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Frau sitzt auf einer CT-Liege © LStockStudio
Frau sitzt auf einer CT-Liege © LStockStudio

Aneurysma im Gehirn

Ein Aneurysma ist eine lokale Aussackung eines Blutgefäßes, die sich aufgrund einer Schwächung oder Schädigung der Gefäßwand entwickelt. Aneurysmen können überall im Körper auftreten. Neben der Hauptschlagader (Aorta) sind besonders häufig die Blutgefäße des Gehirns betroffen. 

Ein Aneurysma entwickelt sich langsam und zunächst meist ohne Symptome. Häufig zeigt sich ein Hirnaneurysma erst, wenn es platzt und eine Hirnblutung verursacht. Dies ist ein ernster Notfall mit ausgeprägten Symptomen, der eine sofortige stationäre Aufnahme erfordert, kann aber auch mit milden Symptomen einhergehen. Seltener wird ein Hirnaneurysma entdeckt, bevor es reißt – dann meist durch einen Zufallsbefund. 

Was ist ein Aneurysma?

Bei einem Aneurysma wölbt sich die Wand eines Blutgefäßes nach außen und bildet eine sack- oder spindelförmige Ausbuchtung. Es entsteht durch eine Schädigung oder Schwächung der Gefäßwand oder ist angeboren. Ein Aneurysma kann überall im Körper auftreten, am häufigsten sind die Hauptschlagader (Aorta) und Schlagadern (Arterien) im Gehirn betroffen. Mehr zum Thema: Aneurysma der Aorta

Ein Aneurysma im Gehirn wird auch als cerebrales oder intrakranielles Aneurysma bezeichnet. Das Gehirn wird über vier große Arterien mit Blut versorgt, die sich in kleinere Gefäße verzweigen. Meist bilden sich Aneurysmen an den Arterien der Hirnbasis an Verzweigungen der Gefäße. 

Hirnaneurysmen können einen Durchmesser von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern erreichen. Je größer das Aneurysma ist und je schneller es wächst, umso größer ist die Gefahr, dass das Blutgefäß reißt und eine Hirnblutung entsteht. Eine solche Ruptur kann mitunter lebensbedrohlich sein.

Welche Ursachen hat ein Aneurysma im Gehirn?

Ein Hirnaneurysma entwickelt sich meist langsam im Laufe des Lebens. Dabei spielen vor allem Alterungsprozesse eine Rolle (z.B. die Elastizität der Gefäßwand nimmt ab). Mit zunehmendem Alter (ab dem 40. Lebensjahr) steigt das Risiko für die Entstehung eines Hirnaneurysmas an. Weitere Risikofaktoren sind:

Auch schwere Kopfverletzungen, Drogenmissbrauch, eine krankhafte Einengung der Aorta (Aortenisthmusstenose) oder bestimmte genetische Erkrankungen (z.B. autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung, Marfan-Syndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom) können zur Entstehung eines Aneurysmas beitragen. Ein Aneurysma kann auch angeboren sein. Nicht immer lässt sich bei einem Hirnaneurysma eine eindeutige Ursache feststellen.

Welche Symptome können auftreten? 

Viele Hirnaneurysmen zeigen erst Symptome bei einem Riss (Ruptur). Durch das Einreißen tritt Blut aus dem Gefäß aus, und es entsteht eine Hirnblutung (genauer Subarachnoidalblutung). Durch das austretende Blut kann es zu einer Hirndrucksteigerung, zu Gefäßkrämpfen mit Hirninfarkten bis zum Koma oder Tod kommen. Eine solche Hirnblutung ist ein lebensgefährlicher Notfall, der rasche ärztliche Hilfe erfordert! Die Symptome setzen meist plötzlich ein. Typisch sind:  

  • plötzlich einsetzender, sehr starker Kopfschmerz („Vernichtungskopfschmerz“),
  • Nackensteife,
  • Übelkeit und Erbrechen sowie
  • Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit.

Hinweis Die Ruptur eines Hirnaneurysmas ist ein akuter Notfall! Rufen Sie sofort die Rettung (144)!

Seltener können Hirnaneurysmen auch ohne Ruptur Beschwerden verursachen, v.a. wenn ein großes Aneurysma gegen Nerven oder Gewebe im Gehirn drückt. Die möglichen Symptome sind abhängig von der Lage des Aneurysmas. Dazu zählen unter anderem:

  • Sehstörungen (z.B. Doppelbilder),
  • Schmerz rund ums Auge oder oberhalb des Auges,
  • Bewegungsstörungen des Auges,
  • Sprach- oder Hörstörungen,
  • bisher unbekannte Kopfschmerzen,
  • Gleichgewichtsstörungen,
  • Krampfanfälle sowie
  • Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis.

Es ist aber auch möglich, dass ein Hirnaneurysma nie Beschwerden verursacht und ein Leben lang unentdeckt bleibt.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Eine Hirnaneurysma wird durch bildgebende Verfahren diagnostiziert. Bei Verdacht auf ein nicht gerissenes Aneurysma wird meist eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder auch eine computertomographische Angiographie (CT-Angio) durchgeführt. Auch eine spezielle Form der Angiographie, die digitale Substraktionsangiografie (DSA), kann eigesetzt werden. Bei Verdacht auf eine Ruptur wird mittels Computertomographie (CT) und eventuell einer Lumbalpunktion eine mögliche Hirnblutung abgeklärt.

Wie erfolgt die Behandlung eines Hirnaneurysmas? 

Die Therapie eines Hirnaneurysmas hängt von dessen Lage, der Größe und dem Risiko einer Ruptur ab. Auch das Alter und der Gesundheitszustand der Patientin/des Patienten werden bei der Wahl der Therapie berücksichtigt.

  • Bei einem kleinen Aneurysma mit geringem Risiko einer Ruptur schlägt die Ärztin/der Arzt regelmäßige Kontrolluntersuchungen vor. Eventuell werden Medikamente zur Blutdrucksenkung verordnet und Änderungen des Lebensstils empfohlen, um das Risiko eines Fortschreitens des Aneurysmas zu senken, z.B. Rauchstopp, gesunde Ernährung mit Verbesserung der Fettqualität, regelmäßige Bewegung, Halten des Normalgewichts bzw. Gewichtsreduktion etc. In regelmäßigen Abständen werden Kontrolluntersuchungen durchgeführt.
  • Bei einem großen Aneurysma kann ein geplanter, neurochirurgischer Eingriff im Spital notwendig werden.
  • Eine akute Ruptur bzw. eine Hirnblutung erfordert eine Notoperation.

Operationsmethoden

  • Coiling: Bei diesem endovaskulären Eingriff werden über einen kleinen Schnitt in der Leiste mittels Mikrokatheter kleine Metallspiralen („Coils“) in das Aneurysma geschoben und die Aussackung damit ausgefüllt. Durch die Coils gerinnt das Blut im Aneurysma, in weiterer Folge entstehen Vernarbungen. Das Aneurysma wird nicht mehr von Blut durchflossen, und es besteht keine Gefahr mehr für eine Ruptur.
  • Clipping: In einer offenen Operation am Gehirn bringt die Chirurgin/der Chirurg an der betroffenen Stelle des Gefäßes eine Klammer („Clip“) an. Dadurch wird das Aneurysma von der Blutzufuhr abgeklemmt. Das Risiko für Komplikationen (z.B.Wundinfektionen) sowie die Regenerationszeit sind bei der offenen Operation etwas höher als bei einem endovaskulären Eingriff.

Welche Operationsmethode infrage kommt ist von verschiedenen Faktoren abhängig und muss individuell abgeklärt werden.

Was kann ich selbst tun?

Die Entstehung eines Aneurysmas kann nicht immer verhindert werden. Nicht rauchen und das Vermeiden von Bluthochdruck senken jedoch das Risiko eines Aneurysmas im Gehirn.

  • Wurde ein kleines Aneurysma diagnostiziert, sind Änderungen im Lebensstil empfehlenswert. Dazu zählen Raucherentwöhnung für Raucherinnen/Raucher und Maßnahmen, um den Blutdruck zu senken, z.B. ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, eingeschränkter Alkoholkonsum oder Halten des Normalgewichts.
  • Zur Erzielung eines möglichst guten Therapieerfolges sollten ärztlich verordnete Medikamente vorschriftsmäßig eingenommen werden. 

Wohin kann ich mich wenden?

Zur ersten Abklärung von Beschwerden, die auf ein Gehirnaneurysma hindeuten, können Sie sich an folgende Ärztinnen/Ärzte wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin, 
  • Fachärztin/Facharzt für Neurologie 
  • Fachärztin/Facharzt für Neurochirurgie

Bei Bedarf werden Sie zur weiteren Abklärung bzw. Behandlung an eine Spezialambulanz für Neurologie bzw. Neurochirurgie überwiesen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Unter Umständen kann zur Behandlung eines Aneurysmas ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Weitere Informationen finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt.  

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