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Blutzuckertest © fotolia/picsfive

Diabetes: Diagnose

Bei der Diagnostik von Diabetes mellitus klärt die Ärztin/der Arzt mit Ihnen Risikofaktoren und Symptome ab und prüft eventuell den aktuellen Blutzucker mittels Fingerstich. Um einen Verdacht genauer abzuklären, wird eine venöse Blutabnahme vorgenommen und der Blutzuckerwert festgestellt.

Um Diabetes sicher zu diagnostizieren und das Stadium der Erkrankung festzustellen, reicht eine einzige Untersuchung nicht aus. Oft müssen mehrere Untersuchungen vorgenommen werden, und in der Folge sind Kontrolluntersuchungen notwendig.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Um eine sichere Diagnose stellen zu können, führt die Ärztin/der Arzt einen oder mehrere Tests durch. Folgende Testverfahren stehen dafür zur Verfügung:

Bestimmung der Gelegenheitsglukose (Nicht-Nüchternglukose)

Manchmal wird im Rahmen anderer Untersuchungen zufällig ein erhöhter Blutzuckerspiegel festgestellt. Unabhängig von der Tageszeit der Messung und vom Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme gilt dabei: Liegt der Blutzuckerspiegel bei 200 mg/dl oder mehr, besteht der Verdacht auf einen Diabetes mellitus. Auch wenn zusätzlich keine klinischen Symptome eines Diabetes mellitus vorhanden sind, wird der Arzt/die Ärztin weitere Untersuchungen durchführen. Zur sicheren Diagnosestellung kommen Messungen des Nüchternblutzuckers bzw. gegebenenfalls ein oraler Glukosetoleranztest zum Einsatz.

Bestimmung des Nüchternblutzuckers

Die Messung des Nüchternblutzuckers erfolgt nach einem vorangegangenen Nahrungsverzicht von mindestens acht Stunden. Bei einer Blutglukosekonzentration im Plasma ab 126 mg/dl geht man von einem Diabetes mellitus aus. Daraufhin werden weitere Untersuchungen gemacht bzw. wird der Test an mindestens einem weiteren Tag wiederholt. Bestätigt sich das Ergebnis, gilt das als manifester Diabetes mellitus. Bei Werten zwischen 100 und 126 mg/dl spricht man von gestörter Nüchternglukose, welche ein erhöhtes Diabetesrisiko bedeutet.

Oraler Glukose-Toleranztest (oGTT)

Der oGTT kommt meist zum Einsatz, wenn ein unklarer Befund vorliegt, bei Verdacht auf Schwangerschaftsdiabetes oder um eine gestörte Glukosetoleranz abzuklären. Dafür wird am Morgen zunächst der Nüchternblutzucker bestimmt. Die Patientin/der Patient darf zuvor acht bis 14 Stunden nichts essen und soll auf Alkohol, Kaffee oder Tee verzichten. Nach dieser ersten Blutabnahme wird eine glukosehaltige Lösung getrunken. Dadurch steigt der Blutzucker an, sollte aber rasch wieder in den Normalbereich sinken. Bei gestörter Glukosetoleranz oder Diabetes bleibt er erhöht. Daher wird zwei Stunden nach der Einnahme der Glukoselösung die Zuckerkonzentration im Blut (venöses Plasma) erneut gemessen: 

  • Liegt der Wert dann zwischen 140 und 199 mg/dl, spricht man von einer gestörten Glukosetoleranz. Bei dieser ist der Blutzuckerwert nach dem Essen zu hoch, es liegt aber (noch) kein Diabetes vor.
  • Stellt die Ärztin/der Arzt nach den zwei Stunden einen Zuckerwert von 200 mg/dl oder mehr fest, liegt Diabetes mellitus vor.

Bestimmung des Hämoglobin A1c (HbA1c)

Der HbA1c-Wert spiegelt den Blutzuckerspiegel der vorangegangenen sechs bis acht Wochen wider. Bei einem HbA1c ≥ 6,5 Prozent (48 mmol/mol) spricht man von einem manifesten Diabetes mellitus. Ein HbA1c ≤ 6,5 Prozent schließt das Vorliegen eines Diabetes nicht aus! Eine weiterführende Diagnostik mittels Nüchternglukose oder oGTT ist erforderlich.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Abklärung eines Diabetes-Verdachtes können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin.

Dort können Sie die erforderlichen Blutuntersuchungen durchführen lassen oder werden zu einer entsprechenden Stelle weitergeleitet (z.B. in ein medizinisches Labor).

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnosemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Bei bestimmten Untersuchungen (z.B. MRT) kann eine chefärztliche Bewilligung erforderlich sein. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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