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Fruchtsalat © Christian Jung

Fruktoseintoleranz

Bei der geläufig als Fruktoseintoleranz bezeichneten Unverträglichkeit handelt es sich in den meisten Fällen um die sogenannte Fruktosemalabsorption – eine ungenügende Aufnahme von Fruchtzucker (Fruktose) aus dem Darm. Diese ist von der selteneren angeborenen Fruktoseintoleranz deutlich abzugrenzen. Fruktose kommt in unterschiedlichen Mengen in den meisten Obst- und Gemüsesorten vor, kann aber auch in vielen anderen Nahrungsmitteln enthalten sein.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen der sogenannten Fruktosemalabsorption und der angeborenen Fruktoseintoleranz.

Fruktosemalabsorption: Dabei ist das Transportsystem (Protein GLUT-5) zur Aufnahme von Fruchtzucker im Dünndarm gestört. Er gelangt daher bis in den Dickdarm und wird dort von Bakterien abgebaut. So entstehen u.a. Darmgase wie Methan, Kohlendioxid, Wasserstoff und kurzkettige Fettsäuren, die zu den typischen Beschwerden führen (ähnlich wie bei der Laktoseunverträglichkeit). 

Angeborene Fruktoseintoleranz: Dabei handelt es sich um Defekte eines Leberenzymes, die unbehandelt zu Unterzuckerung, und später zu Leber-, Augen- und Nierenschäden führen können. Diese sogenannte hereditäre Fruktoseintoleranz beginnt ab dem allerersten Kontakt mit Fruktose, in der Regel, wenn gesüßte Tees in den ersten zwei bis drei Lebenstagen gefüttert werden, bevor die Muttermilchproduktion einsetzt. Bei der vererbten Fruktoseintoleranz ist ein strikter Verzicht auf Fruktose unbedingt erforderlich. Frühzeitiges Erkennen und strenges Einhalten einer fruktosefreien Diät kann den chronischen Verlauf dieser schweren Erkrankung größtenteils unterbinden.

Welche Symptome können bei Fruktosemalabsorption auftreten?

Die typischen Beschwerden bei einer gestörten Fruktoseaufnahme im Dünndarm äußern sich im Magen-Darm-Trakt. Je nach Ausprägung der Unverträglichkeit treten Darmgeräusche, Blähungen, Durchfall und Übelkeit auf. Es kann auch zu einer Unterversorgung an Folsäure sowie anderen Vitaminen sowie Zink kommen. Als Mangelerscheinungen können Störungen im Blutbild und eine herabgesetzte Immunabwehr auftreten.

Fruktose in der Nahrung

Fruktose kommt in unterschiedlichen Mengen in den meisten Obst- und Gemüsesorten vor. Viele andere Nahrungsmittel können jedoch auch Fruchtzucker enthalten. So sind z.B. im Honig hohe Mengen enthalten. Bestimmte Süßstoffe können z.B. auch zu einer Verschlechterung bei einer Fruktosemalabsorption beitragen.

Achtung! Bezeichnungen auf Lebensmitteln wie Inulin, Fructoligosaccharid sowie in der Industrie häufig verwendeter Maisstärkesirup geben Hinweis auf das Vorhandensein von Fruktose.

Die individuelle Verträglichkeit des Fruchtzuckers ist unterschiedlich. In den wenigsten Fällen muss der Fruchtzucker strikt gemieden werden. Durch eine bewusste Zusammenstellung der Nahrung sind die Beschwerden gut kontrollierbar, z.B. durch Meiden von fruchtzuckerreichem Obst.

Fruchtzuckerreiches Obst:

Bei gleichzeitiger Aufnahme von Glukose (Traubenzucker) verbessert sich die Verträglichkeit des Fruchtzuckers. Obstsorten, die mehr Glukose als Fruktose enthalten, werden daher besser vertragen. Zu den gut verträglichen Obstsorten zählen unter anderem Bananen, Papaya, Litschi, Ananas, Mandarinen und Grapefruit.

Der Zuckeraustauschstoff Sorbit führt zu einer Verschlechterung der Symptomatik, da der Transport der Fruktose im Dünndarm zusätzlich blockiert wird. Sorbit kommt einerseits von Natur aus in bestimmten Obstsorten vor (z.B. Steinobst), wird aber auch in vielen Light- und Diabetikerprodukten als Süßstoff verwendet. Sorbit erkennt man an der E-Nummer 420.

Weitere Zuckeraustauschstoffe die bei Fruktosemalabsorption gemieden werden sollten:

  • Xylit (E 967),
  • Isomalt (E 953),
  • Mannit (E 421) und
  • Maltit (E 965).

Die gleichzeitige Aufnahme von Fett und Eiweiß verbessert die Verträglichkeit von Obst und anderen fruktosehaltigen Nahrungsmitteln. Es empfiehlt sich daher eine Aufnahme als z.B. Dessert oder Kuchen in ausgewogenen Mengen.

Lebensmittelauswahl bei Fruktosemalabsorption

ungeeignete Lebensmittel geeignete Lebensmittel
fruktosereiche Obstsorten, speziell Äpfel, Birnen, Weintrauben, Zwetschken, Heidelbeeren, Marillen und Pfirsiche sowie Obstprodukte wie Fruchtsäfte, Trockenfrüchte, Marmelade, Kompott etc. glukosereiche Obstsorten wie Bananen, Papayas, Litschi, Ananas, Mandarinen und Grapefruits
Gemüse wie Artischocken, Fenchel, Chicorée, Rot-, Weiß- und Sauerkraut, Zwiebeln, Porree, Paprika sowie rohe Pilze Gemüsesorten wie Erdäpfel, Erbsen, Spinat, Spargel, Mangold, Karfiol, Broccoli, Feldsalat, Gurken, Chinakohl, Kürbis, Zuckermais, Sellerie, Zucchini, frische Tomaten sowie gegarte Pilze
Honig, Maissirup  
  tierische Produkte wie Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier. Milchprodukte ohne Fruchtzusatz
  Getreideprodukte sowie Nüsse, Samen und Kokos
Wein, Sekt, Lightgetränke und Früchtetee Wasser, Kaffee und Tee (schwarz, grün, Kräuter)
Süßstoffe Sorbit (E 420), Xylit (E 967), Isomalt (E953), Mannit (E 421), Maltit (E 965, insbesondere in Diabetiker- und Light-Produkten), Maisstärkesirup Glukose (Traubenzucker), Malz und -sirup, Saccharose (Haushaltszucker), Milchzucker, Süßstoffe wie Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Saccharin (E 954)
Quelle: (vormals) AID-InfodienstDGE Fruktose-Malabsorption, (adaptiert).
 
Eine ausgewogene Ernährung ist auch bei Fruktosemalabsorption möglich. Viele Lebensmittel sind von Natur aus fruktosearm bis -frei bzw. werden kleine Mengen durchaus vertragen. Eine bedarfsdeckende Zufuhr an Folsäure und Zink ist zu beachten. Eine qualifizierte Ernährungsberatung ist hilfreich. Als Grundlage der Ernährung sollte die Österreichische Ernährungspyramide dienen. Eine qualifizierte Ernährungsberatung ist hilfreich.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Ernährungsberatung und -therapie.

Näheres erfahren Sie im Infoblatt Fruchtzuckerunverträglichkeit der Sozialversicherung.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Eine Unverträglichkeit auf Fruktose kann mittels H2-Atemtests diagnostiziert werden. Dabei wird eine Fruktoselösung getrunken und im Anschluss die Atemluft analysiert. Wird der Fruchtzucker im Dickdarm fehlerhaft verarbeitet, entsteht u.a. Wasserstoff, der in der Atemluft gemessen werden kann. Begleitend dazu ist ein Ernährungs- und Symptomprotokoll hilfreich, da dadurch bestimmte Zusammenhänge zwischen Beschwerden und verzehrten Nahrungsmitteln hergestellt werden können. Wichtig ist zudem, dass eine angeborene Fruktoseintoleranz (hereditäre Fruktoseintoleranz) durch eine Ärztin/einen Arzt ausgeschlossen wird. 

Wie erfolgt die Behandlung der Fruktosemalabsorption?

Bei Fruktosemalabsorption soll die Fruktose- und Sorbitaufnahme über die Nahrung auf ein gut verträgliches Maß reduziert werden. Eine obst- bzw. fruktosefreie Ernährung ist dabei nicht nötig. Meist wird im Rahmen eines dreistufigen Verfahrens die individuelle Verträglichkeitsgrenze ermittelt. Der anfänglichen Karenzphase folgt eine Aufbau- bzw. Testphase mit anschließender Dauertherapie.

In der Karenzphase wird die Aufnahme an Fruchtzucker und Zuckeralkoholen wie Sorbit streng gemieden. Diese Phase wird so kurz wie möglich gehalten. Im Anschluss wird die Fruchtzuckeraufnahme schrittweise erhöht – bis die persönliche Toleranzgrenze erreicht ist.

Besteht eine Fruktosemalabsorption über lange Zeit, kann es zu einer bakteriellen Fehlbesiedelung des Darms kommen, zu deren Behandlung Antibiotika eingesetzt werden.

Folsäure- und Zinkzufuhr beachten!

Achten Sie bei der Ernährung insbesondere auf die Zufuhr des Vitamins Folsäure und den Mineralstoff Zink, da die Versorgung damit ev. nicht ausreichend sein kann. Dies ist besonders in der Schwangerschaft wichtig. Bei Fruktosemalabsorption geeignete Folsäurequellen sind grünes Blattgemüse, Spinat, Salat, Gurken, Tomaten, Hefe, Erdäpfel und Weizenkeime. Zink ist insbesondere enthalten in Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügel, Fisch, Eiern, Milch und Käse. Weitere Informationen erhalten Sie unter Folsäure und Zink.

Das Infoblatt Fruktose der Sozialversicherung gibt praktische Tipps.
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