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Veränderungen der Vulva

Als Veränderungen der Vulva werden Beschwerden und Veränderungen der Haut im Bereich der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane bezeichnet. Symptome wie Juckreiz, Schmerzen oder Ausschlag können verschiedenste Ursachen haben. Dauern die Beschwerden länger an, sollte sich die betroffene Frau in jedem Fall ärztlichen Rat holen. In den meisten Fällen stecken harmlose Erkrankungen dahinter, die gut behandelt werden können. Sehr selten können die Beschwerden aber auch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen, wie beispielsweise Vulvakrebs. Wird dieser rechtzeitig erkannt, ist die Chance auf Heilung gut.

Was ist die Vulva?

Die Vulva ist das äußere Geschlechtsorgan der Frau. Zu ihr gehören: der Venushügel, die großen und kleinen Schamlippen, die Klitoris (Kitzler) und der Scheidenvorhof. Der Scheidenvorhof ist jener Bereich zwischen den kleinen Schamlippen, in den die Scheide und die Harnröhre münden.

Welche Ursachen haben Veränderungen der Vulva?

Krankhafte Veränderungen im Bereich der Vulva können verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen beispielsweise Entzündungen oder Verletzungen. Mitunter steckt auch eine Infektion mit Pilzen, Viren oder Bakterien dahinter. So ist beispielsweise eine Infektion mit Humanen Papillomaviren eine häufige Ursache für Warzen im Genitalbereich. Bei manchen Frauen kann dieser Virus über die Jahre zu Gebärmutterhalskrebs, aber auch zu Vulvakrebs oder anderen Krebserkrankungen führen.

Manchmal ist auch eine übertriebene Intimhygiene mit Seifen oder Duschgels, die die Haut reizen, schuld an Beschwerden oder Problemen im Bereich der Vulva. Auch enge oder synthetische Kleidung oder Kondome mit Latex können dazu führen. In manchen Fällen ist eine Allergie oder eine Autoimmunerkrankung die Ursache für die Veränderungen.

Welche Symptome können auftreten?

Je nach Ursache können unterschiedliche Symptome auftreten. Fast alle betroffenen Frauen leiden aber unter mehr oder weniger starkem Juckreiz im Bereich der Vulva. Dadurch wird ihre Lebensqualität oft stark beeinträchtigt.
Hinzukommen können beispielsweise:

  • Brennen
  • Schmerzen oder Wundgefühl
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Hautveränderungen:
    • Schwellungen
    • Rötung oder Weißfärbung der Haut
    • Kleine Knötchen, Bläschen, Schuppen
    • Warzen
    • Oberflächliche Wunden, die nicht heilen wollen: ähnlich einer Schürfwunde
    • Tiefe Wunden, die nicht heilen wollen: Fachleuten bezeichnen eine tiefe Wunde als Ulcus.
    • Blutende Einrisse der Haut und Schleimhaut
  • Vergrößerte Lymphknoten in der Leiste
  • Ausfluss aus der Scheide

Welche Erkrankungen verursachen Veränderungen an der Vulva?

Hinter Beschwerden und Hautveränderungen im Bereich der Vulva können verschiedene Erkrankungen stecken. Die häufigsten Vulvaerkrankungen sind:

Vulvaentzündung

Häufig kommt es zu Veränderungen der Vulva infolge einer Entzündung. Fachleute bezeichnen diese als Vulvitis. Fast immer leiden die Betroffenen dabei unter mehr oder weniger starkem Juckreiz. Dabei kann ein sich verstärkender „Juck-Kratz-Kreislauf“ entstehen: Durch häufiges Kratzen wird die betroffene Stelle gereizt und kann sich entzünden. Dadurch verstärkt sich das Jucken nur noch mehr.

Weitere Symptome können sein:

  • Gerötete Stellen im Bereich der Vulva
  • Schmerzen oder ein unangenehmes Brennen
  • Ausfluss aus der Scheide
  • Auch Beschwerden beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr sind möglich

Durch Hitze, Stress oder raue Kleidung können sich die Beschwerden verschlimmern. Frauen, die an chronischen Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes mellitus, oder unter einem geschwächten Immunsystem leiden, sind besonders anfällig für Entzündungen der Vulva.

Mögliche Ursachen für eine Entzündung der Vulva sind z.B.:

  • Infektionen: Pilze, z.B. Candida albicans, können eine Entzündung hervorrufen. Dabei ist meist nicht nur die Vulva, sondern auch die Scheide entzündet. Auch Viren, z.B. das Humane Papillomavirus, Herpes-simplex-Virus, oder Bakterien können zu einer Entzündung führen. Frauen können sich vor Infektionen und sexuell übertragbaren Krankheiten durch die Anwendung von Kondomen schützen. Impfungen gegen HP-Viren können HPV-Infektionen vorbeugen. Selten verursachen Parasiten wie Madenwürmer (Oxyuren), Krätzmilben oder Filzläuse eine Entzündung.
  • Allergische Reaktionen: Manchmal reagiert der Körper einer Frau überempfindlich auf bestimmte Pflegeprodukte wie Seifen oder Waschmittel. Mitunter reizt auch Wäsche mit synthetischen Fasern die Haut. Auch bestimmte Medikamente oder Kondome, die Latex enthalten, können zu einer Entzündung im Bereich der Vulva führen.

Chronische Hauterkrankungen im Bereich der Vulva

Manchmal kann eine chronische Hauterkrankungen hinter den Beschwerden und Hautveränderungen stecken. Dazu zählen: 

  • Lichen sclerosus: Die genaue Ursache dieser Hauterkrankung ist bis heute nicht bekannt. Fachleute vermuten, dass es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handelt. Dabei reagiert das Immunsystem falsch und greift eigene Hautzellen und Bindegewebe an. Die Krankheit ist nicht ansteckend und tritt bei Frauen vor allem an der Vulva auf. Selten sind auch andere Stellen des Körpers betroffen. Die Betroffenen leiden zu Beginn der Erkrankung unter starkem Jucken und Brennen im Bereich der Vulva. Nach einiger Zeit bilden sich stark juckende Knötchen und weiße Flecken. Die Haut wird rissig und vernarbt. Dadurch zieht sich das Gewebe der Vulva und der Scheide immer mehr zusammen und verengt. Die betroffenen Frauen haben dann oft starke Probleme beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie). Eine möglichst frühe Behandlung kann die Betroffenen vor solchen Schäden bewahren. Zudem kann sie auch vor Krebs schützen: Bei etwa fünf von 100 Frauen entwickelt sich über die Jahre aus einem Lichen sclerosus Vulvakrebs.
  • Schuppenflechte: Fachleute bezeichnen diese Erkrankung als Psoriasis. Sie kann an allen Stellen des Körpers auftreten. Typisch sind gerötete, schuppende Hautveränderungen, die mitunter auch jucken können. Die Erkrankung gehört zur großen Gruppe der Autoimmunerkrankungen: Das körpereigene Immunsystem schädigt die Haut und manchmal auch andere Teile des Körpers, beispielsweise die Gelenke. Ist die Vulva betroffen, können die Betroffenen unter Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr leiden. 
  • Lichen simplex chronicus: Diese Hauterkrankung kann an vielen Stellen des Körpers auftreten. Betroffene leiden unter stark juckenden, trockenen und verdickten Hautstellen. Bei Frauen ist mitunter auch die Vulva betroffen. Durch häufiges Kratzen wird die betroffene Stelle gereizt und kann sich entzünden. Dadurch verstärkt sich das Jucken nur noch mehr. Ein sich gegenseitig verstärkender „Juck-Kratz-Kreislauf“ entsteht. Durch Hitze, Stress oder raue Kleidung kann sich die Krankheit verschlimmern. Neben dem Jucken klagen betroffene Frauen oft über Brennen und Schmerzen im Bereich der Vulva sowie über Probleme beim Geschlechtsverkehr.

Vulvakrebs

Selten kann hinter einer Veränderung der Vulva eine Krebserkrankung stecken. In den meisten Fällen geht der Krebs von der obersten Hautschicht der großen Schamlippen aus. Meist sind ältere Frauen nach der letzten Regelblutung betroffen. Wenn Vulvakrebs in einem frühen Stadium entdeckt wird, ist er meist gut behandelbar. In späteren Stadien kann er in die Umgebung einwachsen und benachbarte Organe wie die Harnröhre, die Scheide oder den Enddarm schädigen. 

  • Ursachen und Risikofaktoren: Bei der Entstehung von Vulvakrebs spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Generell sind Frauen, die rauchen, stärker gefährdet, im Laufe ihres Lebens an Vulvakrebs zu erkranken. Fast immer hatten die Betroffenen im Vorfeld eine länger bestehende Infektion mit „Humanen Papillomaviren“ (HP-Viren; HPV). Manche dieser Viren können Krebsvorstufen, sogenannte Dyplasien, verursachen. Dabei handelt es sich um veränderte Haut- oder Schleimhautzellen. Bei den meisten Frauen verschwinden diese Vorstufen von selbst wieder. Geschieht das nicht und wird die Vorstufe nicht behandelt, kann sich bei manchen Frauen im Laufe der Jahre daraus Vulvakrebs entwickeln. Mit einer Impfung gegen HP-Viren kann einer Infektionen vorgebeugt werden. Hartnäckige Infektionen, AIDS oder ein jahrelang bestehender Lichen sclerosus können ebenfalls die Entstehung von Vulvakrebs begünstigen.
  • Symptome: Die möglichen Symptome von Vulvakrebs sind jenen von gutartigen Veränderungen der Vulva sehr ähnlich: hartnäckiger, immer wiederkehrender Juckreiz, Veränderungen der Haut, brennende Schmerzen, Probleme beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr. Meist stecken hinter diesen Beschwerden wesentlich harmlosere Ursachen als Krebs. Dennoch sollten Frauen derartige Veränderungen ernst nehmen und ärztlich abkären lassen.

Genitalwarzen

Diese gutartigen Wucherungen der Haut werden auch als Feigwarzen oder Kondylome bezeichnet. Sie treten bevorzugt im Intimbereich auf und verursachen meist keine Beschwerden. Schuld ist eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV). Die Viren werden beim Sex übertragen. Nicht jeder Mensch, der sich mit HPV ansteckt, bekommt Warzen, viele bemerken nichts von der Infektion. Manche HP-Viren können auch Krebs verursachen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Damit die Ärztin oder der Arzt Beschwerden oder krankhafte Veränderungen erfolgreich behandeln kann, ist eine genaue Diagnose wichtig. Im Rahmen einer ausführlichen Anamnese erkundigt sich die Ärztin oder der Arzt nach bestehenden Erkrankungen, Allergien oder regelmäßig eingenommenen Medikamenten. Es wird geklärt, ob auch alltägliche Faktoren eine Rolle spielen können, z.B. übertriebene Intimhygiene, hautreizende Pflegeprodukte oder synthetische Wäsche.

Anschließend wird die Frau körperlich und gynäkologisch untersucht. Die Ärztin oder der Arzt betrachtet die Vulva manchmal mit einer Lupe. Fachleute bezeichnen diese Untersuchung als Vulvoskopie. Damit sollen auch Veränderungen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, erkannt werden können. In bestimmten Fällen entnimmt die Ärztin oder der Arzt eine Gewebeprobe aus der verdächtigen Stelle (Biopsie). Diese wird anschließend im Labor untersucht. Besteht der Verdacht, dass die Veränderungen durch eine Allergie verursacht werden, ist ein Allergietest sinnvoll. Eventuell sind weitere Untersuchungen notwendig.

Wie erfolgt die Therapie von Veränderungen der Vulva?

Prinzipiell empfehlen Ärztinnen und Ärzte den betroffenen Frauen, ihnen bekannte Auslöser der Beschwerden zu vermeiden: Beispielsweise können dies bestimmte Seifen, Duschgels oder Kondome mit Latex oder speziellen Beschichtungen sein. Fachleute empfehlen generell, die Vulva nur mit Wasser zu reinigen. Spezielle Pflegeprodukte sind nicht notwendig. Zudem raten sie, keine Unterwäsche aus Synthetik zu tragen, sondern besser Unterwäsche aus Baumwolle oder Seide.

Die weitere Behandlung von Veränderungen der Vulva richtet sich nach deren Ursache: Beispielsweise kann die Ärztin oder der Arzt bei Entzündungen, Schuppenflechte oder Lichen sclerosus Cortison-haltige Salben verschreiben. Gegen den Juckreiz können rückfettende Hautpflegeprodukte sowie Medikamente helfen.

Bei Vulvakrebs ist in den meisten Fällen eine Operation notwendig. Ist der Krebs schon weit fortgeschritten, empfehlen die Ärztinnen und Ärzte manchmal eine zusätzliche Strahlen-Chemotherapie.

Leichte Krebsvorstufen können zunächst beobachtet und müssen nicht sofort behandelt werden. In diesem Fall sind aber regelmäßige Kontrollen bei einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt wichtig. Wenn die Krebsvorstufen bereits stärker verändert sind, werden sie von der Ärztin oder vom Arzt entfernt. Dies kann mit einem Laser oder einer Operation erfolgen.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Auftreten von Beschwerden und Veränderungen im Genitalbereich sollten Sie sich umgehend an eine Fachärztin oder einen Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – kurz eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt – wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

 

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 20. Dezember 2022

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: MR Dr.in Monika Matal, Ärztin für Allgemeinmedizin, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

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