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Blutuntersuchung © Dan Race

Laktoseintoleranz: Diagnose & Therapie

Für viele Betroffene ist es bis zur endgültigen Diagnose einer Laktoseintoleranz ein langer Weg, dem zumeist viele Jahre mit Beschwerden vorausgehen. Es stehen verschiedene Methoden zur Auswahl, um eine Milchzuckerunverträglichkeit sichtbar zu machen. Mit dem sogenannten Laktosetoleranztest (auch Provokationstest) kann festgestellt werden, ob Milchzucker vertragen wird. Dabei wird eine bestimmte Menge an Milchzucker in Wasser aufgelöst und getrunken. Im Anschluss erfolgt in bestimmten Zeitintervallen eine Blutuntersuchung, bei der der Blutzuckerspiegel gemessen wird . . .

Diagnose

Spaltet das Enzym Laktase den Milchzucker in seine Bestandteile Glukose und Galaktose, steigt der Blutzucker. Ist der Blutzuckeranstieg zu gering, liegt vermutlich eine Laktoseintoleranz vor. Zusätzlich beobachtet man die Entwicklung von Beschwerden.

Zur Diagnosestellung einer Laktoseintoleranz kommt auch der H2-Atemtest zum Einsatz. Bei einer fehlerhaften Verdauung des Milchzuckers im Dickdarm entsteht u.a. Wasserstoff. Dieser wird über die Lunge abgeatmet und kann in der Atemluft gemessen werden. Begleitend dazu ist ein Ernährungs- und Symptomprotokoll hilfreich, da dadurch bestimmte Zusammenhänge zwischen Beschwerden und verzehrten Nahrungsmitteln hergestellt werden können.

Therapie

Treten bereits bei geringen Mengen an Laktose Beschwerden auf, sollte eine laktosefreie Ernährung eingehalten werden. Die Aufnahme an Milchzucker sollte bei dieser Diät auf maximal ein Gramm pro Tag beschränkt werden. Werden kleine Mengen an Laktose vertragen, hilft in vielen Fällen bereits eine laktosearme Ernährung – pro Tag dürfen acht bis zehn Gramm Milchzucker aufgenommen werden. Zum Vergleich: Bei einer normalen Ernährung werden ca. 20 bis 30 Gramm Milchzucker pro Tag zugeführt.

Intoleranz als Folgeerscheinung

Liegt eine sogenannte sekundäre Laktoseintoleranz vor, d.h. als Folge einer anderen Krankheit, kann die Heilung der Grundkrankheit die Laktoseintoleranz zum Verschwinden bringen. So tritt bei Glutenunverträglichkeit oft in der Folge auch eine Laktoseintoleranz auf, die sich nach Besserung des Zustands der Zotten im Darm wieder bessert. Weiters kann eine Laktoseunverträglichkeit bei anderen Darmkrankheiten wie z.B. Colitis ulcerosa, Magen-Darm-Infektionen oder Morbus Crohn auftreten.

Gemäß EU-Verbraucherinformationsverordnung müssen Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse (einschließlich Laktose) gekennzeichnet und in der Zutatenliste z.B. durch Schriftart oder Hintergrundfarbe hervorgehoben werden. Diese erweiterte Kennzeichnungspflicht ist seit 13. Dezember 2014 für verpackte und unverpackte Waren (offene, lose Ware) verpflichtend.

Bisher mussten die wichtigsten Allergene nur auf verpackten Waren gekennzeichnet werden. Bei unverpackten Lebensmitteln, die an Endverbraucher abgegeben bzw. in der Gemeinschaftsverpflegung angeboten werden (Bäckereien, Restaurants, Kantinen, Imbisse etc.), kann die Weitergabe der Allergeninformation entweder schriftlich oder mündlich erfolgen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Auf Kalziumzufuhr achten!

Achten Sie bei laktosefreier bzw. -armer Ernährung insbesondere auf eine ausreichende Zufuhr an Kalzium. Es ist in hohen Mengen in Gemüse wie Grünkohl, Broccoli, Fenchel, Lauch oder Spinat enthalten sowie in diversen Mineralwässern mit einem Gehalt von mehr als 150 Milligramm Kalzium/Liter.

Milchprodukte, aus denen der Milchzucker entfernt wurde, sind oft mit Kalzium angereichert. Sie können auch zur Deckung des Kalziumbedarfs beitragen. Wie die Laktose aus solchen Produkten entfernt wird, erfahren Sie unter FAQ Ernährung: Laktosefreie Produkte. Sojamilch und -produkte sind von natur aus laktosefrei. Reis-, Kokos- und Hafermilch sind laktosearm.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Kalzium sowie im Infoblatt Laktose der Sozialversicherungsträger.

Diverse Enzym-Ersatzpräparate können die Verdauung des Milchzuckers unterstützen. Sie enthalten das Enzym Laktase und werden vor dem Essen eingenommen.

Eine ausgewogene Ernährung ist auch bei Laktoseintoleranz möglich. Viele Lebensmittel sind von Natur aus laktosefrei bzw. -arm. Als Grundlage der Ernährung sollte die Österreichische Ernährungspyramide dienen. Eine bedarfsdeckende Zufuhr an Kalzium sowie Vitamin D ist zu berücksichtigen. Eine qualifizierte Ernährungsberatung ist hilfreich.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Ernährungsberatung und -therapie.

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