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Mädchen wird am Bauch abgetastet © krishnacreations

Neuroblastom bei Kindern

Neuroblastome sind bösartige solide‎ Tumoren, die aus unreifen Zelle‎n des sympathischen Nervensystems hervorgehen. Dieses steuert u.a. Herz- und Kreislauffunktionen sowie Darm- und Blasentätigkeit. Mit etwa sieben Prozent aller Krebserkrankungen sind Neuroblastome die zweithäufigsten soliden Tumoren (nach ZNS-Tumor‎en) im Kindes- und Jugendalter. Betroffen sind vorwiegend Kinder bis zum sechsten Lebensjahr, insbesondere Neugeborene und Säuglinge im ersten Lebensjahr . . .

Die meisten Neuroblastome entstehen im Nebennierenmark‎ oder im Bereich der Nervengeflechte beidseits der Wirbelsäule. Der Krankheitsverlauf ist sehr unterschiedlich. Manche der Tumoren verhalten sich sehr aggressiv und bilden Metastase‎n in anderen Körperregionen und -organen. Für die Prognose sind die (molekular)biologische Charakterisierung der Erkrankung und das Alter des Kindes von entscheidender Bedeutung. Bei Fehlen ungünstiger tumorbiologischer Merkmale können sich bei Säuglingen selbst metastasierte Neuroblastome spontan zurückbilden. Bei älteren Kindern ist neben der Tumorbiologie auch die Ausbreitung prognostisch relevant. Entsprechend sind auch die Heilungsaussichten sehr unterschiedlich.

Ursachen

Die Krankheit wird durch eine bösartige Veränderung von unreifen Zellen des sympathischen Nervensystems ausgelöst. Die Fehlentwicklung dieser noch nicht ausgereiften (embryonalen) Nervenzellen‎ beginnt möglicherweise bereits vor der Geburt und kann eine Folge von Chromosomen- und/oder Gen‎veränderungen sein.

Symptome

Viele Patientinnen/Patienten mit Neuroblastom haben keine Krankheitszeichen. Bei ihnen wird der Tumor zufällig entdeckt. Beschwerden treten in der Regel erst dann auf, wenn das Tumorwachstum fortgeschritten ist, Metastasen auftreten oder umgebende Strukturen beeinträchtigt werden.

Unspezifische Allgemeinsymptome treten unabhängig von der Lage des Tumors und generell auch bei anderen Krankheiten auf, z.B.:

  • Müdigkeit,
  • Lustlosigkeit,
  • Schwäche,
  • Blässe,
  • anhaltendes mäßiges Fieber,
  • Schwitzen,
  • Lymphknotenschwellungen an Bauch oder Hals,
  • aufgetriebener Bauch,
  • Verstopfung oder Durchfälle,
  • Bauchkoliken,
  • Appetitlosigkeit,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Gewichtsverlust,
  • Knochenschmerzen.

Je nach Lage können u.a. folgende spezifische Symptome auftreten:

  • Tastbare Tumore oder Metastasen;
  • Schwellungen am Bauch oder am Hals;
  • Harnstau (durch Druck eines Tumors auf den Harnleiter);
  • Atemnot (durch Druck eines Tumors auf die Lunge);
  • Lähmungserscheinungen (durch Einwachsen von Tumoren in den Wirbelkanal);
  • Horner-Syndrom: Zurücksinken des Augapfels mit einseitig verkleinerter Pupille und hängendem Lid bei Tumoren im Halsbereich;

In seltenen Fällen können durch die hormonelle Aktivität des Tumors Bluthochdruck oder anhaltende Durchfälle entstehen.

Diagnose

Finden sich in der Krankheitsgeschichte bzw. im Rahmen einer körperlichen Untersuchung‎ Hinweise auf einen bösartigen Tumor des Nervensystems, werden in einem auf Krebs- und Bluterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen spezialisierten Krankenhaus weitere Untersuchungen durchgeführt, u.a.:

Therapie & Prognose

Die Behandlung besteht meist aus einer Kombination von Operation und Chemotherapie. Ist danach noch aktives Tumorgewebe vorhanden, kann eine Bestrahlung der Tumorregion folgen. Weitere Verfahren können ergänzend eingesetzt werden, z.B. MIBG-Therapie, Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation und/oder Retinsäure. Immuntherapeutische Ansätze werden studiert.

Bei Säuglingen kann – falls die Tumorzellen keine ungünstigen biologischen Merkmale tragen – die alleinige Beobachtung des Tumors erfolgen, da mit einer spontanen Rückbildung gerechnet werden kann. In diesen Fällen sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich. Die Heilungsaussichten lassen sich bei einem Neuroblastom für den Einzelfall schwer abschätzen.

Wohin kann ich mich wenden?

Erste Anlaufstelle ist eine Fachärztin/ein Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte sowie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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