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Symbolbild Lunge © magicmine

Pleurapunktion

Bei einer Pleurapunktion wird Flüssigkeit aus dem Pleuraspalt (einem Raum zwischen Rippen- und Lungenfell) entnommen, die sich im Zuge krankhafter Prozesse ansammelt. Die Punktion dient der Diagnose. Aber auch aus therapeutischen Gründen kann diese Punktion vorgenommen werden. Außerdem wird eine Punktion oder Drainage bei einem Pneumothorax auch zur Entfernung von Luft aus dem Pleuraraum durchgeführt . . .

Wann ist eine Pleurapunktion erforderlich?

Eine Pleurapunktion ist einerseits erforderlich, um Ursachen von Ergüssen im Pleuraraum abzuklären. Gründe für einen Pleuraerguss können sein:

Andererseits wird eine Pleurapunktion im Rahmen der Therapie durchgeführt:

  • um bei größeren Ergüssen Flüssigkeit bzw. Luft „abzulassen“,
  • um eine Drainage vornehmen zu können,
  • in Zusammenhang mit einer Pleurodese („Verklebung“ der Pleura durch Medikamente), z.B. bei malignen Ergüssen oder einem Pneumothorax.

Welche Vorbereitungen sind notwendig?

Die gesundheitliche Verfassung der Patientin/des Patienten wird im Vorfeld des geplanten Eingriffes abgeklärt. Verschiedene Untersuchungen werden vorgenommen (z.B. Röntgen, Ultraschall, Blutgerinnung). Wesentlich ist unter anderem die Krankengeschichte mit Erkrankungen, Allergien, Einnahme von Medikamenten (z.B. blutverdünnende Medikamente) etc. Teils sind diese bereits vorher bekannt. Vor der geplanten Pleurapunktion informiert Sie die Ärztin/der Arzt über den Eingriff und dessen Ablauf. Offene Fragen können geklärt werden.

Wie läuft eine Pleurapunktion ab?

Die Punktion oder Drainage eines Pneumothorax erfolgt meist in Rückenlage oder im Sitzen von vorne knapp unter dem Schlüsselbein. Die Punktion oder Drainage eines Ergusses erfolgt meist von hinten oder seitlich möglichst knapp oberhalb des Zwerchfells.

Die Punktion kann sitzend vorgenommen werden, d.h. mit leicht nach vorne gebeugtem und frei gemachtem Oberkörper. Die Patientin/der Patient kann sich dabei beispielsweise an Stuhllehne, Tisch oder Kissen abstützen. Unter Umständen erfolgt die Pleurapunktion auch in Seitenlage (z.B. bei Bettlägerigkeit).

Die Ärztin/der Arzt lokalisiert die Punktionsstelle zwischen zwei Rippen (meist mittels Ultraschall, Perkussion) und zeichnet diese an. Die Hautstelle wird wenn nötig rasiert und steril abgedeckt. Die Ärztin/der Arzt arbeitet mit Mundschutz, Haube, sterilen Handschuhen und sterilem Material. Eventuell werden der Patientin/dem Patienten beruhigende Medikamente verabreicht oder Medikamente, die den Hustenreiz unterdrücken. Es wird in die Muskulatur im angezeichneten Zwischenrippenraum ein lokales Anästhetikum gespritzt, danach wird die Punktionsnadel vorsichtig in den Pleuraraum vorgeschoben und Flüssigkeit aufgefangen, z.B. in sterile Röhrchen oder einem Auffangbeutel. Sie kann auch mit der Spritze aufgezogen werden.

Am Ende der Probenentnahme wird die Nadel entfernt, der Punktionsbereich mit sterilem Pflaster versehen und bei Bedarf ein Kompressionsverband angelegt. Ein Kontrollröntgen wird vorgenommen. Die Proben dienen der Weiteruntersuchung im Labor. Verschiedene Werte, z.B. Proteine, PCR sowie mikrobiologische und zytologische Laboruntersuchungen werden durchgeführt. Weitere Informationen finden Sie unter Laborwerte-Tabelle.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Wenn Sie an Blutgerinnungsstörungen leiden, sollten Sie dies unbedingt der Ärztin/dem Arzt mitteilen, sodass vor der Punktion ein Blutgerinnungstest durchgeführt werden kann. Als Komplikationen können z.B. Pneumothorax, Infektion, Blutung, Verletzungen von Organen (Leber, Milz) auftreten.

Wohin kann ich mich wenden?

Eine Pleurapunktion wird meistens im Krankenhaus durchgeführt (Pulmologie, Thoraxchirurgie). Ein Aufnahme- oder Einweisungsschein durch Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt ist je nach Situation erforderlich. Weitere Informationen finden Sie unter Gut vorbereitet ins Krankenhaus.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für eine Pleurapunktion werden im Regelfall vom zuständigen Krankenversicherungsträger übernommen. Nähere Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Arztbesuch: Kosten und Selbstbehalte.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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