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CT-Aufnahme © sudok 1

Morbus Parkinson: Diagnose

Morbus Parkinson ist eine nach wie vor nicht ursächlich behandelbare, chronische und fortschreitende Erkrankung. Zur symptomatischen Behandlung der Beschwerden steht jedoch eine Vielzahl wirksamer therapeutischer Möglichkeiten zur Verfügung. Die Diagnose sollte möglichst früh erfolgen und basiert v.a. auf dem Beschwerdebild, der Krankengeschichte und einer ausführlichen neurologischen Untersuchung . . .

Diagnosemethoden

Zum Ausschluss anderer Erkrankungen mit ähnlichem Beschwerdebild wird eine Computertomographie, oft eine Kernspintomographie durchgeführt. Gegebenenfalls sind auch weitere Diagnoseverfahren wie z.B. SPECT, PET, Ultraschall der Hals- und Gehirnarterien oder bestimmter Gehirngebiete wie z.B. der Substantia nigra (Hirnparenchymsonografie), neurologische Untersuchungen, Elektroenzephalogramm oder Elektrokardiogramm erforderlich.   

Hinweis Ausführliche Informationen zu den Diagnosemethoden finden Sie unter Untersuchungen.

In vielen Fällen kommt auch der L-Dopa-Test (oder der seltener durchgeführte Apomorphin-Test) zum Einsatz. Dabei wird geprüft, ob die Testperson bereits auf eine Einzeldosis der Parkinson-Medikamente L-Dopa bzw. Apomorphin anspricht, d.h. inwiefern die Beschwerden gelindert werden können. Dies erlaubt auch die Unterscheidung zwischen der Parkinson-Krankheit und anderen Parkinson-Syndromen. In den letzten Jahren wird zunehmend auch die früh einsetzende Riechstörung, wie sie bei zirka 90 Prozent der Parkinson-Erkrankten auftritt, als weiteres Diagnosekriterium verwendet.

Stadieneinteilung der Erkrankung

Zu Beginn und in regelmäßigen Intervallen wird der Schweregrad der Erkrankung anhand verschiedener Skalen festgestellt. Dies dient der Einschätzung der aktuellen Symptomatik sowie der Überwachung des Erkrankungsverlaufes. Darüber hinaus erhalten die Ärztin/der Arzt wertvolle Informationen darüber, ob die jeweilige Therapie ausreichend wirksam ist oder verändert werden sollte. Die häufig verwendete grobe Einteilung nach Hoehn & Yahr (1967) unterscheidet fünf Stadien:
  • Stadium 1: einseitiger Befall,
  • Stadium 2: beidseitiger Befall,
  • Stadium 3: zusätzliche Stand-Instabilität,
  • Stadium 4: Die Betroffenen schwer beeinträchtigt, aber stehen und gehen selbstständig.
  • Stadium 5: Die Betroffenen auf einen Rollstuhl angewiesen oder bettlägerig.

Typische Kriterien für die Diagnose der Parkinson-Krankheit sind:

  • Bradykinese und eines der folgenden Symptome: Rigor, Ruhetremor, posturale Instabilität
  • einseitiger Beginn der Erkrankung, anhaltende Seitenassymetrie der Symptome im Verlauf,
  • progressiver, d.h. fortschreitender Verlauf,
  • langjähriger Verlauf,
  • sehr gutes Ansprechen auf L-Dopa und langjähriges gutes Ansprechen auf Dopaminergika (Substanzen mit dopaminartiger Wirkung).

Wohin kann ich mich wenden?

Diagnose und Therapie einer Parkinson-Krankheit erfolgen letztlich durch eine Fachärztin/einen Facharzt für Neurologie. Insbesondere unspezifische Frühsymptome werden zunächst häufig nicht mit einer Parkinson-Erkrankung in Zusammenhang gebracht und dementsprechend auch nicht adäquat behandelt. Daher ist es wichtig, insbesondere bei Beschwerden, die nicht anderweitig erklärt und behandelt werden können, eine Fachärztin/einen Facharzt für Neurologie aufzusuchen. Die entsprechenden Untersuchungen ermöglichen frühzeitig eine eindeutige Diagnose und gegebenenfalls die Einleitung einer maßgeschneiderten Therapie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die Diagnose einer Parkinson-Krankheit werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bei bestimmten Leistungen (z.B. Medikamente, stationäre Aufenthalte) sind Kostenbeteiligungen der Patientinnen/Patienten vorgesehen.
Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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