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Arzt kontrolliert Röntgen einer Patientin © Juice Images

HIV/AIDS: Verlaufskontrollen

In Abhängigkeit von der aktuellen immunologischen, virologischen und klinischen Situation werden im Abstand von ein bis sechs Monaten ambulante Kontrollen in einem Behandlungszentrum durchgeführt. Zu den speziellen Verlaufskontrollen zählen Blutabnahmen mit der Bestimmung von Immunstatus und Viruslast („viral load“ – Zahl der HI-Viren in einem Milliliter Blut) . . .

Zusätzlich werden regelmäßig Blutbild, Leberwerte, Nierenwerte, Entzündungswerte und Stoffwechselparameter sowie je nach Erfordernis Harnuntersuchungen, Lungenröntgen und Blutgasanalyse durchgeführt. Verlaufskontrollen erfolgen bei Bedarf sehr engmaschig. Auch eine stationäre Aufnahme ist möglich, aber sehr selten erforderlich.

Weitere Informationen finden Sie in der Laborwerte-Tabelle unter HIV/AIDS.

Hinweis Bei akuten Beschwerden sollte rasch eine erfahrene Ärztin/ein erfahrener Arzt aufgesucht werden.


Früherkennung von Koinfektionen

Im Zuge regelmäßiger Kontrollen werden folgende Untersuchungen vorgenommen, um frühzeitig Koinfektionen feststellen und behandeln zu können. Dabei sind die Untersuchungsintervalle abhängig vom Risikoverhalten.

  • Lues-Serologie: alle drei bis sechs Monate (Männer), zwölf Monate (Frauen)
  • Gonokokken, Chlamydien: alle sechs bis zwölf Monate (Harn, Harnröhre, Gebärmutterhals, rektal, Rachen)
  • Hepatitis B: alle zwölf Monate (Serologie)
  • Hepatitis C: alle zwölf Monate (Serologie)
  • gynäkologische Untersuchung (PAP-Abstrich): alle sechs bis zwölf Monate
  • anale Inspektion
  • digitale Untersuchung, eventuell Spiegelung des Enddarms (Proktoskopie): mindestens einmal, bei höherem Risikoverhalten alle zwölf bis 18 Monate

Zusätzliche Kontrolluntersuchungen

  • Ultraschall der Bauchorgane: alle sechs bis zwölf Monate, vor allem bei Hepatitis C, Leberzirrhose oder erhöhten Leberwerten im Blut, auch AFP (Hinweis auf Leberzelltumor)
  • Gastroskopie (Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm): mindestens einmal bei Leberzirrhose
  • Sigmoido-/Kolonoskopie (Spiegelung des Dickdarms): alle zehn Jahre bei Patientinnen/Patienten über 50 Jahre
  • Risikoschätzung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (inklusive EKG): alle zwölf Monate
  • Risikoschätzung für Osteoporose (Knochenschwund): alle zwei Jahre bei Patienten/Patientinnen über 40 Jahre
  • Mammographie: alle zwei Jahre bei Frauen über 50 Jahre
  • PSA-Test (Blutuntersuchung auf Prostataerkrankungen): alle zwölf Monate bei Patienten über 50 Jahren
  • Magnetresonanztomographie (Kernspin, MRT) des Gehirnschädels: zumindest einmal sowie bei neurologischen Beschwerden, die auf das Gehirn bezogen werden können
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