Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Grafik Kopf mit Gehirn © magicmine

Aneurysma im Gehirn

Ein Aneurysma ist eine lokale Aussackung eines Blutgefäßes, die sich aufgrund einer Schwächung oder Schädigung der Gefäßwand entwickelt. Aneurysmen können überall im Körper auftreten. Am häufigsten bilden sich die Aussackungen an der Bauchaorta und an den Blutgefäßen des Gehirns.

Meist zeigt sich ein Aneurysma im Kopf, wenn es platzt und eine Gehirnblutung verursacht. Dies kann zu Symptomen wie bei einem Schlaganfall führen und erfordert rasche Behandlung. Selten wird ein Gehirnaneurysma entdeckt, bevor es reißt – meist durch einen Zufallsbefund. Die Diagnose erfolgt über bildgebende Verfahren. Die Therapie hängt von der Größe und Lage der Ausbuchtung ab. Ziel der Behandlung ist, das Risiko eines Risses der Gefäßwand (Ruptur) zu senken.

Ein Aneurysma im Gehirn wird auch als cerebrales oder intrakranielles Aneurysma bezeichnet. Es entsteht durch eine Schädigung der Gefäßwand. Das Gehirn wird über vier große Arterien mit Blut versorgt, die sich in kleinere Gefäße verzweigen. Meist bilden sich Aneurysmen an den Arterien der Hirnbasis an Verzweigungen der Gefäße.

Was sind die Anzeichen?

Die meisten Gehirnaneurysmen zeigen erst Symptome bei einem Riss (Ruptur). Dabei tritt Blut in den Gehirnraum (Subarachnoidalraum) aus. Diese Gehirnblutung (Subarachnoidalblutung) ist ein lebensgefährlicher Notfall, der rasche ärztliche Hilfe erfordert! Die Symptome setzen meist plötzlich ein. Typisch sind:  

  • Plötzlich einsetzender, sehr starker Kopfschmerz („Vernichtungskopfschmerz“),
  • Nackensteife sowie
  • Übelkeit und Erbrechen.

Hinweis Die Ruptur eines Hirnaneurysmas ist ein akuter Notfall! Rufen Sie sofort die Rettung (144)!

Selten können Gehirnaneurysmen ohne Ruptur Beschwerden verursachen, vor allem wenn ein großes Aneurysma gegen Nerven oder Gewebe im Gehirn drückt. Zu den Symptomen raumfordernder Aneurysmen zählen: 

  • Sehstörungen,
  • Schmerz rund ums Auge oder oberhalb des Auges,
  • Sprachstörungen,
  • oft auftretende Kopfschmerzen,
  • Gleichgewichtsstörungen sowie
  • Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis.

Ursachen für die Entstehung

Die genauen Gründe für die Schwächung der Gefäßwand und die Entstehung eines Aneurysmas sind unklar. Folgende Risikofaktoren wurden bisher festgestellt:

Mit zunehmendem Alter steigt vor allem ab dem 40. Lebensjahr das Risiko für die Entstehung eines Gehirnaneurysmas. Auch eine schwere Kopfverletzung, Kokainmissbrauch, eine krankhafte Einengung der Aorta (Aortenisthmusstenose) oder bestimmte genetische Erkrankungen, z.B. Autosomal-dominate polyzystische Nierenerkrankung, Marfan-Syndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom können zur Entstehung eines Aneurysmas beitragen. Ein Aneurysma kann auch angeboren sein.

Diagnose

Eine Gehirnaneurysma wird durch bildgebende Verfahren diagnostiziert. MRI oder Angiographie werden meist beim Verdacht auf ein nicht gerissenes Aneurysma eingesetzt. Bei einem Verdacht auf eine Ruptur wird mittels CT und ev. einer Lumbalpunktion eine mögliche Gehirnblutung abgeklärt.

Therapie

Die Therapie eines Gehirnaneurysmas der Aorta hängt von der Größe und dem Risiko einer Ruptur ab. Auch das Alter und der Gesundheitszustand der Patientin/des Patienten werden bei der Wahl der Therapie berücksichtigt.

  • Bei einem kleinen Aneurysma mit geringem Risiko einer Ruptur schlägt die Ärztin/der Arzt regelmäßige Kontrolluntersuchungen vor.
    Ev. verschreibt die Ärztin/der Arzt Medikamente zur Blutdrucksenkung und empfiehlt Änderungen des Lebensstils, um das Risiko eines Fortschreitens des Aneurysmas  zu senken, z.B.Rauchstopp, gesunde Ernährung mit Verbesserung der Fettqualität, regelmäßige Bewegung, Halten des Normalgewichts bzw. Gewichtsreduktion etc.
  • Bei einem großen Aneurysma kann ein geplanter, gefäßchirurgischer Eingriff im Spital notwendig werden. Eine akute Ruptur bzw. eine Gehirnblutung erfordert eine Notoperation.

Operationsmethoden

  • Coiling: Bei diesem endovaskulären Eingriff werden über einen kleinen Schnitt in der Leiste mittels Mikrokatheder kleine Metallspiralen in die Aussackung geschoben und diese ausgefüllt. Dadurch wird das Aneurysma nicht mehr mit Blut durchflossen.
  • Clipping: In einer offenen Operation am Gehirn bringt die Chirurgin/der Chirurg an der betroffenen Stelle des Gefäßes eine Klammer an. Dadurch wird das Aneurysma von der Blutzufuhr abgeklemmt. Das Risiko von Komplikationen durch die offene Operation (z.B. Wundinfektionen) sowie die Regenerationszeit sind etwas höher, als bei einem endovaskulären Eingriff.

Was kann ich selbst tun?

  • Die Entstehung eines Aneurysmas kann nicht immer verhindert werden. Nicht rauchen und das Vermeiden von Bluthochdruck senken jedoch das Risiko eines Aneurysmas im Gehirn.
  • Wurde ein kleines Aneurysma diagnostiziert, kann die Ärztin/der Arzt Änderungen im Lebensstil empfehlen. Dazu zählen:
  • Hat die Ärztin/der Arzt ein Medikament verordnet, gewährleistet die Einhaltung der Medikation den Erfolg der Therapie.

Wohin kann ich mich wenden?

Zur ersten Abklärung von Beschwerden, die auf ein Gehirnaneurysma hindeuten, können Sie sich an folgende Ärztinnen/Ärzte wenden:

  • Ihre  Hausärztin/Ihren Hausarzt,
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Angiologie,
  • Fachärztin/Facharzt für Neurologie bzw. Neurochirurgie.

Ev. überweist Sie Ihre niedergelassene Ärztin/Ihr niedergelassener Arzt für die weitere Abklärung bzw. Behandlung an eine Spezialambulanz für Gefäßkrankheiten (Angiologie) oder für Neurologie bzw. Neurochirurgie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (z.B. BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Bei bestimmten Untersuchungen (z.B.MRT) kann eine chefärztliche Bewilligung erforderlich sein. Für Medikamente auf „Kassenrezept“ ist die Rezeptgebühr zu entrichten. Bei bestimmten nicht medikamentösen Behandlungen kann – in manchen Fällen erst beim Erreichen eines bestimmten Ausmaßes – eine Bewilligung der Krankenversicherungsträger erforderlich sein. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Webseite der Sozialversicherung finden.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Unter Umständen kann zur Behandlung eines Aneurysmas ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Weitere Informationen finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse