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Arzt mit Endoskop © Kot63

Darmkrebs: Früherkennung & Diagnose

Mit der Bezeichnung Darmkrebs sind meist Tumoren des Dickdarms gemeint. In etwa 40 Prozent der Fälle entsteht der Dickdarmkrebs im rechten (Coecum, Colon ascendens) und querverlaufenden Teil des Darmes (Colon transversum). In ca. 60 Prozent der Fälle sind die linksseitigen Darmabschnitte betroffen, nämlich das Colon descendens, sigmoideum und der Mastdarm. Letzterer, auch Enddarm genannter Abschnitt umfasst die letzten 15 bis 20 Zentimeter des Darms bis an den Schließmuskel. Daher wird häufig der Überbegriff kolorektale Karzinome verwendet . . .

Früherkennung

Je früher ein Darmpolyp oder Darmkrebs diagnostiziert wird, desto günstiger stehen die Chancen auf vollständige Heilung. Da sich Darmkrebs meist über lange Zeit aus Darmpolypen entwickelt und erst spät typische Beschwerden verursacht, kommt der Vorsorgeuntersuchung eine zentrale Bedeutung zu: Dadurch können der Tumor oder seine Vorstufen rechtzeitig erkannt und entfernt werden. Bei bestehendem Verdacht lässt sich die Diagnose durch verschiedene Untersuchungsverfahren absichern.

Die Erkennung von Darmpolypen und ihre Beseitigung (Polypektomie) verhindert das Entstehen von Darmkrebs zu bis zu 90 Prozent. Bei früher Diagnose ist Darmkrebs zu 100 Prozent heilbar. Dazu kommen die zwei folgenden Untersuchungen zum Einsatz:

  • Hämocculttest: Dieser wird ab dem 50. Lebensjahr im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung empfohlen und dient dem Nachweis von nicht sichtbarem Blut im Stuhl. Dazu werden an drei aufeinanderfolgenden Tagen erbsengroße Stuhlproben auf Testbriefchen aufgetragen und anschließend in einem Labor untersucht. Wird in mindestens einem Testbriefchen Blut nachgewiesen, das nicht von Hämorrhoiden stammt, ist eine weitere Untersuchung des Dickdarms erforderlich.
  • Komplette Darmspiegelung (Koloskopie auch: Kolonoskopie): Sie ist die sicherste Methode, um den gesamten Dickdarm zu beurteilen. Außerdem können dabei entdeckte Polypen mittels einer Schlinge und/oder Strom abgetragen werden. Diese Untersuchung kann ambulant durchgeführt werden und ist unter kurzer Betäubung nahezu schmerzfrei möglich. Ihre Durchführung wird ab dem 50. Lebensjahr alle sieben bis zehn Jahre empfohlen.

Gefährdete Personen mit familiärer Veranlagung oder bereits zurückliegender Diagnose von Darmpolypen oder Dickdarmkrebs sollten diese Untersuchungen schon ab dem 40. Lebensjahr durchführen lassen.

Diagnose

Bei Verdacht auf Darmkrebs wird mittels verschiedener Untersuchungen festgestellt, ob es sich um eine gutartige Veränderung oder eine Krebserkrankung handelt, welche Tumorart vorliegt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Die Koloskopie erfolgt rektal mit einem flexiblen Endoskop und ermöglicht die Beurteilung der gesamten Darmschleimhaut bis zum Ende des Dickdarmes (Coecum). Während der Untersuchung ist die Entnahme von verdächtigem Gewebe (Biopsie) oder von Polypen möglich. Diese können anschließend unter dem Mikroskop beurteilt werden. Die Koloskopie – also die komplette Untersuchung des gesamten Darmes – ist und bleibt daher der Goldstandard in der Diagnostik des Darmkrebses. Sollte aus irgendwelchen Gründen (z.B. Engstellen, Verwachsungen) eine komplette Darmspiegelung nicht möglich sein, ist eine CT-Kolonographie („virtuelle Kolonoskopie“) das Mittel der Wahl. Die Verwendung der „virtuellen Kolonoskopie“ von vornherein anstatt der Koloskopie wird nicht empfohlen.

Das konventionelle Dickdarmröntgen mit Kontrastmitteleinlauf hat in Anbetracht der weitreichenden Verfügbarkeit der Koloskopie und CT-Kolonographie keinen Stellenwert mehr in der Diagnostik des Darmkrebses. Als weiterführende Untersuchungen können u.a. Ultraschall (Endosonographie) oder Computertomographie des Bauchraumes und/oder des Beckens sowie eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes zur Anwendung kommen.

Auch Laboruntersuchungen wie Blutbild, Leberwerte etc. können hilfreich sein. Die Bestimmung des Tumormarkers CEA (Carcinoembryonales Antigen) im Blut ist aufgrund mangelnder Sensitivität und Spezifität im Rahmen der Vorsorge und der Diagnostik nicht empfohlen. Wenn jedoch die Diagnose eines Dickdarmkrebses sicher gestellt ist, ist die serielle Bestimmung von CEA für die therapeutische Verlaufskontrolle und postoperative Nachsorge sinnvoll.

Anhand der vorliegenden Befunde werden die örtliche Ausbreitung des Tumors sowie der Befall von Lymphknoten und anderen Organen beurteilt. Meistens wird dazu die sogenannte TNM-Klassifikation herangezogen:

  • T beschreibt die Ausbreitung des Dickdarmkarzinoms,
  • N beschreibt, ob und, wenn ja, wie viele Lymphknoten befallen sind,
  • M beschreibt, ob Fernmetastasen gefunden wurden.

Wohin kann ich mich wenden?

Früherkennung

Vorsorgeuntersuchungen werden von der Hausärztin/dem Hausarzt durchgeführt. Die Dickdarmspiegelung kann ambulant bei Fachärztinnen/Fachärzten für Innere Medizin oder Chirurgie sowie in Krankenhäusern mit Abteilungen für Innere Medizin/Gastroenterologie oder Chirurgie durchgeführt werden. Die Untersuchungsqualität spielt bei der Vorsorgeuntersuchung eine wesentliche Rolle. Diese wird abgesehen von einer optimalen Darmreinigung vor der Untersuchung auch von der verfügbaren technischen Ausstattung (mit den entsprechenden Hygienestandards), der ärztlichen Sorgfalt und Expertise beeinflusst. Zur Qualitätssicherung der Darmkrebsvorsorge wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) das „Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge“ ins Leben gerufen. Unter www.oeggh.at kann die Liste der zertifizierten Institutionen und niedergelassenen Ärztinnen/Ärzte abgerufen werden.

Verdacht auf Darmkrebs

Haben Sie den Verdacht, an Darmkrebs zu leiden, können Sie sich bezüglich Abklärung an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Gastroenterologie und Hepatologie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Früherkennung

Die Sozialversicherungsträger bieten im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr kostenlos einmal jährlich einen Hämocculttest und alle zehn Jahre eine Vorsorge-Koloskopie an. Auch im Falle von unklaren Beschwerden kann die Hausärztin/der Hausarzt die Patientin/den Patienten direkt und altersunabhängig jederzeit zu einer Darmspiegelung überweisen.

Verdacht Darmkrebs

Die Kosten, die bei der Diagnose entstehen, werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bei bestimmten Leistungen (z.B. Medikamente, stationäre Aufenthalte) sind Kostenbeteiligungen der Patientinnen/Patienten vorgesehen.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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