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Grafik Kopf mit Gehirn © magicmine

Aneurysma im Gehirn

Ein Aneurysma ist eine lokale Aussackung eines Blutgefäßes, die sich aufgrund einer Schwächung oder Schädigung der Gefäßwand entwickelt. Aneurysmen können überall im Körper auftreten. Besonders häufig sind die Blutgefäße des Gehirns betroffen. Meist zeigt sich ein Aneurysma im Kopf, wenn es platzt und eine Gehirnblutung verursacht. Dies kann zu Symptomen wie bei einem Schlaganfall führen und erfordert rasche Behandlung. Selten wird ein Gehirnaneurysma entdeckt, bevor es reißt – meist durch einen Zufallsbefund. 

Ein Aneurysma im Gehirn wird auch als cerebrales oder intrakranielles Aneurysma bezeichnet. Das Gehirn wird über vier große Arterien mit Blut versorgt, die sich in kleinere Gefäße verzweigen. Meist bilden sich Aneurysmen an den Arterien der Hirnbasis an Verzweigungen der Gefäße. 

Welche Ursachen hat ein Aneurysma im Gehirn?

Die genauen Gründe für die Schwächung der Gefäßwand und die Entstehung eines Aneurysmas sind unklar. Folgende Risikofaktoren wurden bisher festgestellt:

Auch schwere Kopfverletzungen, Kokainmissbrauch, eine krankhafte Einengung der Aorta (Aortenisthmusstenose) oder bestimmte genetische Erkrankungen, (z.B. autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung, Marfan-Syndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom) können zur Entstehung eines Aneurysmas beitragen. Ein Aneurysma kann auch angeboren sein. Mit zunehmendem Alter (v.a. ab dem 40. Lebensjahr) steigt das Risiko für die Entstehung eines Gehirnaneurysmas.

Welche Symptome können auftreten?

Die meisten Gehirnaneurysmen zeigen erst Symptome bei einem Riss (Ruptur). Dabei tritt Blut in den Gehirnraum (Subarachnoidalraum) aus. Diese Gehirnblutung (Subarachnoidalblutung) ist ein lebensgefährlicher Notfall, der rasche ärztliche Hilfe erfordert! Die Symptome setzen meist plötzlich ein. Typisch sind v.a.:  

  • plötzlich einsetzender, sehr starker Kopfschmerz („Vernichtungskopfschmerz“),
  • Nackensteife sowie
  • Übelkeit und Erbrechen.

Hinweis Die Ruptur eines Hirnaneurysmas ist ein akuter Notfall! Rufen Sie sofort die Rettung (144)!

Selten können Gehirnaneurysmen ohne Ruptur Beschwerden verursachen, v.a. wenn ein großes Aneurysma gegen Nerven oder Gewebe im Gehirn drückt. Zu den Symptomen raumfordernder Aneurysmen zählen: 

  • Sehstörungen,
  • Schmerz rund ums Auge oder oberhalb des Auges,
  • Sprachstörungen,
  • häufig auftretende Kopfschmerzen,
  • Gleichgewichtsstörungen sowie
  • Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Eine Gehirnaneurysma wird durch bildgebende Verfahren diagnostiziert. MRT oder Angiographie werden meist beim Verdacht auf ein nicht gerissenes Aneurysma eingesetzt. Bei Verdacht auf eine Ruptur wird mittels CT und eventuell einer Lumbalpunktion eine mögliche Gehirnblutung abgeklärt.

Wie erfolgt die Behandlung eines Hirnaneurysmas?

Die Therapie eines Gehirnaneurysmas der Aorta hängt von der Größe und dem Risiko einer Ruptur ab. Auch das Alter und der Gesundheitszustand der Patientin/des Patienten werden bei der Wahl der Therapie berücksichtigt.

  • Bei einem kleinen Aneurysma mit geringem Risiko einer Ruptur schlägt die Ärztin/der Arzt regelmäßige Kontrolluntersuchungen vor. Eventuell werden Medikamente zur Blutdrucksenkung verordnet und Änderungen des Lebensstils empfohlen, um das Risiko eines Fortschreitens des Aneurysmas  zu senken, z.B. Rauchstopp,  gesunde Ernährung mit Verbesserung der Fettqualität, regelmäßige Bewegung, Halten des Normalgewichts bzw. Gewichtsreduktion etc.
  • Bei einem großen Aneurysma kann ein geplanter, gefäßchirurgischer Eingriff im Spital notwendig werden.
  • Eine akute Ruptur bzw. eine Gehirnblutung erfordert eine Notoperation.

Operationsmethoden

  • Coiling: Bei diesem endovaskulären Eingriff werden über einen kleinen Schnitt in der Leiste mittels Mikrokatheter kleine Metallspiralen in die Aussackung geschoben und diese ausgefüllt. Dadurch wird das Aneurysma nicht mehr von Blut durchflossen.
  • Clipping: In einer offenen Operation am Gehirn bringt die Chirurgin/der Chirurg an der betroffenen Stelle des Gefäßes eine Klammer an. Dadurch wird das Aneurysma von der Blutzufuhr abgeklemmt. Das Risiko von Komplikationen durch die offene Operation (z.B. Wundinfektionen) sowie die Regenerationszeit sind etwas höher, als bei einem endovaskulären Eingriff.

Was kann ich selbst tun?

  • Die Entstehung eines Aneurysmas kann nicht immer verhindert werden. Nicht rauchen und das Vermeiden von Bluthochdruck senken jedoch das Risiko eines Aneurysmas im Gehirn.
  • Wurde ein kleines Aneurysma diagnostiziert, sind Änderungen im Lebensstil empfehlenswert. Dazu zählen Raucherentwöhnung für Raucherinnen/Raucher und Maßnahmen, um den Blutdruck zu senken, z.B. ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, eingeschränkter Alkoholkonsum oder Halten des Normalgewichts.
  • Zur Erzielung eines möglichst guten Therapieerfolges sollten ärztlich verordnete Medikamente vorschriftsmäßig eingenommen werden. 

Wohin kann ich mich wenden?

Zur ersten Abklärung von Beschwerden, die auf ein Gehirnaneurysma hindeuten, können Sie sich an folgende Ärztinnen/Ärzte wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin, 
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Angiologie,
  • Fachärztin/Facharzt für Neurologie bzw. Neurochirurgie.

Bei bedarf werden Sie zur weiteren Abklärung bzw. Behandlung an eine Spezialambulanz für Gefäßkrankheiten (Angiologie) oder für Neurologie bzw. Neurochirurgie überwiesen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (z.B. BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Bei bestimmten Untersuchungen (z.B. MRT) kann eine chefärztliche Bewilligung erforderlich sein. Für Medikamente auf „Kassenrezept“ ist die Rezeptgebühr zu entrichten. Bei bestimmten nicht medikamentösen Behandlungen kann – in manchen Fällen erst beim Erreichen eines bestimmten Ausmaßes – eine Bewilligung der Krankenversicherungsträger erforderlich sein. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Webseite der Sozialversicherung finden.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Unter Umständen kann zur Behandlung eines Aneurysmas ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Weitere Informationen finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt

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