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Symbolbild Lunge © magicmine

Pleurapunktion

Bei einer Pleurapunktion wird aus dem Pleuraspalt (einem Raum zwischen Rippen- und Lungenfell) Flüssigkeit entnommen, die sich im Zuge krankhafter Prozesse angesammelt hat. Die Punktion dient v.a. der Diagnose, kann aber auch zu therapeutischen Zwecken vorgenommen werden. Außerdem wird eine Punktion oder Drainage bei einem Pneumothorax auch zur Entfernung von Luft aus dem Pleuraraum durchgeführt.

Wann ist eine Pleurapunktion erforderlich?

Eine Pleurapunktion kann aus folgenden Gründen erforderlich sein: 

  • Abklärung der Ursachen von Ergüssen im Pleuraraum oder
  • Durchführung im Rahmen einer Therapie.

Wichtig ist bei der Abklärung der Ursachen von Ergüssen die Unterscheidung zwischen einem Transsudat (klare, zellarme Flüssigkeit, Gesamteiweißgehalt unter 30 Gramm/Liter) und einem Exsudat (zellreich, Gesamteiweißgehalt über 30 Gramm/Liter). Sie erfolgt anhand des Eiweißgehalts der Flüssigkeit im Vergleich mit dem Eiweißgehalt im Blut (30 Gramm/Liter).

Gründe für ein Transsudat können u.a. sein:

  • Herzschwäche,
  • Hypoalbuminämie (bei schweren Leber- und diversen Nierenerkrankungen).

Gründe für ein Exsudat sind entzündliche Prozesse am Rippenfell. Ursachen können u.a. sein:

Infektionen wie

Immunologisch/entzündliche Prozesse, z.B. bei:

Verursacht durch bösartige Prozesse:

Im Rahmen einer therapeutischen Maßnahme kann eine Pleurapunktion u.a. aus folgenden Gründen angezeigt sein:

  • um bei größeren Ergüssen Flüssigkeit bzw. Luft „abzulassen“,
  • um eine Drainage vornehmen zu können,
  • in Zusammenhang mit einer Pleurodese („Verklebung“ der Pleura durch Medikamente), z.B. bei malignen Ergüssen oder einem Pneumothorax.

Welche Vorbereitungen sind notwendig?

Die gesundheitliche Verfassung der Patientin/des Patienten wird im Vorfeld des geplanten Eingriffes abgeklärt. Verschiedene Untersuchungen werden vorgenommen (z.B. Röntgen, Ultraschall, Blutgerinnung). Wesentlich ist unter anderem die Krankengeschichte mit Erkrankungen, Allergien, Einnahme von Medikamenten (z.B. Blutverdünner) etc. Teils sind diese bereits vorher bekannt. Vor der geplanten Pleurapunktion informiert Sie die Ärztin/der Arzt über den Eingriff und dessen Ablauf. Im Gespräch können auch offene Fragen geklärt werden.

Wie läuft eine Pleurapunktion ab?

Die Punktion oder Drainage eines Pneumothorax erfolgt meist in Rückenlage oder im Sitzen von vorne knapp unter dem Schlüsselbein.

Die Punktion oder Drainage eines Ergusses erfolgt meist von hinten oder seitlich möglichst knapp oberhalb des Zwerchfells. Die Proben dienen der Weiteruntersuchung im Labor. Verschiedene Werte, z.B. Proteine, PCR sowie mikrobiologische und zytologische Laboruntersuchungen, werden erhoben. Weitere Informationen finden Sie unter Laborwerte-Tabelle.

Punktion eines Ergusses

Die Punktion kann sitzend vorgenommen werden, d.h. mit leicht nach vorne gebeugtem und frei gemachtem Oberkörper. Die Patientin/der Patient kann sich dabei beispielsweise an Stuhllehne, Tisch oder Kissen abstützen. Unter Umständen erfolgt die Pleurapunktion auch in Seitenlage (z.B. bei Bettlägerigkeit).

Die Ärztin/der Arzt lokalisiert die Punktionsstelle zwischen zwei Rippen (meist mittels Ultraschall oder auch Perkussion) und zeichnet diese an. Die Hautstelle wird wenn nötig rasiert und danach steril abgedeckt. Die Ärztin/der Arzt arbeitet mit Mundschutz, Haube, sterilen Handschuhen und sterilem Material. Eventuell werden der Patientin/dem Patienten Medikamente zur Beruhigung oder zur Unterdrückung des Hustenreizes verabreicht. Im angezeichneten Zwischenrippenraum wird ein lokales Anästhetikum in die Muskulatur gespritzt, danach wird die Punktionsnadel vorsichtig in den Pleuraraum vorgeschoben und die Flüssigkeit aufgefangen, z.B. in sterilen Röhrchen oder einem Auffangbeutel. Sie kann auch mit der Spritze aufgezogen werden.

Am Ende der Probenentnahme wird die Nadel entfernt, der Punktionsbereich mit sterilem Pflaster versehen und bei Bedarf ein Kompressionsverband angelegt. Ein Kontrollröntgen wird vorgenommen.

Drainage eines Ergusses

In gleicher Weise wird auch eine Pleura-Drainage durchgeführt: Hier wird nach der Betäubung der Muskulatur ein dünner Schlauch (ungefähr drei Millimeter Durchmesser) mithilfe einer Führungsnadel in den Rippenfellraum eingelegt. Anschließend werden ebenfalls Proben abgenommen.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Wenn Sie an Blutgerinnungsstörungen leiden, sollten Sie dies unbedingt der Ärztin/dem Arzt mitteilen, sodass vor der Punktion ein Blutgerinnungstest durchgeführt werden kann. Als Komplikationen können z.B. Pneumothorax, Infektion, Blutung, Verletzungen von Organen (Leber, Milz) auftreten.

Wohin kann ich mich wenden?

Eine Pleurapunktion wird meistens im Krankenhaus durchgeführt (Pulmologie, Thoraxchirurgie). Ein Aufnahme- oder Einweisungsschein durch Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt ist je nach Situation erforderlich. Weitere Informationen finden Sie unter Gut vorbereitet ins Krankenhaus.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für eine Pleurapunktion werden im Regelfall vom zuständigen Krankenversicherungsträger übernommen. Nähere Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Arztbesuch: Kosten und Selbstbehalte.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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