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Infusion © Pitchayaarch
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Krebs: Therapie & Nachsorge

Krebstherapie ist sehr vielfältig. Das Ziel ist es, den bösartigen Tumor zu entfernen. Oder ihn zumindest daran zu hindern, zu wachsen und sich ins umliegende Gewebe auszubreiten.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen unter anderem die chirurgische Entfernung des Tumors mittels Operation, Chemo- und Strahlentherapie sowie spezielle Medikamente, die das Tumorwachstum durch Einfluss auf Botenstoffe sowie das körpereigene Immunsystem hemmen. 

Wie erfolgt die Behandlung von Krebs?

Auf Basis der Diagnose, Prognose und möglicher Therapien erstellen die behandelnden Ärztinnen/Ärzte einen Plan für die Behandlung. Das erfolgt multidisziplinär, d.h. von verschiedenen Fachärztinnen/Fachärzten („Tumorboard“) gemeinsam.  Dabei werden die Wünsche und die Situation der Patientin/des Patienten berücksichtigt. Nach Behandlungsende erfolgt wiederum eine Untersuchung des ganzen Körpers, um nachzuweisen, ob noch Tumor vorhanden ist. War die Behandlung nicht auf Anhieb erfolgreich, wird ein neuer Behandlungsplan erstellt. Rehabilitation und Nachsorge ergänzen die Betreuung krebskranker Menschen.

Ist eine kurative Therapie (Heilung) nicht möglich, erfolgt eine palliative Behandlung. Symptomlinderung, Lebensverlängerung und Begleitung stehen dabei im Vordergrund. Besonders wichtig ist in jedem Fall die Rücksichtnahme auf die Lebensqualität. Die Krebsforschung beschäftigt sich laufend mit neuen Therapiemöglichkeiten – unter anderem im Rahmen von klinischen Studien. Spezifische Informationen zu Diagnostik und Behandlung finden Sie bei den einzelnen Krebsarten.

Chirurgie

Mittels Operation soll das Tumorgewebe vollständig oder soweit möglich entfernt werden. Dabei wird etwas mehr als nur die Krebsgeschwulst herausgeschnitten: ein sogenannter Resektionsrand sorgt dafür, dass möglichst kein krankes Gewebe im Körper bleibt. Die histologische Gewebe- bzw. Zelluntersuchung unter dem Mikroskop beginnt oft parallel zur Operation. Diese zeigt, ob noch Gewebe entfernt werden muss.

Wird vorerst lediglich eine Gewebeprobe mit einer Nadel oder mittels eines kleinen Schnittes unternommen, spricht man von einer Biopsie. Minimal-invasive Methoden (sogenannte „Schlüsselloch-Chirurgie) kommt auch bei Tumoren im Rahmen einer Endoskopie (z.B. Koloskopie oder Laparoskopie ) zum Einsatz.

Jedoch erfolgen bei der chirurgischen Krebstherapie auch oft ausgedehnte und aufwendige Operationen. Bei diesen werden mitunter Teile eines Organs – oder ein komplettes Organ entfernt – sowie angrenzendes vom Tumor befallenes Gewebe und Lymphknoten. Dabei wird meist der erste Lymphknoten im Abflussgebiet, der Torwächter oder „sentinel node“ unter dem Mikroskop beurteilt. Ist dieser befallen, müssen auch Folgelymphknoten untersucht werden. Auch Metastasen (Tumorabsiedelungen) können in manchen Fällen operiert und somit geheilt werden. Chirurgische Maßnahmen werden ebenso in der Palliativtherapie eingesetzt. Sie dienen in diesen Fällen nicht der Heilung, sondern der Lebensverlängerung und Verbesserung der Lebensqualität. Die Chirurgin/der Chirurg klärt vor der Operation individuell über mögliche Risiken auf.

Chemotherapie

Bei der Chemotherapie werden Medikamente – sogenannte Zytostatika –  verabreicht. Dies erfolgt meist über eine Infusion (über die Vene oder einen sogenannten Portkatheter), gelegentlich auch als Tabletten, selten als Salbe. Diese Medikamente bekämpfen die Krebszellen, damit diese sich nicht mehr vermehren und in ihrem Wachstum gehemmt werden. Chemotherapie wird häufig mit Strahlentherapie (Radiotherapie) kombiniert und nennt sich dann Radiochemotherapie. Es werden verschiedene Arten der Chemotherapie unterschieden:

  • Kurative Chemotherapie: Das Ziel ist, so gut wie alle Krebszellen zu zerstören und damit eine Heilung zu erreichen.
  • Adjuvante Chemotherapie: Diese wird nach einer Operation vorgenommen, um möglicherweise noch im Körper verbliebene Krebszellen abzutöten. Damit sollen auch Rückfälle verhindert werden.
  • Neoadjuvante Chemotherapie: Diese findet vor einer Operation statt, um den Tumor vor dieser durch die medikamentöse Therapie zu verkleinern. Anschließend lässt er sich dann besser operativ entfernen.
  • Palliative Chemotherapie: Wenn es nicht mehr möglich ist, die Tumorzellen vollständig zu entfernen, spricht man von palliativer Chemotherapie. Sie wird zur Linderung von Beschwerden eingesetzt und soll die Krebserkrankung zumindest verlangsamen.

Chemotherapie wird in festgelegten Abständen wiederholt verabreicht. Man bezeichnet das als Chemotherapiezyklus. Dieser hängt vom verabreichten Wirkstoff sowie der Dauer der Behandlung und dem Allgemeinzustand der Patientin/des Patienten ab.

Während der Chemotherapie werden laufend Untersuchungen durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Chemotherapie wirksam ist. Gegebenenfalls stellt die Ärztin/der Arzt das betreffende Zytostatikum um. Chemotherapie ist nicht zwingend mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden. Auch ambulante Behandlungen sind unter bestimmten Bedingungen möglich.

Da Zytostatika nicht nur die Krebszellen, sondern auch gesunde Zellen angreifen, haben sie teils starke Nebenwirkungen, z.B. Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsbeschwerden, Haarausfall sowie Blutarmut und Erschöpfung. Mithilfe sogenannter Begleitmedikation (z.B. Mittel gegen Übelkeit oder gegen mögliche Infektionen) wird den möglichen Nebenwirkungen entgegengewirkt und sie können abgemildert werden. Nicht jede Chemotherapie hat zudem die gleichen Nebenwirkungen. Besteht Kinderwunsch, wird empfohlen zu verhüten. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass die Chemotherapie Samen- oder Eizellen schädigt. Die Ärztin/der Arzt klärt vor Behandlung über mögliche Nebenwirkungen und bei Themen bezüglich Kinderwunsch auf.

Strahlentherapie

Tumorzellen sind strahlensensibler als gesunde Zellen. Bei der Strahlentherapie wird das kranke Gewebe durch energiereiche (ionisierende) Strahlen (meist Teilchenstrahlen, ggf. auch Röntgenstrahlen) zerstört bzw. geschädigt.

Es gibt drei Arten der Strahlentherapie:

  • Teletherapie/perkutane Bestrahlung: Die Bestrahlung erfolgt von außen durch die Haut – zumeist mittels Linearbeschleuniger. Diese Form der Bestrahlung wird am häufigsten angewandt.
  • Brachytherapie: Bei einer Brachytherapie (von griechisch brachys, kurz) wird die Strahlenquelle in direkter Tumornähe oder direkt im Tumor mithilfe eine Röhrchens angebracht. Dabei muss die Strahlung nur einen kurzen Weg zurücklegen. 
  • Systemische Therapie: Sogenannte Radionuklide werden intravenös verabreicht und gelangen so über das Blut zum Tumor.

Zudem unterscheidet man Strahlentherapie nach ihrem Zeitpunkt der Anwendung:

  • Additive (ergänzende) Strahlentherapie: Dabei wird die Strahlentherapie mit einer Chemotherapie oder Operation kombiniert.
  • Adjuvante Strahlentherapie: Diese erfolgt nach vollständiger chirurgischer Tumorentfernung und soll Rückfällen vorbeugen.
  • Neoadjuvante Strahlentherapie: Diese wird vor einer Operation oder Chemotherapie durchgeführt – u.a., um den Tumor zu verkleinern.

Bestimmte Chemotherapeutika, die zur Krebstherapie eingesetzt werden, verstärken die Wirkung der Strahlen und werden in Kombination zur Strahlentherapie angewandt. Eine Strahlentherapie kann akute Nebenwirkungen wie etwa Übelkeit, Müdigkeit oder lokale Hautrötung verursachen. Diese Nebenwirkungen klingen nach Beendigung der Behandlung ab. Eine Strahlentherapie kann auch Spätnebenwirkungen verursachen z.B. Beeinträchtigung des Geschmackssinns bei Bestrahlungen im Mund- und Rachenbereich. Geschlechtsorgane werden so gut wie möglich von der Strahlung abgeschirmt. Denn die Strahlung kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Die Ärztin/der Arzt bespricht mit der Patientin/Patient wie man möglichen Nebenwirkungen entgegenwirken kann und über Maßnahmen bei bestehendem Kinderwunsch. 

Ob und welche Art der Strahlentherapie infrage kommt, wird im Rahmen eines persönlichen Behandlungsplans besprochen. Die Strahlentherapie kann mit dem Ziel der Heilung eingesetzt werden. Oder im Rahmen einer palliativen Behandlung zur Linderung der Beschwerden (z.B. Schmerzlinderung). Vor der Bestrahlung wird das betroffene Gewebe exakt mittels Bildgebung (z.B. CT) untersucht. Dann wird ein detaillierter Bestrahlungsplan gemacht, um umgebendes Gewebe so gut wie möglich zu schonen. Bestrahlungen laufen meist in mehreren aufeinander folgenden Sitzungen ab. In vielen Fällen ist eine ambulante Behandlung möglich.

Zielgerichtete Therapie: Immuntherapie mit Antikörpern

Antikörper spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem. Auch in der Bekämpfung von Krebszellen. Das Immunsystem kann jedoch Krebszellen nicht immer als solche erkennen. Sogenannte monoklonale Antikörper werden in der Krebsbehandlung als Medikamente eingesetzt. Bei diesen werden Antikörper verabreicht, die Tumorzellen im Körper erkennen und das Immunsystem anregen, diese zu bekämpfen. Zudem können monoklonale Antikörper Wachstumssignale von Tumoren hemmen. Sie werden auch Immuntherapie bei Krebs oder Targeted Therapies genannt. Targeted ist Englisch und bedeutet zielgerichtet. Denn die Antikörper sind genau gegen Merkmale auf den jeweiligen Krebszellen gerichtet. 

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Manche Tumoren sind empfindlich gegenüber Hormonen. D.h. ihr Wachstum hängt davon ab. Diese Eigenschaft macht sich die (Anti-)Hormontherapie zunutze. Sie bremsen körpereigene Hormone, die Tumoren zum Wachsen bringen. Manche Tumoren produzieren zudem Hormone, die zu Beschwerden führen. Auch hier kann die (Anti-)Hormontherapie helfen. (Anti-)Hormontherapie wird zum Beispiel bei Brustkrebs, der auf Hormone reagiert, eingesetzt. Oder etwa auch beim Prostatakarzinom.

Je nach Krebsart können weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Anwendung kommen. Zum Beispiel eine Stammzelltransplantation bei Tumoren des blutbildenden Systems. In der Nuklearmedizin erfolgt die Therapie von Tumoren mittels radioaktiven Medikamenten (Radionuklidtherapie). Radioaktiver Stoff reichert sich dabei im Tumorgewebe an und zerstört die Tumorzellen direkt an Ort und Stelle – zum Beispiel bei bestimmten Formen von Schilddrüsenkrebs.

Begleitende Therapiemaßnahmen

Krebspatientinnen/Krebspatienten haben oft mit vielen unangenehmen Begleiterscheinungen der Krankheit und Therapie zu rechnen: Etwa Infektionen, Schwäche, Gewichtsverlust und psychischen Problemen (z.B.  Depression). Zudem erschweren häufig starke Schmerzen den Alltag. Gezielte Maßnahmen wie etwa Schmerztherapie oder Ernährungsberatung ergänzen das Therapieangebot für Betroffene.

Die Psychoonkologie ist eine Fachdisziplin, der mehrere Fachrichtungen und Berufe angehören können. Z.B. Ärztinnen/Ärzte, Klinische Psychologinnen/Psychologen, Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten mit entsprechender Weiterbildung. Psychoonkologie hat es sich zum Ziel gemacht, krebskranke Menschen bestmöglich psychisch zu unterstützen. Manchmal kann es zudem hilfreich sein, sich in einer Selbsthilfegruppe mit anderen von Krebs betroffenen Personen auszutauschen. Es gibt auch Selbsthilfegruppen für Angehörige.

Wie erfolgt die Nachsorge?

Bereits während der Krebsbehandlung sowie nach deren Abschluss empfiehlt es sich, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit durch gezielte Rehabilitationsmaßnahmen zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Ein individuelles Therapiekonzept für Körper, Seele und sozialen Bereich hebt die Lebensqualität längerfristig. Nähere Informationen rund um Rehabilitation finden Sie unter Reha und Kur.

Jede Krebserkrankung wird mittels Nachsorge – oft viele Jahre oder lebenslang – begleitet. Je nach Tumorart und -ausbreitung erfolgen unterschiedliche Untersuchungen in vergebenen Abständen z.B. Bestimmung von Tumormarkern, Röntgen etc. Nähere Informationen finden Sie bei der jeweiligen Krebsart.

Wohin kann ich mich wenden?

In die Diagnose und Therapie sind je nach Krebsart unterschiedliche spezialisierte Fachärztinnen/Fachärzte (z.B. Fachärztinnen/Fachärzte für Innere Medizin mit Spezialisierung auf Onkologie) bzw. auf Krebs spezialisierte Spitalsabteilungen eingebunden. Ihre Hausärztin/ihr Hausarzt und ihre betreuende Fachärztin/ihr betreuender Facharzt begleitet sie durch den Prozess von Diagnose, Behandlung und Nachsorge.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger.

Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

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