung: Die Meldefristen sind für Mütter und Väter unterschiedlich und müssen beachtet werden.

  • Mutter: Nimmt die Mutter zuerst die Karenz in Anspruch, muss sie ihren Dienstgeber spätestens am letzten Tag der Schutzfrist darüber informieren, ob bzw. wie lange sie Karenz in Anspruch nehmen möchte.

  • Vater: Nimmt der Vater zuerst die Karenz in Anspruch, muss er die Dienstgeberin/den Dienstgeber spätestens acht Wochen nach der Geburt über Beginn und Dauer der Karenz informieren. Nimmt der Vater erst zu einem späteren Zeitpunkt Karenz in Anspruch und löst die Mutter ab, soll er seine Karenz frühestens vier Monate vor Beginn der gewünschten Karenz an den Arbeitgeber melden, um Kündigungsschutz zu erhalten. Die Meldung der Karenz muss aber spätestens drei Monate vor Ende der Karenz der Mutter erfolgen.

Ausführliche Informationen zur Meldefristen für die Elternkarenz erhalten Sie auf der Website der Arbeiterkammer.

Beschäftigung während der Karenz

Während der Karenz ist eine geringfügige Beschäftigung (Geringfügigkeitsgrenze 2017: 425,70 Euro) grundsätzlich erlaubt. Eine Beschäftigung über diese Einkommensgrenze ist nur sehr eingeschränkt zulässig. Ausführliche Informationen erhalten Sie unter Geringfügige Arbeit während der Karenz (AK).

Verlängerung und Aufschiebung der Karenz

Spätestens drei Monate vor dem Ende der gemeldeten Karenz kann der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber bekannt geben werden, dass die Karenz verlängert wird (höchstens bis zum Ablauf des zweiten Lebensjahres des Kindes).

Hier erhalten Sie einen Musterbrief (AK) für die Mitteilung der Karenzverlängerung.

Grundsätzlich besteht für beide Elternteile auch die Möglichkeit drei Monate ihrer Karenz aufzuschieben. Diese aufgeschobene Karenz ist bis zum siebten Geburtstag des Kindes zu verbrauchen.

Ausführliche Informationen zur Verlängerung und Aufschiebung der Karenz erhalten Sie unter www.arbeiterkammer.at

Kündigung und Entlassungsschutz

Während der Karenz besteht ein Kündigungs- und Entlassungsschutz. Nimmt die Mutter die Karenz unmittelbar nach der Schutzfrist in Anspruch, läuft der Kündigungs- und Entlassungsschutz weiter. Für Väter, welche die Karenz unmittelbar nach der Schutzfrist der Mutter in Anspruch nehmen, beginnt der Kündigungs- und Entlassungsschutz mit der Karenz-Meldung, nicht jedoch vor der Geburt des Kindes. In allen übrigen Fällen beginnt der Kündigungs- und Entlassungsschutz mit der Bekanntgabe, frühestens jedoch vier Monate vor Antritt der Karenz.

Hinweis Der Kündigungs- und Entlassungsschutz endet vier Wochen nach der Karenz.

Wohin kann ich mich wenden?

Wie sind Mutterschutz und Karenzzeiten geregelt? Welche Kinderbetreuungsgeld-Varianten gibt es? Habe ich während meiner Karenz einen Kündigungsschutz? Die Arbeiterkammer berät werdende und frischgebackene Eltern bei Fragen rund um Beruf & Familie. Weitere Informationen auf der Website der Arbeiterkammer.

 

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