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Weinendes Kleinkind und Frau mit Fieberthermometer © Wavebreak Media

Fieberkrampf

Fieberkrämpfe sind Krampfanfälle (Konvulsionen), die in der frühen Kindheit bei fieberhaften Infekten auftreten. Sie werden bei bis zu fünf Prozent aller Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren beobachtet. Jede Infektion kann einen Fieberkrampf auslösen. Ein rascher Anstieg und hohes Fieber erhöhen das Risiko eines Krampfanfalles. Zu Beginn des Fiebers ist das Risiko am größten. Fieberkrämpfe ereignen sich häufiger bei Kindern mit anlagebedingt niedriger Krampfschwelle . . .

Vorbeugung

Bei 20 bis 30 Prozent der betroffenen Kinder treten Fieberkrämpfe im Rahmen weiterer fieberhafter Infekte erneut auf. Vorbeugend sollten Kinder, die bereits einmal einen Fieberkrampf hatten, bei fieberhaften Infekten fiebersenkende Medikamente, z.B. Paracetamol oder Ibuprofen, erhalten. Eltern sollten Diazepam-Rektiolen zu Hause vorrätig haben, um bei einem erneuten Fieberkrampf rasch Erste Hilfe leisten zu können.

Symptome

Häufig wird das Fieber erst nach Eintritt der Krämpfe festgestellt – der Krampfanfall ist hier das erste Anzeichen für das Fieber.

  • Unkomplizierte Fieberkrämpfe: machen ungefähr zwei Drittel aller Fieberkrämpfe aus. Sie dauern nur kurz, in der Regel maximal 15 Minuten. Das Kind wird meist bewusstlos und zeigt symmetrische – das heißt an der rechten und linken Körperhälfte gleichermaßen auftretende – Muskelzuckungen und Versteifungen der Arme und/oder Beine. In manchen Fällen kommt es nur zu einer Erschlaffung des Kindes.
  • Komplizierte Fieberkrämpfe: dauern länger als 15 Minuten an. Sie können asymmetrisch sein, innerhalb von 24 Stunden wieder auftreten oder von asymmetrischen Lähmungen gefolgt sein.

Hinweis Auszuschließen sind vor allem entzündliche Erkrankungen des Gehirns (Gehirn- oder Gehirnhautentzündung), andere Krampfformen sowie beginnende Epilepsien.

Therapie & Prognose

Ein Fieberkrampf sollte möglichst rasch unterbrochen werden, um Dauerschäden zu vermeiden. Dies gilt insbesondere dann, wenn Fieberkrämpfe über mehrere Monate immer wiederkehren. Verwendet werden Diazepam (intravenös oder als Zäpfchen) oder Clonazepam (intravenös). Begleitend sollten eine fiebersenkende Therapie mit Paracetamol oder Ibuprofen und physikalische Maßnahmen wie Wadenwickel oder abkühlende Bäder erfolgen.

Fieberkrämpfe verlaufen in etwa 95 Prozent der Fälle gutartig. Die Krämpfe können bis zum sechsten Lebensjahr mehrfach wiederkehren und treten dann nicht mehr auf. Bei etwa fünf Prozent der Kinder entwickelt sich eine Epilepsie.

Informationen finden Sie auch unter Notfall – Fieber, Fieberkrampf.

Wohin kann ich mich wenden?

Sofort beim ersten Auftreten eines Fieberkrampfes sollte eine Ärztin/ein Arzt für Allgemeinmedizin oder Kinder- und Jugendheilkunde konsultiert werden. In den meisten Fällen wird eine ärztliche Erstversorgung vor Ort ausreichen. Bei länger andauernden oder während derselben Fieberepisode wiederholt auftretenden Krampfanfällen ist eine sofortige Spitalseinweisung erforderlich.

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