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Schwangere auf Gymnastikball © WavebreakmediaMicro
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Krampfadern in der Schwangerschaft

Krampfadern in der Schwangerschaft sind keine Seltenheit. Ursache dafür sind Umstellungen des Hormonhaushaltes sowie Veränderungen im Gefäßsystem. Besteht bereits eine angeborene Veranlagung für Krampfadern, so wird deren Entstehung in der Schwangerschaft noch zusätzlich begünstigt.

In vielen Fällen bilden sich Krampfadern, die in der Schwangerschaft entstanden sind, in den ersten Monaten nach der Geburt von alleine wieder zurück. Eine spezifische Behandlung ist nicht nötig. Es gibt jedoch Maßnahmen, die bei Beschwerden helfen können. 

Welche Ursachen haben Krampfadern in der Schwangerschaft?

Krampfadern sind erweiterte, oberflächliche Venen. Sie haben eine geschlängelte Form, schimmern bläulich durch die Haut und sind meistens auch durch die Haut tastbar. Sehr häufig ist die Neigung zu Krampfadern auf eine anlagebedingte Schwäche der Venenwand zurückzuführen. Darüber hinaus können weitere Faktoren die Entstehung von Krampfadern begünstigen.

Mehr zum Thema: Krampfadern: Ursachen & Symptome

Zu den allgemeinen Risikofaktoren für ein Krampfaderleiden kommen in der Schwangerschaft folgende Faktoren hinzu:

  • Bereits früh in der Schwangerschaft nimmt das Blutvolumen der Frau um fast 20 Prozent zu, um das Gewebe besser mit Sauerstoff versorgen zu können.
  • Gleichzeitig bewirkt die Hormonumstellung in der Schwangerschaft eine Weitstellung der oberflächlichen und tiefen Venen. Insbesondere beim Stehen nimmt der Druck in den Beinvenen im Laufe der Schwangerschaft zu und beträgt oft ein Vielfaches des Druckes vor der Schwangerschaft.
  • Schon zu Beginn der zweiten Schwangerschaftshälfte drückt die Gebärmutter auf die große Bauchvene, insbesondere im Liegen. Je weiter die Gebärmutter wächst, umso größer wird auch die Druckbelastung auf die Vene. Dies erschwert den venösen Rückfluss des Blutes noch zusätzlich.
  • Insgesamt führen diese Faktoren zu einem Rückstau des Blutes in die untere Körperhälfte, wodurch die Ausbildung von Krampfadern begünstigt wird. Diese treten am häufigsten an den Beinen auf, können aber auch in der Leiste oder an den Schamlippen bzw. in der Scheide entstehen.

Mit jeder weiteren Schwangerschaft steigt das Risiko, Krampfadern zu entwickeln, an.

Welche Symptome können auftreten?

Krampfadern an den Beinen können zu unterschiedlichen Beschwerden führen. Dazu zählen unter anderem

  • Schweregefühl der Beine
  • Schwellungen an den Unterschenkeln und Knöcheln
  • Taubheitsgefühl
  • Schmerzen
  • Juckreiz
  • Kribbeln, Unruhegefühl, Wadenkrämpfe (vor allem nachts)

Die Beschwerden nehmen im Allgemeinen bei langem Sitzen und Stehen sowie bei warmem Wetter zu.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Ärztin/der Arzt erhebt die Anamnese und führt eine körperliche Untersuchung durch, insbesondere auch der Haut an den Beinen. Sehr wichtig ist eine Ultraschall-Untersuchung, wodurch die Durchgängigkeit der Venen und die Funktion der Venenklappen überprüft werden können.

Mehr zum Thema: Krampfadern: Diagnose & Therapie

Wie erfolgt die Behandlung von Krampfadern in der Schwangerschaft?

Zur Linderung von Beschwerden wie Schmerzen und Schwellungen kann das Tragen von Stütz- oder von Kompressionsstrümpfen helfen. Diese sollten individuell angepasst werden (Sanitätsbedarf). Solche Strümpfe entlasten die Beinvenen, indem sie Druck auf die Venen ausüben und so den Rückfluss des Blutes verbessern.

Zudem ist regelmäßige Bewegung wichtig, um die Durchblutung der Beine anzuregen. Empfehlenswert ist etwa Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen, Gymnastik oder Wassergymnastik. Längeres Stehen sollte vermieden werden, und die Beine sollten zwischendurch immer wieder hoch gelagert werden.

Eine darüber hinausgehende spezifische Behandlung von Krampfadern in der Schwangerschaft ist nicht nötig. In den meisten Fällen bilden sich die Krampfadern in den ersten Monaten nach der Geburt von alleine wieder zurück. Starke Krampfadern, die sich nach der Geburt nicht von alleine zurückbilden, sollten in Abhängigkeit vom Ausmaß durch sogenannte endovaskuläre Therapiemaßnahmen (z.B. Verödung oder Laser) oder operativ behandelt werden. 

Treten starke Schmerzen oder Rötung, Schwellung und Überwärmung im Bereich der Krampfadern auf, sollte möglichst rasch eine Ärztin/ein Arzt aufgesucht werden, um zu prüfen, ob möglicherweise eine Venenentzündung oder eine Thrombose vorliegt.

Wie Sie vorbeugen können

Um Beschwerden durch Krampfadern in der Schwangerschaft zu vermeiden, können zusätzlich folgende Tipps helfen:

  • Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Mehr zum Thema: Ernährung in der Schwangerschaft
  • Vermeiden Sie, zu tief und auf harten Stuhlkanten zu sitzen. Schlagen Sie die Beine beim Sitzen nicht übereinander.
  • Wenn Sie z.B. am Arbeitsplatz länger sitzen müssen, achten Sie auf regelmäßige aktive Bewegungen (z.B. Kreisen der Füße), und stehen Sie immer wieder kurz auf, um ein paar Schritte zu gehen.
  • Verzichten Sie bei Neigung zu Krampfadern auf heiße Bäder oder Saunabesuche.
  • Tragen Sie auch nach der Schwangerschaft zirka vier bis sechs Wochen Kompressionsstrümpfe, da in dieser Zeit eine Unterstützung des venösen Rückflusses besonders wichtig ist.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Abklärung und die Behandlung von Krampfadern in der Schwangerschaft können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Gynäkologie
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin/Angiologie
  • Fachärztin/Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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