Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Kind wird gefüttert © JenkoAtaman
Kind wird gefüttert © JenkoAtaman

Ernährung von Säuglingen

Muttermilch ist in den ersten Lebensmonaten die optimale Ernährung für den Säugling. Zusätzlich hat das Stillen viele weitere Vorteile. So kann die Muttermilch das Baby u.a. vor Infektionen schützen und fördert bei der stillenden Mutter die Gewichtsabnahme. Expertinnen und Experten empfehlen daher, möglichst lange zu stillen. Zwischen Beginn des fünften Lebensmonats (17. Woche) und Ende des sechsten Lebensmonats (26. Woche) soll langsam mit der Beikost begonnen werden.

Welche Säuglingsnahrung wird empfohlen? 

Expertinnen/Experten empfehlen, das Baby in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen. Wer nicht stillt, sollte auf Säuglingsanfangsnahrung zurückgreifen. Sie entspricht für sich alleine den Ernährungsanforderungen bis zur Einführung von Beikost. Ihre Zusammensetzung ist in der EU gesetzlich geregelt. Als Eiweißquellen dienen Kuhmilch- oder Ziegenmilcheiweiß mit Milchzucker (Laktose) als einzigem Kohlenhydrat („Pre“ in der Bezeichnung) bzw. zusätzlich mit anderen Kohlenhydraten („1“ in der Bezeichnung) oder Sojabohneneiweißisolate oder daraus gewonnene Eiweißhydrolysate.

Pre-Nahrungen sind der Muttermilch in ihrer Zusammensetzung am nächsten. Alle eignen sich als Ersatz für Muttermilch im ersten Lebensjahr. Folgenahrungen (2-Nahrungen) sollen erst gefüttert werden, wenn das Kind bereits Beikost bekommt. Sie sind nicht zwingend notwendig, da Säuglingsanfangsnahrungen im gesamten Säuglingsalter eingesetzt werden können.

Hier erfahren Sie mehr zum Thema: Stillen – gesunder Start ins Leben

Wann sollte mit der Einführung von Beikost begonnen werden?

Die Einführung von fester Nahrung (Beikost) sollte sich am Entwicklungsstand des Kleinkindes orientieren. Zeichen, wie das Durchbrechen der Zähne und das Interesse am Essen deuten darauf hin, dass das Baby „reif“ ist. Laut Österreichischen Beikostempfehlungen sollte mit der Einführung der Beikost zwischen dem Beginn des fünften Lebensmonats (17. Woche) und dem Ende des sechsten Lebensmonats (26. Woche) begonnen werden.

Hinweis Muttermilch und Säuglingsanfangsnahrung (Pre-/1-Nahrung) bleiben im ersten Lebensjahr eine wichtige Nährstoffquelle. Das Weiterstillen wird auch nach der Beikosteinführung empfohlen.  


Wie wird das Baby an Beikost gewöhnt?

Eine bestimmte Abfolge bei der Einführung der Beikost ist nicht erforderlich. Ebenso kann die Tageszeit (früh, mittags, abends) der Beikostmahlzeit selbst bestimmt werden. Wichtig ist, sich an den Bedürfnissen des Säuglings zu orientieren.

Die Beikost sollte in gedünsteter, warmer und pürierter Form gegeben werden. Die Zusammensetzung des Breis aus weichen und festen Bestandteilen wird langsam gesteigert.

Was braucht mein Baby?

Manche Lebensmittel bzw. Nährstoffe dürfen am Beginn der Beikost keinesfalls fehlen. Hierzu zählen:

  • Eisen und Zink: Zu Beginn der Beikost sind gut verfügbare Eisen- und Zinkquellen wie Fleisch und Getreide wichtig. Der Säugling ist einige Monate nach der Geburt nicht mehr ausreichend mit diesen Nährstoffen versorgt. Denn die körpereigenen Eisenspeicher sind allmählich aufgebraucht, und der Zinkgehalt der Muttermilch nimmt ab. Eisenhaltige pflanzliche Lebensmittel sollten mit Vitamin-C-reichem Obst und Gemüse (z.B. Beeren, Fenchel, Broccoli) kombiniert werden. Dadurch wird die Verwertung des Eisens verbessert.
  • Hochwertiges Eiweiß: Fleisch wie auch Fisch (grätenfrei), Ei und Hülsenfrüchte liefern hochwertiges Eiweiß. Deshalb sollte eines dieser Lebensmittel täglich am Speiseplan stehen. Wichtig ist, dass sie immer gut durchgegart werden. Im Falle von Fisch gilt zudem: Alle fettreichen Raubfische wie Schwertfisch, Thunfisch, Heilbutt und Hecht sind aufgrund einer möglichen Schwermetallbelastung nicht als Beikost geeignet. Stattdessen greift man besser zu Fischen wie Saibling, Lachs und Forelle.
  • Fett: Hochwertige pflanzliche Öle sind u.a. wichtig für die Entwicklung des Sehsinns und Gehirns des Kindes. Daher sollten der Beikost kleine Mengen an hochwertigen pflanzlichen Ölen (ca. ein bis zwei Teelöffel pro 100 Gramm Brei) beigefügt werden. Geeignete Öle sind etwa Lein-, Raps-, Walnuss-, Soja-, Weizenkeim- und Olivenöl. Wichtig ist, bei Fertigbreien am Etikett nachzulesen, ob bereits vom Hersteller Öl zugefügt wurde. Falls dem so ist, bedarf es keines zusätzlichen Öls mehr.
  • Gemüse, Obst und Getreideprodukte (auch aus Vollkornmehl)
  • Erdnüsse und Nüsse können als Beikost gegeben werden. Gefährlich ist allerdings das ungewollte Einatmen (Aspiration) ganzer oder grob gehackter Nussstücke. Nüsse in geriebener Form (z.B. vermischt mit Brei) stellen kein Risiko dar.
  • Gluten (Klebereiweiß in Getreide, Brot) kann zwischen dem Beikoststart und dem zwölften Lebensmonat eingeführt werden. Derzeit gibt es allerdings keine zuverlässigen Studienergebnisse hinsichtlich der optimalen Menge. Es gilt daher die Empfehlung, keine großen Mengen (z.B. ein Esslöffel Flocken) im ersten Monat der Einführung zu verwenden. Der genaue Zeitpunkt der Einführung von Gluten scheint das Risiko, an Zöliakie zu erkranken, nicht zu beeinflussen.
  • Kuhmilch kann ab dem sechsten Lebensmonat (23. Woche) maximal einmal pro Tag in kleinen Mengen (100 bis 200 ml) für die Zubereitung eines Milch-Getreide-Breis verwendet werden. Mit zunehmendem Alter kann die Menge langsam gesteigert werden. Kuhmilch sollte nicht gemeinsam mit einer Fleischmahlzeit gegeben werden. Aus hygienischen Gründen sollte keine Rohmilch verwendet werden. Milch anderer Tierarten wie Schaf oder Ziege sind im ersten Lebensjahr nicht geeignet. 

Hinweis Das Meiden sogenannter allergener Nahrungsmittel wie Nüsse, Eier, Fisch etc. hat keinen vorbeugenden Effekt für das Auftreten von Allergien.

Welche Lebensmittel sind nicht als Beikost geeignet?

  • Salz, scharfe Gewürze, Zucker, Honig und Süßungsmittel sind für Säuglinge nicht geeignet! Honig kann gefährliche Sporen enthalten, die für Kinder im ersten Lebensjahr unter Umständen tödlich sein können.
  • Rohe Eier, rohes Fleisch und Fisch sollten aufgrund einer möglichen Infektion mit Salmonellen bzw. Listerien nicht gegeben werden.
  • Schinken, Speck und Wurst haben einen zu hohen Salz- und Nitratgehalt.
  • Limonaden können aufgrund des hohen Zucker- und Säuregehalts die Zähne schädigen.
  • Kaffee sowie koffeinhaltige Teesorten können die Eisenabsorption hemmen.
  • Ganze Nüsse, Samen und Körner, Beeren und Hülsenfrüchte in unverarbeiteter Form sowie Fisch mit Gräten könnten in die Atemwege gelangen (Aspirationsgefahr).
  • Vegetarische und insbesondere vegane Ernährung wird für Säuglinge nicht empfohlen. Aufgrund des Wachstums besteht ein spezifischer Nährstoffbedarf, und es werden daher einige Nährstoffe als kritisch angesehen. Hierzu zählen: essenzielle Aminosäuren, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin B12, Vitamin D, Kalzium, Eisen, Jod und Zink. Diese kommen in pflanzlichen Lebensmitteln nicht oder in geringer Menge vor bzw. weisen eine geringere Verfügbarkeit für den Organismus auf. Eine pflanzenbetonte Kost mit wenig Fleisch und Fisch entspricht hingegen den ernährungswissenschaftlichen Empfehlungen. Wird aus ideologischen Gründen eine vegetarische Beikost in Erwägung gezogen, muss diese gut geplant sein und sollte in jedem Fall mit einer Ärztin/einem Arzt bzw. einer darauf spezialisierten Ernährungswissenschafterin/einem spezialisierten Ernährungswissenschafter oder einer spezialisierten Diätologin/einem spezialisierten Diätologen besprochen werden.
  • Ebenso ungeeignet sind diverse Diäten und Kostformen, bei welchen einzelne Lebensmittelgruppen völlig ausgenommen werden.
Thumbnail

Mehr Videos zu Baby- und Kinderernährung finden Sie im Servicebereich unter Videos.

Wann brauchen Säuglinge zusätzlich Getränke?

Solange ausschließlich gestillt wird, sind keine zusätzlichen Getränke notwendig. Sobald mit der Beikost begonnen wird, sollte zusätzlich Flüssigkeit angeboten werden. Wasser ist das ideale Getränk für Klein und Groß. Wie viel Flüssigkeit das Kind benötigt, ist individuell unterschiedlich und hängt u.a. von der Außentemperatur und der Größe der Stillmahlzeit ab. 

Hinweis Die Österreichischen Beikostempfehlungen gelten für gesunde, reif geborene Kinder mit und ohne genetische Vorbelastung für allergische Erkrankungen sowie für gestillte als auch nicht gestillte Kinder.

Wie erfolgt der Übergang zur Familienkost?

Ab dem 10. bis 12. Lebensmonat beginnt der Übergang zur Familienkost. Es kann klein geschnittene, gewürfelte oder gehackte feste Nahrung angeboten werden. Bis zum Ende des ersten Lebensjahres sollte der Säugling im Familienrhythmus essen. Langsam können die Kleinen weiche Nahrungsmittel wie Bananen und klein geschnittene Portionen probieren – Schritt für Schritt bis hin zur „normalen“ Familienkost.

Was ist sonst noch zu beachten?

  • Es braucht etwas Geduld: Es kann durchaus vorkommen, dass der Säugling neue Geschmäcker erst nach einigen Anlaufversuchen akzeptiert. Wichtig ist dabei, keinen Druck oder Zwang auf das Kind auszuüben.
    Beikost, die als Fingerfood angeboten wird, kann die Gewöhnung an unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Konsistenzen der Lebensmittel fördern. Beikost als Fingerfood und traditionelle Breieinführung werden optimalerweise kombiniert.
  • Hunger- und Sättigungssignale beachten: Als Hungersignal ist etwa das Öffnen des Mundes zu deuten. Einschlafen beim Essen oder das Wegschieben des Löffels und Tellers sind ein Zeichen dafür, dass genug gegessen wurde.
  • Mit gutem Vorbild voran: Kinder lernen durch Nachahmung. Deshalb ist es wichtig, dass alle Bezugspersonen (auch) in puncto Essverhalten mit gutem Beispiel voran gehen.
  • Auf Hygiene achten: Bei der Zubereitung von Babykost ist Hygiene besonders wichtig. Tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Eier unbedingt durchgaren.
  • Nicht geeignet: Vegetarische Milchersatzgetränke, die beispielsweise aus Reis, Mandeln oder Ähnlichem hergestellt werden. Sie sind als Muttermilchersatz ungeeignet.

Hinweis

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen