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Frau mit Blutdruckmesser © jd-photodesign

Bluthochdruck (Hypertonie): Was ist das?

Der arterielle Blutdruck ist der Druck, mit dem das Blut durch die Arterien fließt. Die Höhe ist abhängig von der Kraft des Herzens, dem Widerstand in den arteriellen Blutgefäßen und von anderen Regelsystemen im Körper. Ein erhöhter Blutdruck bleibt oft lange Zeit unbemerkt, da er häufig keine oder nur uncharakteristische Beschwerden verursacht. Das Frühsymptom der Hochdruckkrankheit ist die Belastungseinschränkung durch Luftnot . . .

Systole und Diastole

Durch Zusammenziehen des Herzens wird das Blut aus dem Herzen in die Arterien gepumpt. Die Druckwelle kann als Puls in diversen Arterien (z.B. am Handgelenk) gefühlt werden. Der Druck während der Herzkontraktion wird als oberer oder systolischer Blutdruck bezeichnet. Danach entspannt sich das Herz und neues Blut fließt in die Herzkammern. Dabei verändert sich auch der Druck im Gefäßsystem. Diese Phase wird als Diastole bezeichnet. Der Druck während der Entspannungsphase des Herzens ist niedriger und wird auch als unterer oder diastolischer Blutdruckwert bezeichnet.

Angabe in Millimeter Quecksilbersäule

Die Werte bei der Blutdruckmessung werden in Millimeter (mm) Quecksilbersäule (Hg) angegeben. Dies hat historische Gründe. Lange vor der digitalen Blutdruckmessung wurde 1896 durch Scipione Riva-Rocci das Quecksilberblutdruckmessgerät erfunden. Ein Wert von 130/70 mmHg bedeutet die Anhebung einer Quecksilbersäule in der Systole auf exakt 130 mm und in der Diastole auf 70 mm. Der Druck des arteriellen Blutes durch die Kompression der Armarterie mittels aufblasbarer Luftdruckmanschette ermittelt.

Vererbung und ungesunder Lebensstil

In den meistens Fällen (85–90 Prozent) kann bei Menschen mit einer Bluthochdruckerkrankung keine nachweisbare organische Ursache festgestellt werden. Als Gründe werden hauptsächlich erbliche Faktoren und ein ungesunder Lebensstil vermutet. Man spricht von „essentieller Hypertonie".

Blutdruck Klassifikation   Oberer BD-Wert (mmHg)   Unterer BD-Wert (mmHg)  
optimaler Blutdruck   < 120   < 80  
normaler Blutdruck   120–129 und/oder   80–84  
erhöht normal   130– 139 und/oder   85–89
Bluthochdruck Grad 1  140–159 und/oder  90–99
Bluthochdruck Grad 2   160–179 und/oder   100–109 
Bluthochdruck Grad 3   ≥ 180 und/oder   > 110  

isolierter Bluthochdruck des oberen Wertes  

≥ 140 und   > 90


Risikofaktoren

Ein erhöhter Blutdruck bleibt oft lange Zeit unbemerkt, da er häufig keine oder nur uncharakteristische Beschwerden verursacht. Das Frühsymptom der Hochdruckkrankheit ist die Belastungseinschränkung durch Luftnot. Gefürchtet sind insbesondere die Langzeitschäden und Folgekrankheiten. Das Risiko, in Zukunft eine Erkrankung der Gefäße, des Herzens, des Gehirns oder der Nieren zu erleiden oder daran zu versterben, wird nicht nur durch die Höhe des Blutdrucks, sondern durch eine Reihe von anderen Faktoren beeinflusst. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören u.a.:

  • bereits bestehende Vorerkrankungen des Herzkreislaufsystems: z.B. Schlaganfall, koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt, Angina pectoris, Herzschwäche, periphere Durchblutungsstörung, Bypassoperation, Nierenerkrankung oder schwere Augenhintergrundveränderungen,
  • metabolisches Syndrom,
  • Diabetes mellitus,
  • Fettstoffwechselstörungen,
  • Bauchfettsucht: Bauchumfang über 102 Zentimeter beim Mann, über 88 Zentimeter bei der Frau,
  • Alter: für Männer über 55 Jahre, für Frauen über 65 Jahre,
  • Rauchen,
  • Herzkreislauferkrankungen in der Familie, die in jüngeren Jahren aufgetreten sind (vor dem 55. Lebensjahr bei Vater oder Bruder, vor dem 65. Lebensjahr bei Mutter oder Schwester),
  • Erhöhter Pulsdruck bei älteren Patientinnen/Patienten mit Bluthochdruck: Unterschied zwischen systolischem und diastolischem Wert größer als 60.

Die Europäische Gesellschaft für Hypertonie (ESC) und die Europäische Gesellschaft für Kardiologie haben ein Schema zur Bewertung des Risikos erarbeitet, innerhalb der nächsten zehn Jahre an einer der Folgen eines erhöhten Blutdrucks zu erkranken bzw. zu versterben (siehe Tabelle).

Demnach beträgt das Erkrankungsrisiko binnen der nächsten zehn Jahre:

  • bei niedrigem Risiko weniger als 15 Prozent (Sterberisiko 4–5 Prozent),
  • bei mittlerem Risiko 15–20 Prozent (Sterberisiko ca. 5 Prozent),
  • bei hohem Risiko 20–30 Prozent (Sterberisiko 5–8 Prozent),
  • bei sehr hohem Risiko mehr als 30 Prozent (Sterberisiko über 8 Prozent).

Eine detaillierte Auflistungen der Risikofaktoren für die Prognose einer späteren Erkrankung finden Sie unter Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen.

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