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Symbolfoto Herz © kieferpix

Koronare Herzkrankheit: geschlechtsspezifische Aspekte

Die koronare Herzkrankheit (KHK) manifestiert sich bei Frauen im Schnitt zehn Jahre später als beim Mann. Dennoch versterben mehr Frauen an Herzkreislauferkrankungen. Dafür gibt es mehrere Ursachen.

Diagnose

Eine bestehende KHK wird bei Frauen später diagnostiziert als bei Männern, v.a. weil Herzkatheteruntersuchungen – sowohl zur Bestätigung als auch zum Ausschluss der Erkrankung – signifikant später durchgeführt werden. Dies liegt daran, dass die „klassischen“ Symptome der Angina pectoris bei Frauen „untypischer“ sind und auch von den konsultierten Ärztinnen/Ärzten seltener als solche erkannt und entsprechend behandelt werden. Wohl ist das Symptom „Herz- und Brustschmerz“  bei Frauen seltener mit einer signifikanten KHK assoziiert. Andererseits dauert es länger, bis bei Frauen mit im Herzkatheter nachgewiesener signifikanter KHK „endlich“ eine entsprechende Diagnose und Therapie erfolgt.

Erschwerend kommt dazu, dass sogenannte nicht-invasive Untersuchungen zur Abklärung der KHK, wie z.B. die Ergometrie, bei Frauen weniger aussagekräftig und verlässlich sind. Darauf gilt es ein erstes wichtiges Augenmerk zu richten. Auf jeden Fall bedeutet es, bei Frauen (auch wenn die Symptome nicht „klassisch“  beschrieben werden) an das Vorliegen einer KHK zu denken und besser frühzeitig als zu spät entsprechende Untersuchungen zu veranlassen.

Hinweis Jede Frau, die unter Symptomen leidet, die mit einer KHK assoziiert sein könnten, sollte sich frühzeitig an ihre Hausärztin/ihren Hausarzt oder an eine Kardiologin/einen Kardiologen wenden.

Risikofaktoren

Prinzipiell  sind die Risikofaktoren für Frauen und Männer dieselben, insbesondere:

Besonders bei Frauen über 35 Jahre ist auch die Kombination von oraler Antikonzeption („Pille“) und Rauchen ein maßgeblicher Risikofaktor für KHK.

Grundsätzlich haben die Risikofaktoren allerdings bei Frauen und Männern eine unterschiedliche Gewichtung. Zum Beispiel erhöht Diabetes bei Frauen (im Vergleich zu Nicht-Diabetikerinnen) das Risiko für KHK deutlich stärker, als dies bei Männern der Fall ist.  

Hinweis Bei Frauen zeigt sich eine KHK in ca. 50 Prozent als Angina pectoris und in 17 Prozent als plötzlicher Herztod. Bei Männern treten beide Formen mit jeweils 33 Prozent gleich häufig auf.

Ausgangslagen

Frauen erleben ihren Herzinfarkt in einer ungünstigeren Ausgangslage als Männer. Sie sind im Durchschnitt etwa zehn Jahre älter und haben zu diesem Zeitpunkt auch häufig zusätzliche (und schon länger bestehende) Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht. Diese Konstellation per se erhöht die Wahrscheinlichkeit für mit dem Infarkt verbundene (tödliche) Komplikationen.  Wenn die Akutversorgung des Infarkts mittels Thrombolyse erfolgt, zieht dies bei Frauen (auch in Verbindung mit den zusätzlichen Risikofaktoren) mehr Komplikationen nach sich als bei Männern. Umgekehrt wird eine direkte Intervention am verschlossenen Koronargefäß bei Frauen im akuten Infarkt weniger häufig durchgeführt als bei Männern, obwohl sie im Vergleich viel mehr davon profitieren würden (erst recht im Vergleich zur Thrombolyse).

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