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Harn- und Blutprobe © angellodeco

Gicht: Diagnose

Gicht – früher auch „Zipperlein“ genannt – ist in Industrieländern eine der häufigsten Zivilisationskrankheiten. Bei etwa 20 bis 30 Prozent aller Männer und drei Prozent aller Frauen steigt der Harnsäurespiegel im Blut an. Davon erleiden rund zehn Prozent zumindest einmal im Leben einen akuten Gichtanfall – üblicherweise ohne Vorwarnung, häufig in der Nacht. Dabei verursachen Harnsäurekristalle meist in einem einzelnen Gelenk eine entzündliche, sehr schmerzhafte Schwellung . . .

Diagnose

Die Ärztin/der Arzt erkennt eine Gicht meist anhand der typischen Beschwerden zu Beginn eines Gichtanfalls.

Eine Gichterkrankung gilt als wahrscheinlich,

  • wenn sich die Beschwerden rasch, d.h. innerhalb von Stunden, entwickeln
  • zu Beginn nur ein Gelenk (meist das Großzehengrundgelenk) betroffen ist,
  • die Beschwerden binnen ein bis zwei Wochen verschwinden.

Die Diagnose Gicht gilt als gesichert, wenn zusätzlich mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • phagozytierte Harnsäurekristalle in der Gelenksflüssigkeit nachweisbar (Goldstandard)
  • Gicht-typische Veränderungen im Ultraschall
  • Nachweis von Harnsäureablagerungen in der Dual-Energy-Computertomographie (DECT)

Laboruntersuchung von Blut & Harn

In der Zeit zwischen zwei Gichtanfällen ist das betroffene Gelenk meist leicht geschwollen, in der Gelenksflüssigkeit lassen sich Harnsäurekristalle nachweisen. Gicht tritt häufig gemeinsam mit Übergewicht, Diabetes mellitus, erhöhten Blutfettwerten und Bluthochdruck auf. Die Patientin/der Patient wird deshalb auch auf diese Krankheiten untersucht. Gegebenenfalls wird überprüft, ob die Nierenfunktion beeinträchtigt ist; auch ein Screening bezüglich kardiovaskulärer Risikofaktoren wird aufgrund der Assoziation mit der Gicht empfohlen.

Bei Verdacht wird die Harnsäurekonzentration im Blut bestimmt. Bei Gicht ist die Harnsäure im Blut erhöht (> 6,8 mg/dl), kann aber während eines akuten Gichtanfalls normal sein.Die Entzündungswerte (z.B. CRP) sind üblicherweise im Anfall hoch. In Abhängigkeit vom betroffenen Gelenk und bei Vorliegen eines punktionswürdigen Ergusses wird die Gelenksflüssigkeit mikroskopisch auf Harnsäurekristalle untersucht.

Im Röntgenbild sind Gichterkrankungen erst erkennbar, wenn sich größere Ansammlungen von Harnsäurekristallablagerungen in Gelenksnähe oder im Knochen gebildet haben. Diese erscheinen dann u.a. als ausgestanzte Höhlen (Lochdefekte).

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn der Verdacht auf Gicht oder erhöhte Harnsäurewerte besteht, können Sie sich zwecks Diagnose an eine Ärztin/einen Arzt für Allgemeinmedizin wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten, die bei der Diagnose entstehen, werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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