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Frauen fahren Rad © Monkey Business

Brustkrebs: Vorbeugung

Kann man Brustkrebs vorbeugen? Der aktuelle Stand der Forschung zu dieser Frage ist hier zusammengefasst. Bei der Entstehung von Brustkrebs spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Wissenschaftlich gut belegte Risikofaktoren sind das Alter, der Einfluss bestimmter Hormone, Ernährung und Bewegung sowie die familiäre Vorbelastung (Vererbung). Nur ein Teil dieser Risikofaktoren kann beeinflusst werden. Das Risiko für Brustkrebs ist auch von Person zu Person unterschiedlich hoch. Ein gesunder Lebensstil kann jedenfalls dazu beitragen, nicht nur Krebs zu vermeiden, sondern auch anderen chronischen Krankheiten, wie Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen, vorzubeugen.

Risikofaktoren für Brustkrebs

An der Entstehung von Brustkrebs dürfte eine Vielzahl von Faktoren beteiligt sein, ihre genaue Bedeutung und ihr Zusammenwirken sind jedoch nicht ganz geklärt. Somit ist eine sichere Bestimmung des individuellen Krankheitsrisikos nicht möglich. Bestimmte Risikofaktoren können nicht persönlich beeinflusst werden. Andere Risikofaktoren entstehen aus den Lebensgewohnheiten und gelten als vermeidbar.

Für folgende Faktoren gibt es laut dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums wissenschaftlich die stärksten Anhaltspunkte: Lebensalter, hormonelle Situation, Lebensstil und eventuell vererbte Risikogene.

Alter

Das Brustkrebsrisiko ist nicht in jedem Alter gleich hoch. Die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter, bis das Risiko mit Mitte 60 am höchsten ist. Danach sinkt das Brustkrebsrisiko statistisch wieder leicht ab. Im Durchschnitt sind Frauen bei der Diagnose von Brustkrebs 63 Jahre alt. 

Familiäre Vorbelastung

Ungefähr fünf bis zehn von hundert Patientinnen mit Brustkrebs weisen ein vererbtes Risiko auf. Besteht bei einer Frau beispielsweise ein Brustkrebsfall bei Verwandten ersten Grades (Mutter, Schwester), steigt ihr persönliches Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, deutlich an. In diesem Zusammenhang wurden bisher vor allem die „Brustkrebsgene“ BRCA 1 und BRCA 2 identifiziert. Mutationen (Veränderungen) dieser Gene bedeuten für betroffene Frauen ein deutlich höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Zusätzlich besteht auch ein höheres Risiko für Eierstockkrebs.

Hormone

Bestimmte Tumorzellen können auf Hormone reagieren. Der Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone wirkt sich auf die Entstehung von Brustkrebs aus. Von der ersten Regelblutung (Menarche) bis zur Menopause lebt jede Frau mit einem Wechsel der Spiegel von Östrogenen und Gestagenen. Eine frühe Menarche und eine späte Menopause erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs.

Der Hormonspiegel kann nur teilweise beeinflusst werden, z.B. über ein möglichst normales Körpergewicht oder über die Entscheidung, Kinder zu stillen.

Schwangerschaften und Stillperioden senken das Brustkrebsrisiko. Während dieser Zeit ist das zyklische Auf und Ab der Hormone unterbrochen. 

Eine längere Einnahme der „Anti-Baby-Pille“ kann das Brustkrebsrisiko geringfügig erhöhen. Allerdings senkt diese hormonelle Verhütung das Risiko anderer Krebsarten.

Eine Hormonersatztherapie (z.B. gegen Wechseljahresbeschwerden) über eine längere Zeit ist  mit einem höheren Brustkrebsrisiko verbunden. Auch Phytohormone gelten in Fachkreisen als umstritten. Die Datenlage zur Verabreichung von Hormonen im Rahmen einer Kinderwunsch-Behandlung ist derzeit noch nicht gänzlich geklärt.


Lebensgewohnheiten

Manche Risikofaktoren sind in alltäglichen Lebensgewohnheiten begründet und können über den Lebensstil dementsprechend beeinflusst werden. In einem umfangreichen Report des World Cancer Research Fund (WCRF) und des American Institute for Cancer Research (AICR) über die Prävention von Krebs wurden rund 7.000 Studien ausgewertet und anschließend durch einen Expertenausschuss bewertet. Demnach bestehen starke wissenschaftliche Anhaltspunkte dafür, dass Übergewicht nach der Menopause und Alkoholkonsum das Risiko für Brustkrebs erhöhen. Hingegen senkt regelmäßige Bewegung das Brustkrebsrisiko.

Bestrahlung des Oberkörpers 

Frauen, die aufgrund einer Vorerkrankung mit einer Bestrahlung im Brustbereich behandelt wurden, z.B. bei einer Lymphom-Behandlung, haben ein leicht erhöhtes Risiko, später an Brustkrebs zu erkranken. 

Bestimmung des Brustkrebsrisikos

Die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, ist statistisch gesehen größer, wenn mehrere Risikofaktoren gegeben sind. Ihre Ärztin/Ihr Arzt kann durch die familiäre Vorbelastung und andere Risikofaktoren das persönliche Brustkrebsrisiko abschätzen. Eine sichere Bestimmung des individuellen Erkrankungsrisikos ist jedoch nicht möglich. Aufgrund eines erhöhten Risikos kann Ihre Ärztin/Ihr Arzt ein engmaschigeres Untersuchungsprogramm zur Früherkennung empfehlen.

Empfehlungen zur persönlichen Brustkrebsvorsorge

Einen sicheren Schutz vor Brustkrebs gibt es nicht, Sie können aber mit Ihrem Lebensstil in vielen Fällen dazu beitragen, Ihr Brustkrebsrisiko zu senken. Expertinnen und Experten geben folgende Empfehlungen zur Vorbeugung von Brustkrebs:

  • Übergewicht vermeiden: Es wird empfohlen, innerhalb des normalen Körpergewichts zu bleiben und eine Gewichtszunahme zu vermeiden, insbesondere in den Wechseljahren.
  • Möglichst wenig Alkohol konsumieren: Wissenschaftliche Studien zeigen u.a. für Tumoren der weiblichen Brust eine Erhöhung des Krebsrisikos durch Alkohol. Was das Risiko für Brustkrebs betrifft, so gibt es keinen Grenzwert, unter dem Alkohol unbedenklich wäre. Es wird empfohlen, weitgehend auf Alkohol zu verzichten bzw. Alkoholkonsum zu vermeiden.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung, vor allem nach den Wechseljahren, senkt das Brustkrebsrisiko. Durch mindestens 30 Minuten tägliche moderate körperliche Aktivität wird neben dem Brustkrebsrisiko auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Diabetes Typ 2 und Darmkrebs reduziert.

    Hinweis Eine Antwort auf die Frage „Wie viel Bewegung ist aus gesundheitlicher Sicht empfehlenswert?“ geben die Österreichischen Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung.

     
  • Stillen: Wenn Sie ein Kind bekommen, stillen Sie es nach Möglichkeit. Schwangerschaften und Stillperioden senken durch den veränderten Hormoneinfluss das Brustkrebsrisiko.
  • Hormonersatztherapie nur nach intensiver Nutzen-Risiko-Abwägung: Verzichten Sie wenn möglich auf eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren bzw. nehmen Sie Hormonpräparate gegen klimakterische Beschwerden nur so lange wie unbedingt nötig ein. Auch Präparate und Nahrungsergänzungsmittel mit Phytoöstrogenen werden nicht empfohlen.

Verschiedene Angebote der Gesundheitsvorsorge (z.B. Ernährungsberatung, Programme für Übergewichtige oder Raucherberatung) werden von der Sozialversicherung oder den Gesundheitseinrichtungen der Bundesländer angeboten.

Wohin kann ich mich wenden und wie erfolgt die Kostenabdeckung?

Nähere Informationen zu den Angeboten der Gesundheitsvorsorge, den Teilnahmevoraussetzungen und zur Kostenabdeckung finden Sie über die Homepage der Sozialversicherung bei Ihrer zuständigen Krankenkasse bzw. über die Gesundheitsseiten der Bundesländer.

Gesundheitliche Risikofaktoren, die mit den Lebensgewohnheiten in Zusammenhang stehen, werden im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung untersucht. Freiberufliche Diätologinnen/Diätologen bieten Ernährungsberatung für Gesunde sowie ernährungstherapeutische Behandlung für Kranke nach ärztlicher Verordnung an. Die Kosten werden nicht von der Sozialversicherung übernommen. Weitere Informationen zur Suche nach Diätologinnen/Diätologen finden Sie unter Services. Weitere Informationen über gesunde Ernährung, Bewegung und über Gesundheitsförderung im Alltag finden Sie auf der Website des Fonds Gesundes Österreich.

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