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Älterer Herr mit Medikamenten © pikselstock
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Arteriosklerose

Arteriosklerose (Arterienverkalkung, Atherosklerose) ist eine häufige Gefäßerkrankung, bei der sich die Arterien durch krankhafte Ablagerungen verengen und verhärten. Sie zeichnet sich durch ein chronisches Fortschreiten sowie durch Verhärtung, Verdickung, Elastizitätsverlust und Verengung der Gefäße aus. Eine Arteriosklerose kann prinzipiell in allen Arterien des Körpers entstehen – abhängig davon, welche Risikofaktoren vorliegen. Häufig betroffen sind die Gefäße des Herzens, die Halsarterien und die Aorta. Arteriosklerose kann schon in der Kindheit beginnen und schreitet mit dem Alter zunehmend fort.

Wie entsteht Arteriosklerose?

Arterien sind die Blutgefäße, die das Blut vom Herzen weg zu den Organen transportieren. Arteriosklerose entwickelt sich sehr langsam. An der inneren Wandschicht einer Arterie können sich unter bestimmten Voraussetzungen fettreiche Ablagerungen bzw. Einlagerungen bilden – sogenannte Plaques. Die Ablagerungen sind zu Beginn noch weich und flach und behindern den Blutstrom nicht. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann die Oberfläche einer solchen Gefäßwandveränderung geschädigt werden. Blutplättchen lagern sich ab und bilden Einengungen der Arterie. Ein örtliches Blutgerinnsel kann zu einer plötzlichen Verlegung des Gefäßes (akuter Gefäßverschluss) führen.  Das Blutgerinnsel kann auch mit dem Blutstrom verschleppt werden und an anderer Stelle das Gefäß verstopfen (Embolie). In der Folge können so größere Gefäßstrecken vollständig verschlossen werden.  

Welche Risikofaktoren für Arteriosklerose gibt es?

Bestimmte Faktoren beeinflussen das Risiko entscheidend, an Arteriosklerose zu erkranken. Dazu gehören

Aber auch eine Reihe anderer Faktoren begünstigen die Arteriosklerose, wie zum Beispiel das Alter, das männliche Geschlecht oder langjähriger Stress.

Nach ihrer Wichtigkeit unterscheiden Ärztinnen und Ärzte Risikofaktoren 1. und 2. Ordnung. Zu denen 1. Ordnung zählen zu hohe Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie), zu hoher Blutdruck (arterieller Hypertonus, Hypertonie), Stoffwechselerkrankungen (Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus, Zuckerkrankheit) und das Rauchen. Risikofaktoren 2. Ordnung sind Übergewicht, Stress und Bewegungsmangel. Wer zwei Risikofaktoren 1. Ordnung aufweist, ist bereits viermal so stark gefährdet, eine Arteriosklerose zu entwickeln, wie eine Person ohne Risikofaktoren.

Wie genau es zur Ablagerung der Plaques an den Gefäßwänden und damit zur Entstehung der Arteriosklerose kommt, ist nicht vollständig geklärt. Neben den genannten Risikofaktoren spielen auch Schädigungen der inneren Gefäßwand der Arterien eine Rolle. Diese können z.B. durch mechanische Verletzungen, Bakteriengifte, Viren oder Immunreaktionen ausgelöst werden. 

Welche Folgeerkrankungen können durch Arteriosklerose entstehen?

Je nachdem, welche Körperregion von der Arteriosklerose betroffen ist, kommt es zu unterschiedlichen Krankheitsbildern. Möglich sind unter anderem:

  • Arteriosklerose der Herzkranzgefäße: Diese führt zur sogenannten koronaren Herzkrankheit und geht mit der Gefahr eines Herzinfarktes einher.
  • Arteriosklerose der Halsschlagader (Carotisstenose) und der Hirnarterien: Eine verminderte Sauerstoffversorgung des Gehirnes geht mit unterschiedlichen Beschwerden einher, bei komplettem Gefäßverschluss droht ein Schlaganfall.
  • Arteriosklerose im Bereich der Beine und des Beckens: führt zur sogenannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit ( PAVK), umgangssprachlich oft als „Raucherbein“ bezeichnet.
  • Arteriosklerose im Bereich der Nierenarterien: geht mit der Gefahr einer Nierenschwäche bzw. eines Nierenversagens einher.

Hinweis Arteriosklerotische Veränderungen der Gefäße können schon in der Kindheit beginnen. Dadurch entsteht die Grundlage für spätere Erkrankungen. Entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen sollten daher möglichst schon im Kindesalter ansetzen. 

Wie wird die Diagnose gestellt?

Um den Verdacht einer Arteriosklerose abzuklären, erhebt die Ärztin/der Arzt die Krankengeschichte (Anamnese) sowie mögliche Risikofaktoren und führt verschiedene Untersuchungen durch. Die Arteriosklerose ist eine Systemerkrankung, das heißt, sie erfasst den gesamten Organismus. Daher werden nicht nur der Ort der Beschwerden, sondern auch andere Gefäßregionen (Halsarterien, Herzkranzgefäße, Bauchschlagader, Nierengefäße und Beinschlagadern) untersucht. Es können sowohl große Arterien betroffen sein als auch kleine Blutgefäße. Vor allem bei Patientinnen/Patienten mit Diabetes (Zuckerkrankheit) kommt es besonders häufig zu Beschwerdekombinationen in großen und kleinen Blutgefäßen, etwa mit Unterschenkel- und Fußarterienverschlüssen.

Meist werden Untersuchungen der Arterien erst bei Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit oder einer periphere Arterienerkrankung durchgeführt. Diese Erkrankungen sind jedoch meist Folgen einer Arteriosklerose.

Folgende Untersuchungen werden durchgeführt: 

  • Bluttests (u.a. zur Überprüfung der Blutfettwerte)
  • Messung des Blutdruckes und 
  •  Urinprobe (bei Verdacht auf eine Nierenerkrankung)

Mit weiteren bildgebenden Untersuchungen klärt die Ärztin/der Arzt den Gesundheitszustand der Patientin/des Patienten näher ab. Dazu zählen:

  • Ultraschalluntersuchung (Blutgefäße der Gliedmaßen, des Halses, Funktion des Herzmuskels)
  • Angiografie (Röntgenuntersuchung der Gefäße, z.B. des Herzens, im Gehirn)
  • Magnetresonanztomografie ( MRT)
  • Computertomographie (große Bauch- und Beckenarterien)
  • Elektrokardiogramm ( EKG, Herzkranzgefäße)
  • Belastungs-EKG (EKG bei physischer Belastung, z.B. mittels Ergometer)
  • Myokardszintigrafie (Herz)

Wie erfolgt die Behandlung einer Arteriosklerose?

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört eine Änderung des Lebensstils mit Rauchstopp, einer gesunden Ernährung, regelmäßiger Bewegung und, wenn nötig, Gewichtsverlust. Die Ärztin/der Arzt wird zudem über den Einsatz von Medikamenten gegen Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, zur Blutverdünnung, gegen Diabetes oder Diabetesvorstufen entscheiden. Bei einer schweren Form der Arteriosklerose können verengte oder verschlossene Gefäße mittels Katheter aufgedehnt werden. Diese Behandlung wird als Angioplastie bezeichnet. Sie wird ohne eine Operation durchgeführt. Manchmal ist auch eine Bypassoperation sinnvoll. Dabei wird die Engstelle in der Arterie durch eine Umleitung überbrückt. 

Was kann ich selbst gegen Arteriosklerose tun?

Um das Risiko, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Ähnliches zu erleiden, zu reduzieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Nehmen Sie die gegen Bluthochdruck, Diabetes, hohen Cholesterinspiegel und zur Vorbeugung von Blutgerinnseln verschriebenen Medikamente regelmäßig ein.
  • Nehmen Sie Gewicht ab, wenn Sie übergewichtig sind.
  • Bewegen Sie sich, wenn möglich, täglich mindestens 30 Minuten.
  • Hören Sie mit dem Rauchen auf.
  • Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum.
  • Vermeiden Sie Stress.
  • Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung.

Die Vorbeugungsmaßnahmen, die für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten, treffen auch auf die Arteriosklerose zu. Je früher Sie gegensteuern, desto eher bleiben Ihnen Folgeerkrankungen der Arteriosklerose erspart. 

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Diagnose und Therapie einer Arteriosklerose können Sie sich z.B. an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Angiologie

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.


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