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Blutzuckertest © fotolia/picsfive

Diabetes: Diagnose

Bei der Diagnostik von Diabetes mellitus klärt die Ärztin/der Arzt mit Ihnen Risikofaktoren und Symptome ab, und prüft eventuell den Harn auf einen erhöhten Zuckerwert. Um einen Verdacht genauer abzuklären, wird eine Blutabnahme vorgenommen und der Blutzuckerwert festgestellt. Um einen Diabetes sicher zu diagnostizieren und das Stadium der Erkrankung festzustellen, reicht eine einzige Untersuchung nicht aus. Oft müssen mehrere Untersuchungen vorgenommen werden und in der Folge sind Kontrolluntersuchungen notwendig.

Welche Diagnosemethoden gibt es?

Um eine sichere Diagnose stellen zu können, führt die Ärztin/der Arzt einen oder mehrere Tests durch. Folgende Testverfahren stehen dafür zur Verfügung:

  • Bestimmung der Gelegenheitsglukose (Nicht-Nüchternglukose): Der Gelegenheitsglukose-Spiegel wird unabhängig von der Tageszeit und vom Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme durch eine Blutuntersuchung gemessen. Finden sich klinische Symptome für einen Diabetes mellitus und beträgt die Gelegenheitsglukose 200 mg/dl oder mehr, gilt das als Hinweis auf Diabetes mellitus. Wenn an zwei verschiedenen Tagen eine Gelegenheitsglukose von 200 mg/dl oder mehr festgestellt wird, aber keine klinischen Symptome vorliegen, geht man auch von Diabetes mellitus aus. Dann werden weitere Tests – wie die Bestimmung des Nüchternblutzuckers und/oder der orale Glukose-Toleranztest (oGTT) – vorgenommen.
  • Bestimmung des Nüchternblutzuckers: Die Messung des Blutzuckers erfolgt bei dieser Methode nach einem vorangegangenen Nahrungsverzicht von mindestens acht Stunden. Bei einer Blutglukosekonzentration im Plasma von über 125 mg/dl geht man von einem Diabetes mellitus aus. Daraufhin werden weitere Untersuchungen gemacht bzw. der Test an mindestens einem weiteren Tag wiederholt. Bestätigt sich das Ergebnis, gilt das als manifester Diabetes mellitus. Bei Werten zwischen 100 und 125 mg/dl spricht man von gestörter Nüchternglukose, welche ein erhöhtes Diabetesrisiko bedeutet.
  • Oraler Glukose-Toleranztest (oGTT): Der oGTT kommt meist zum Einsatz, wenn ein unklarer Befund vorliegt, bei Verdacht auf Schwangerschaftsdiabetes oder um eine gestörte Glukosetoleranz abzuklären. Dafür wird am Morgen der Nüchternblutzucker bestimmt. Die Patientin/der Patient darf zuvor 8-14 Stunden nichts essen und soll auf Alkohol, Kaffee oder Tee verzichten. Zwei Stunden nach der Einnahme einer Glukoselösung wird die Zuckerkonzentration im Blut (venöses Plasma) erneut gemessen. Liegt der Wert zwischen 140 und 199 mg/dl man von einer gestörten Glukosetoleranz. Bei dieser ist der Blutzuckerwert nach dem Essen zu hoch, jedoch liegt noch kein Diabetes vor. Stellt die Ärztin/der Arzt nach den zwei Stunden einen Zuckerwert im Plasma von 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder mehr fest, liegt Diabetes mellitus vor.
  • Bestimmung des Hämoglobin A1c (HbA1c): Der HbA1c-Wert spiegelt den Blutzuckerspiegel der vorangegangenen sechs bis acht Wochen wider. Ein manifester Diabetes mellitus liebt bei HbA1c ≥ 6,5 % (48 mmol/mol) vor. Ein HbA1c ≤ 6,5 % schließt das Vorliegen eines Diabetes nicht aus! Eine weiterführende Diagnostik mittels Nüchternglukose oder oGTT ist erforderlich.

Hinweis Weitere Informationen zu den Laborwerten finden Sie hier.


Was sagt die Harnuntersuchung aus?

Glukose befindet sich normalerweise nicht im Harn, lässt sich jedoch bei hohen Zuckerwerten auch im Harn nachweisen und kann ein Hinweis auf Diabetes mellitus sein. Für eine Diabetes-Diagnose reicht ein Nachweis von Zucker im Harn allerdings nicht aus. Es können jedoch aufgrund einer Zuckerausscheidung im Urin (z.B. bei einem erhöhten Blutzucker) weitere Tests veranlasst werden (z.B. eine Blutzuckerbestimmung oder ein oGTT), um einen Diabetes mellitus abzuklären.

Bestimmte Werte im Urin – wie Kreatinin oder BUN-Werte (Blut-Harnstoff-Stickstoff, Harnsäure) – geben zusätzlich Auskunft über die Nierenfunktion. Denn auch bestimmte Nierenerkrankungen können für das Auftreten von Zucker im Urin verantwortlich sein.

Welche weiteren Untersuchungen sind notwendig?

Neben der Bestimmung des Blutzuckers und einer Harnuntersuchung prüft die Ärztin oder der Arzt die körperliche Verfassung der Patientin oder des Patienten. Je nachdem, welche Symptome, Risikofaktoren und Blutzuckerwerte vorliegen, holt die Ärztin oder der Arzt weitere Befunde ein.

Vor allem bei einem Verdacht auf Typ-2-Diabetes oder einem Verdacht auf ein Metabolisches Syndrom werden die Blutfettwerte (Triglyzeride, LDL- und HDL-Cholesterin) bestimmt und der Blutdruck kontrolliert. Um mögliche Erkrankungen (z.B. Erkrankungen des Herzens, der Gefäße) und bereits eingetretene Schäden (z.B. der Niere oder der Augen) auszuschließen, werden entsprechende Untersuchungen angeordnet. Zur Feststellung des Diabetes-Typs zieht die Ärztin/der Arzt Symptome, Risikofaktoren sowie die Labordiagnostik heran. Durch den Nachweis spezieller Antikörper im Blut kann Typ-1-Diabetes bestätigt werden.

Wann liegt ein manifester Diabetes mellitus vor? 

Ein manifester Diabetes mellitus liegt vor, wenn eines der folgenden Kriterien zutrifft:

  • Klassische Diabetes-Symptome und Gelegenheitsglukose ≥ 200 mg/dl,
  • Gelegenheitsglukose ≥ 200 mg/dl (an zwei verschiedenen Tagen),
  • Nüchternblutzucker ≥ 126 mg/dl (an zwei verschiedenen Tagen),
  • Glukose ≥ 200 mg/dl (2 Stunden nach Einnahme der Glukoselösung beim oGTT) oder
  • oder HbA1c ≥ 6,5 % (48 mmol/mol).

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Abklärung von Anzeichen für Diabetes können Sie sich an folgende Einrichtungen wenden:

  • Niedergelassene Ärztin/niedergelassener Arzt (für Allgemeinmedizin oder für Innere Medizin mit dem Zusatzfach Endokrinologie und Diabetologie)
  • Diabetes-Ambulanzen

Eine Liste der Diabetes-Ambulanzen in den Bundesländern finden Sie auf der Website der Österreichischen Diabetes Gesellschaft.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die Untersuchungen zur Diagnose von Diabetes werden von denSozialversicherungsträgern übernommen.

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