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Älterer Herr und Arzt sehen sich Befunde an © Blue Planet Studio
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Testosteronmangel im Alter

Altershypogonadismus (Late-Onset-Hypogonadismus) ist ein Syndrom, das durch Testosteronmangel und bestimmte begleitende Symptome gekennzeichnet ist. Testosteronmangel im Alter wird manchmal auch als Andropause bezeichnet, obwohl die Testosteronspiegel nicht abrupt absinken. Eine vergleichbare hormonelle Umstellung wie bei der Frau in der Menopause findet beim Mann nicht statt. 

Der Hormonstoffwechsel des Menschen verändert sich im Alter. Der Körper verliert mit der Zeit die Fähigkeit, Hormone richtig zu regulieren, und es werden weniger Hormone ausgeschieden. Das ist Teil des normalen Alterungsprozesses und der körperlichen Veränderungen im Alter. Beim Mann sinkt der Spiegel des Gesamttestosterons ungefähr ab dem 40. Lebensjahr langsam ab, ca. um 0,4 Prozent pro Jahr. Die Testosteronproduktion kommt normalerweise jedoch nicht zum Erliegen. Bei den meisten Männern bleiben die Testosteronwerte auch im Alter im normalen Bereich.   

Bei Altershypogonadismus liegen die Testosteronspiegel unter den Normalwerten für gesunde Männer. Der Testosteronmangel kann körperliche Beschwerden verursachen bzw. verstärken und zur Entstehung von Erkrankungen beitragen, z.B. Osteoporose, Metabolisches Syndrom.

Bei 50- bis 59-jährigen Männern liegt die Häufigkeit (Inzidenz) von Hypogonadismus bei 0,6 Prozent und bei 60- bis 79-jährigen Männern bei 4,2 Prozent – ca. jeder 25. Mann dieser Altersgruppe.

Wie entsteht Testosteronmangel im Alter?

Bei der Entstehung eines Altershypogonadismus spielen zwei Vorgänge eine wichtige Rolle:

  • Die Leydig-Zellen der Hoden können weniger Testosteron produzieren, und 
  • die hormonelle Steuerung der Testosteronproduktion im Hypothalamus-Hypophysen-System verändert sich.

Altershypogonadismus ist eine Mischform aus primärem und sekundärem Hypogonadismus. Die Symptome können durch verschiedene körperliche und psychische Faktoren beeinflusst werden. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass bestimmte Erkrankungen mit einem Testosteronmangel in Zusammenhang stehen und möglicherweise eine wechselseitige Wirkung haben. So liegen bei Osteoporose, metabolischem Syndrom oder Typ-2-Diabetes bei den betroffenen Männern häufig niedrige Testosteronwerte vor.

Wie können Sie einem Testosteronmangel vorbeugen?

Die Entstehung eines Testosteronmangels im Alter kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden, die mit dem Lebensstil zusammenhängen. Dazu zählen z.B. Adipositas oder hoher Alkoholkonsum. Ein gesunder Lebensstil – ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, kein übermäßiger Alkoholkonsum, nicht Rauchen – vermeidet zusätzliche negative Einflüsse auf die Produktion und Wirkung von Testosteron und hilft, einem Testosteronmangel vorzubeugen.

Risikofaktoren für Altershypogonadismus sind Fettleibigkeit, chronische Erkrankungen und ein schlechter Gesundheitszustand allgemein.

Welche Symptome können auftreten?

Das Syndrom des Altershypogonadismus ist meist durch folgende Symptome gekennzeichnet:

  • Nachlassen des sexuellen Verlangens (Libidoverlust),
  • Erektionsstörungen,
  • Stimmungsschwankungen, depressive Stimmungen und Antriebsverlust, 
  • kognitive Störungen, vor allem Verringerung der räumlichen Wahrnehmungsfähigkeit,
  • Schlafstörungen,
  • Abnahme der Körperbehaarung,
  • Gynäkomastie,
  • Rückgang der Muskulatur (Muskelvolumen, Muskelkraft),
  • Zunahme des Bauchfetts,
  • Verlust an Knochendichte bzw. Anzeichen der Osteoporose,
  • Anzeichen des Metabolischen Syndroms.

Alleine betrachtet ist keines der Symptome ein verlässlicher Hinweis für Hypogonadismus. Die Anzeichen des Altershypogonadismus sind meist weniger deutlich ausgeprägt als in jüngeren Jahren auftretender Hypogonadismus. Die Beschwerden können auch durch andere Erkrankungen ausgelöst werden, z.B. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen. Sexuelle Funktionsstörungen, z.B. Libidoverlust oder Erektionsstörungen, können auch durch vielfältige körperliche und psychische Ursachen hervorgerufen werden.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Um die Beschwerden des Patienten abzuklären, fragt die Ärztin/der Arzt zunächst nach der Krankengeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch. Hat der Patient Beschwerden oder Symptome, die auf einen Testosteronmangel hindeuten, ist eine genaue Diagnostik notwendig. Damit kann die Ärztin/der Arzt mögliche Ursachen eingrenzen.

Laboruntersuchungen des Blutes zeigen die Höhe des Testosteronspiegels. Die Messung muss morgens erfolgen. Die Laborergebnisse und bestimmte sexuelle Symptome (z.B. verringertes sexuelles Verlangen, abgeschwächte Morgenerektion, erektile Dysfunktion) liefern der Ärztin/dem Arzt den Nachweis, ob ein Testosteronmangel vorliegt und eventuell ein Testosteronersatz angezeigt ist.

Die Ergebnisse der ersten Labormessung müssen durch eine zweite oder dritte Messung bestätigt werden. Unter Umständen verordnet die Ärztin/der Arzt weitere Untersuchungen, um mögliche Ursachen einzugrenzen. Weitere Informationen finden Sie unter: Testosteronmangel beim Mann.

Wie erfolgt die Behandlung von Altershypogonadismus?

Eine Indikation für einen Testosteronersatz besteht, wenn der Patient zu niedrige Testosteronwerte aufweist und typische Symptome des Altershypogonadismus vorhanden sind. Vor einer Testosteronersatztherapie klärt die Ärztin/der Arzt ab, ob Gegenanzeigen bestehen, und verordnet die dafür notwendigen Untersuchungen. Zu den Kontraindikationen zählen z.B. Prostatakarzinom, Polyzythämie, Brustkrebs beim Mann, obstruktive Schlafapnoe oder schwere Herzinsuffizienz.

Für eine Testosteronersatztherapie stehen Präparate mit natürlichem Testosteron in unterschiedlichen Darreichungsformen zur Verfügung. Die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt entscheidet gemeinsam mit dem Patienten, welches Präparat am besten geeignet ist, und klärt den Patienten über mögliche Risiken und Nebenwirkungen auf.

Vor dem Beginn einer Therapie prüft die Ärztin/der Arzt den Zustand der Prostata und das Risiko der Entstehung von Prostatakrebs mittels rektaler Finger- und Ultraschalluntersuchung bzw. Laboruntersuchung des PSA. Die Häufigkeit von Prostatakrebs steigt ab dem 50. Lebensjahr. Deshalb haben kürzer wirkende Präparate gegenüber langwirkenden den Vorteil, eine Testosteronersatztherapie beim Auftreten einer Kontraindikation wie dem Prostatakrebs sofort unterbrechen zu können.

Nähere Informationen zur Therapie und zu Nebenwirkungen finden Sie unter Testosteronmangel beim Mann.

Prognose und Kontrolle

Eine Besserung der Symptome eines Altershypogonadismus tritt meist innerhalb von drei bis sechs Monaten nach Beginn der Testosteronersatztherapie ein. In Studien wurden folgende positive Wirkungen beobachtet: 

  • Zunahme der Knochendichte,
  • Zunahme der fettfreien Körpermasse,
  • Zunahme der Bildung von Erythrozyten,
  • Metabolische Parameter sowie
  • erektile Funktion.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei einer Testosteronersatztherapie umfassen Laboruntersuchungen des Gesamttestosterons, PSA-Werte, Blutbild (Hämatokrit) und Ultraschall der Prostata. Weitere Untersuchungen können zur Kontrolle des Behandlungserfolgs von der Ärztin/vom Arzt angeordnet werden, z.B. Messung der Knochendichte.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Abklärung des Verdachts, an Testosteronmangel zu leiden, können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Urologie,
  • Fachärztin/Facharzt für Andrologie oder
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin (Spezialgebiet Endokrinologie).

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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