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Frauen fahren Rad © Monkey Business

Brustkrebs: Vorbeugung

Viele Krebserkrankungen gelten heute als vermeidbar, so auch Brustkrebs. Krebsforscher begründen diese Aussage damit, dass nur rund fünf Prozent der Krebsfälle erblich bedingt sind. Die Lebensumstände spielen eine entscheidende Rolle bei der Krebsentstehung. So zeigen Studien über Einwanderer und Auswanderer (Migrationsstudien), dass bei Familien aus Ländern mit geringer Krebshäufigkeit innerhalb weniger Generationen das Krebsrisiko auf das ihrer neuen Umwelt ansteigt. Übergewicht, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel sowie soziale Faktoren und Umweltursachen gelten als wichtige Risikofaktoren. Ein gesunder Lebensstil kann nicht nur Krebs vermeiden, sondern auch anderen chronischen Krankheiten, wie Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen, vorbeugen.

Risikofaktoren für Brustkrebs

Die genaue Ursache für die Entstehung von Brustkrebs ist unbekannt. Eine Vielzahl von Faktoren dürfte daran beteiligt sein. Zwar ist eine Reihe von Faktoren, die Brustkrebs begünstigen, gut erforscht, ihre Bedeutung und ihr Zusammenwirken sind jedoch unklar. So ist eine sichere Bestimmung des individuellen Krankheitsrisikos nicht möglich.

Faktoren, die das Brustkrebsrisiko erhöhen:

  • Alter (besonders über 50 Jahre)
  • familiäre Vorbelastung (Mutter, Schwester, die an Brustkrebs erkrankt sind)
  • bestimmte, vererbte Genmutationen
  • frühe Menarche (Einsetzen der Regelblutung) und späte Menopause (Zeitpunkt der letzten Menstruation)
  • hohe Brustdichte (in der Mammografie feststellbar)
  • Hormonersatztherapie über mehr als fünf Jahre
  • Strahlenbelastung
  • deutliches Übergewicht
  • übermäßiger Alkoholkonsum

Faktoren, die das Brustkrebsrisiko senken:

  • regelmäßige Bewegung
  • Stillperiode und Schwangerschaft (besonders vor dem 30. Lebensjahr)

Bestimmte Risikofaktoren können nicht persönlich beeinflusst werden. Andere Risikofaktoren entstehen aus den Lebensgewohnheiten und gelten als vermeidbar.

Familiäre Vorbelastung

Ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung eines Mammakarzinoms (Brustkrebs) ist die familiäre Vorbelastung. Besteht bei einer Frau ein Brustkrebsfall in der Verwandtschaft ersten Grades (Mutter, Schwester), steigt ihr persönliches Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, um das Drei- bis Vierfache.

Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Frauen wird Brustkrebs durch genetisch bedingte Veranlagung verursacht. In diesem Zusammenhang wurden die Brustkrebsgene BRCA 1 und BRCA 2 identifiziert. Mutationen (Veränderungen) dieser Gene bedeuten für betroffene Frauen ein zirka siebenfach höheres Risiko als das der weiblichen Allgemeinbevölkerung, bis zum 75. Lebensjahr an Brustkrebs zu erkranken.

Lebensgewohnheiten

Manche Risikofaktoren sind in alltäglichen Lebensgewohnheiten oder der Lebensweise verankert. Es gilt als wissenschaftlich abgesichert, dass Übergewicht und übermäßiger Alkoholkonsum das Risiko für Brustkrebs erhöhen. Hingegen senkt regelmäßige Bewegung das Brustkrebsrisiko. Noch nicht geklärt ist, ob der Einfluss von leichtem im Vergleich zu starkem Übergewicht gleich hoch ist und ob das Körpergewicht in jedem Alter eine Rolle spielt. Wissenschaftlich bewiesen ist, dass übermäßiger Alkoholkonsum das Krebsrisiko erhöht, unklar ist noch, wie Alkohol dabei wirkt. Als Möglichkeiten werden eine Wirkung auf die Energiebilanz (Differenz zwischen Energiezufuhr zu Energieverbrauch) oder ein direkter Einfluss auf den Hormonspiegel oder die Brustzellen genannt.

Die Rolle der Hormone

Eine bedeutende Rolle als Risikofaktor für Brustkrebs spielen die weiblichen Hormone. Untersucht wurde, dass eine in jungem Alter einsetzende Regelblutung und eine späte Menopause zu einer Erhöhung des Brustkrebsrisikos führen. Eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren über mehr als fünf Jahre ist ebenfalls mit einem höheren Brustkrebsrisiko verbunden. Hingegen senken eine Schwangerschaft und die Stillperiode das Brustkrebsrisiko. Diese Ergebnisse erklären die Expertinnen und Experten damit, dass ein längeres Einwirken bestimmter weiblicher Hormone auf den Körper – auf die Lebenszeit gesehen – das Brustkrebsrisiko erhöht.

Bestimmung des Brustkrebsrisikos

Die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, ist statistisch gesehen größer, wenn mehrere Risikofaktoren gegeben sind. Eine sichere Bestimmung des individuellen Erkrankungsrisikos ist jedoch nicht möglich. Ihre Ärztin/Ihr Arzt kann durch die familiäre Vorbelastung und andere Risikofaktoren das persönliche Brustkrebsrisiko abschätzen. Aufgrund eines erhöhten Risikos kann Ihre Ärztin/Ihr Arzt ein engmaschigeres Untersuchungsprogramm zur Früherkennung empfehlen.

Brustkrebsrisiko und Lebensgewohnheiten

In einem umfangreichen Report des World Cancer Research Fund (WCRF) und das American Institute for Cancer Research (AICR) über die Prävention von Krebs wurden rund 7.000 Studien ausgewertet und anschließend durch einen Expertenausschuss bewertet. Demnach ist wissenschaftlich abgesichert, dass Übergewicht nach der Menopause und übermäßiger Alkoholkonsum das Risiko für Brustkrebs erhöhen. Hingegen senkt regelmäßige Bewegung das Brustkrebsrisiko.

Empfehlungen zur persönlichen Brustkrebsvorsorge

Expertinnen und Experten geben folgende Empfehlungen zur Vermeidung von Brustkrebs:

  • Übergewicht vermeiden: Es wird empfohlen, innerhalb des normalen Körpergewichts zu bleiben und eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Ein normales Körpergewicht entspricht einem Body-Mass-Index (BMI) von 18,5 bis 25 kg/. Weitere Informationen zur BMI-Berechnung.
  • Auf übermäßigen Alkoholkonsum verzichten: Es wird empfohlen, weitgehend auf Alkohol zu verzichten bzw. übermäßigen Alkoholkonsum zu vermeiden, der folgende Menge übersteigt: Männer maximal 20 Gramm pro Tag, Frauen maximal 10 Gramm pro Tag. Beispiel: 20 Gramm Alkohol entsprechen ungefähr einem halben Liter Bier oder einem viertel Liter Wein.
  • Regelmäßige Bewegung: Empfohlen werden täglich mindestens 30 Minuten Bewegung und das Einschränken sitzender Tätigkeiten – und zwar lebensbegleitend.
Laut WHO (World Health Organisation) hängt die empfehlenswerte Dauer, Intensität und Art der Bewegung stark von persönlichen Faktoren ab bzw. vom beabsichtigten gesundheitlichen Ziel. Durch mindestens 30 Minuten tägliche moderate körperliche Aktivität wird neben dem Brustkrebsrisiko auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Diabetes Typ 2 und Darmkrebs reduziert. Ein größerer Umfang an Bewegung bringt mehr positive Effekte für die Gesundheit und hilft auch, das Gewicht zu reduzieren.

Hinweis Eine Antwort auf die Frage „Wie viel Bewegung ist aus gesundheitlicher Sicht empfehlenswert?“ geben die Österreichischen Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung.

Weitere Empfehlungen zur Krebsprävention im Zusammenhang mit den Ernährungsgewohnheiten sind:

  • Den Konsum von rotem Fleisch (von Schwein, Rind und Lamm) auf maximal 300 Gramm pro Woche einschränken.
  • Vollkorngetreide-Produkte und/oder Hülsenfrüchte sollten möglichst oft ein Teil der Mahlzeit sein.
  • Den Verzehr von energiereichen Lebensmitteln (über 225 kcal pro 100 Gramm) und zuckerhaltigen Getränken begrenzen.
  • Täglich Gemüse und Obst konsumieren.
  • Sparsam mit Salz umgehen (weniger als sechs Gramm pro Tag).
Ein direkter Nutzen dieser Empfehlungen auf das Brustkrebsrisiko ist allerdings nicht bewiesen. Verschiedene Angebote der Gesundheitsvorsorge (z.B. Ernährungsberatung, Programme für Übergewichtige oder Raucherberatung) werden von der Sozialversicherung oder den Gesundheitseinrichtungen der Bundesländer angeboten.

Wohin kann ich mich wenden und wie erfolgt die Kostenabdeckung?

Nähere Informationen zu den Angeboten der Gesundheitsvorsorge, den Teilnahmevoraussetzungen und zur Kostenabdeckung finden Sie über die Homepage der Sozialversicherung bei Ihrer zuständigen Krankenkasse bzw. über die Gesundheitsseiten der Bundesländer.

Gesundheitliche Risikofaktoren, die mit den Lebensgewohnheiten in Zusammenhang stehen, werden im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung untersucht. Freiberufliche Diätologinnen/Diätologen bieten Ernährungsberatung für Gesunde sowie ernährungstherapeutische Behandlung für Kranke nach ärztlicher Verordnung an. Die Kosten werden nicht von der Sozialversicherung übernommen. Weitere Informationen zur Suche nach Diätologinnen/Diätologen finden Sie unter Services. Weitere Informationen über gesunde Ernährung, Bewegung und über Gesundheitsförderung im Alltag finden Sie auf der Website des Fonds Gesundes Österreich.

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