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Gynäkologin mit Patientin © Lydie

Vulvaveränderungen: Häufige Formen

Je nach zugrundeliegender Ursache können Vulvaveränderungen mit einem breiten Spektrum unterschiedlicher Krankheitsbilder – von relativ harmlosen Infekten und Entzündungen über Verletzungen bis hin zu bösartigen Tumoren – verbunden sein. Ebenso vielgestaltig ist die Therapie. Sie reicht von einfacher Bettruhe bis zu Operationen . . .

Vulvaentzündung (Vulvitis)

Eine Vulvaentzündung (Vulvitis) kann durch verschiedenste Faktoren verursacht werden, z.B.:

Eine kombinierte Entzündung von Vulva und Vagina (Vulvovaginitis) bei Mädchen kann auch anatomisch bedingt sein.

  • Symptome: v.a. Juckreiz, Brennen, Schmerzen, Schwellung, Rötung, verstärkter Ausfluss, geschwollene Leistenlymphknoten.
  • Therapie: Bei allergisch bedingten Entzündungen verschwinden die Beschwerden rasch nach Beseitigung des Auslösers von selbst. Bei infektiös bedingter Vulvitis werden entzündungshemmende Sitzbäder, Salben und Vaginalzäpfchen mit Wirksamkeit gegen den jeweiligen Erreger angewendet. Bei Bedarf kommen juckreiz- und schmerzlindernde Salben zum Einsatz. Seifen und Deodorantien sollten bei der Intimhygiene grundsätzlich vermieden werden. 
  • Verlauf: Eine frühzeitige Behandlung führt meistens zu einem raschen Abklingen der Beschwerden. Bakterielle Infektionen lassen sich mit einer gezielten Antibiotikatherapie behandeln, eventuell in Kombination mit Lactobacillus-haltigen Präparaten.

Pilzinfektionen sind manchmal hartnäckig und sollten ausreichend lange mit Antimykotika behandelt werden. In bestimmten Ausnahmefällen wie z.B. wiederkehrenden Pilzinfektionen sollten Geschlechtspartnerinnen/Geschlechtspartner mitbehandelt werden. Unbehandelt können Vulvaentzündungen chronisch werden und auf benachbarte Organe wie z.B. Harnwege oder Scheide (Vagina) übergreifen.

Genitalwarzen (Kondylome)

Genitalwarzen (Kondylome, Feigwarzen) werden durch Infektionen mit dem Humanen Papilloma Virus (HPV) verursacht.

  • Symptome: Genitalwarzen sind flache, glatte bis samtige, hautfarbene oder weißlich-bräunliche Knötchen (Papeln) im Genitalbereich. Sie verursachen in den meisten Fällen keine Beschwerden, nur selten sind sie mit Juckreiz, Brennen, Blutungen, Schmerzen oder einer sexuellen Funktionsstörung (Dyspareunie) verbunden.
  • Therapie: Ziel jeder Behandlung ist es, die sichtbaren Genitalwarzen zu entfernen und die unangenehmen Symptome zu verbessern. Keine der verfügbaren Therapien führt zu einer Elimination der Viren aus dem Körper. Zur Auswahl stehen chirurgische Entfernung, lokale Anwendung von Trichloressigsäure oder Kryotherapie.

Geschwürbildung (Ulcus vulvae acutum Lipschütz)

Diese seltene Erkrankung betrifft meistens junge Frauen. Die Ursache ist weitgehend ungeklärt.

  • Symptome: v.a. akut auftretende schmerzhafte Geschwüre im Bereich der Vulva, Schmerzen im äußeren Genitalbereich, meist auch Fieber und Schwellung der Leistenlymphknoten.
  • Therapie: Bettruhe, Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente; eventuell Sitzbäder und schmerzstillende Salben zur Beschwerdelinderung.  

Lichen sclerosus

Lichen sclerosus ist eine relativ häufige chronische Veränderung der Vulva- und Scheidenhaut. Betroffen sind mehrheitlich Frauen nach den Wechseljahren, diese Hautveränderungen kommen aber auch immer öfter bei jüngeren Frauen vor. Die Ursachen sind weitestgehend unbekannt. Möglicherweise spielen Autoimmunreaktionen, genetische und hormonelle Einflüsse eine Rolle. Es gibt verschiedene Unterformen, die häufigste ist die sogenannte Weißfleckenkrankheit (Lichen sclerosus et atrophicus). Sie kann nicht nur im Genitalbereich, sondern auch im Nacken oder am Rücken auftreten.

  • Symptome: Typisch sind weiße, zum Teil gerötete, mitunter stark verhornte etwa erbsengroße Knötchen an Haut und Schleimhaut. Diese verbinden sich zu größeren weißlichen, porzellanartigen Herden. Nach längerer Krankheit wird die Haut an den geschädigten Stellen glänzend und pergamentpapierartig. Schmerzhafte Hauteinrisse (Rhagaden) und kleinere Einblutungen (Hämorrhagien) treten auf. Im Bereich der Vulva leiden Betroffene häufig unter erheblichem Juckreiz und starkem Brennen beim Wasserlassen. Mit der Zeit kann es zu einer Verkleinerung der kleinen Schamlippen, zur Einengung des Scheideneingangs und dadurch zu Beschwerden beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) kommen.
  • Therapie: lokale Anwendung von kortisonhaltigen und testosteron-, östrogen- oder progesteronhaltigen Cremes oder Salben.
  • Verlauf: Die Krankheit ist derzeit unheilbar, der Verlauf chronisch.  

Vulvaverletzungen

Vulvaverletzungen können infolge von Unfällen, beim Geschlechtsverkehr, bei einer Geburt oder beim Einführen von Fremdkörpern in die Scheide entstehen.

  • Symptome: v.a. Blutergüsse (Hämatome) oder Blutungen aus der Vagina, Einrisse und Verletzungen der Vagina einschließlich des Damms, akute Bauchschmerzen. 
  • Therapie: lokaler Druckverband, Kälteanwendungen, gegebenenfalls kleine chirurgische Eingriffe. Wenn es durch Bildung von Narben zu Beschwerden beim Sitzen oder beim Geschlechtsverkehr kommt, können diese operativ entfernt werden.

Zysten

Die häufigste vulväre Zyste ist die sogenannte Bartholin-Zyste. Sie entsteht, wenn es in den Drüsengängen im Scheidenvorhof (Bartholindrüsen) zu einem Sekretstau und in der Folge zu einem Verschluss der Drüsen kommt.

  • Symptome: Typisch sind prall-kugelige Gewebeschwellungen im unteren Drittel der kleinen und großen Schamlippen.
  • Therapie: Vulväre Zysten sind prinzipiell harmlos, sollten jedoch chirurgisch entfernt werden, um die verstopften Drüsengänge wieder freizulegen.

Vulvatumoren

In der Entstehung von Vulvatumoren spielt das sexuell übertragbare Humane Papilloma Virus (HPV) eine wichtige Rolle. Betroffen sind meist die großen Schamlippen, weniger häufig die kleinen Schamlippen oder die Klitorisregion.

  • Symptome: Vulvatumoren verursachen zu Beginn selten Beschwerden. Nach einer HPV-Infektion zeigen sich gutartige Tumoren frühestens nach vier Wochen, oft aber erst nach mehreren Monaten als warzenähnliche weißliche oder rosafarbene Wucherungen. Bösartige Vulvatumoren verursachen häufig dauerhaften Juckreiz. Erst in fortgeschrittenen Stadien kann ein nach außen wachsender Tumor sichtbar werden. 
  • Therapie: Gutartige Vulvatumoren werden operativ entfernt. Bei bösartigen Vulvatumoren stehen je nach ihrer Ausdehnung chirurgische Entfernung, Strahlen- und Chemotherapie zur Auswahl.
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