Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Handwerker hantiert mit Kabel © Aycather

Notfall: Stromunfall

Der Kontakt mit elektrischem Strom kann im Körper – je nach Stromstärke – leichte bis schwere, sogar tödliche Verletzungen verursachen. Spannungen unter 50 Volt sind meist harmlos für den Menschen. Ungefähr die Hälfte aller Stromunfälle passieren mit Niedrigspannung (bis 1.000 Volt). Dazu zählen die meisten Stromunfälle im Haushalt. Niedrigspannungsunfälle können lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen. Hochspannungsunfälle (über 1.000 Volt) verursachen meist schwere Verbrennungen bis hin zur Verkohlung. Blitzunfälle bei einem Gewitter zählen zu den Hochspannungsunfällen . . .

Folgen eines Stromunfalls

Welche Wirkungen ein Stromkontakt am Körper auslöst, hängt neben der Spannung (Volt) vom Widerstand (Ohm) ab. So ist der Widerstand feuchter Haut wesentlich niedriger als der trockener Haut. Deshalb sind Stromunfälle im Badezimmer sehr gefährlich, weil im Körper eine hohe Stromdichte auftreten kann. Bekleidung oder Schuhe mit Gummisohle erhöhen den Stromwiderstand. Nicht zuletzt spielt die körperliche Verfassung eine Rolle, wie ein Mensch einen Stromunfall verkraftet.

Beim Berühren eines Wechselstromleiters können Muskelkontraktionen ausgelöst werden. Die/der Betroffene umklammert krampfhaft den stromführenden Gegenstand, solange der Strom fließt. Ein Stromunfall kann durchs Wegschleudern des Körpers indirekt Folgeschäden verursachen, z.B. Knochenbrüche.

Zu den gesundheitlichen Schäden zählen:

Erste Hilfe bei Stromunfällen

Befindet sich eine Person im Stromkreis, muss dieser zunächst unterbrochen werden, d.h. den Strom abschalten und sicherstellen, dass der Strom nicht wieder eingeschaltet wird! Im Haushalt muss der FI-Schalter betätigt werden. Bringen Sie die verunfallte Person aus dem Gefahrenbereich.

Achtung! Bei Stromunfällen müssen die Helferin/der Helfer besonders auf Selbstschutz achten!

Kann der Strom nicht abgeschaltet werden, kann die Helferin/der Helfer – jedoch nur bei Unfällen mit Niederspannung – versuchen, das Kabel mit nicht bzw. wenig leitenden Gegenständen (z.B. trockene Holzstange) von der im Stromkreis befindlichen Person wegzuziehen. Um die/den Verletzte/n – jedoch nur bei Unfällen mit Niederspannung – berühren und retten zu können, ohne selbst in den Stromkreis zu kommen, ist auf Isolierung zu achten, z.B. dicke Gummihandschuhe anziehen.

Besonders gefährlich sind Hochspannungsunfälle! Bei Hochspannungsleitungen sind mindestens vier bis fünf Meter Sicherheitsabstand zu halten, um ein Überspringen des Stroms (Lichtbogen) zu vermeiden. Lebensgefährlich ist es, im Bahngelände auf Waggons oder Züge zu klettern, da auch noch in einiger Entfernung der Lichtbogen auf den Menschen überspringen kann. Bei Unfällen mit Hochspannung muss der Stromkreis auf jeden Fall unterbrochen werden!

Notfall-Check

Wurde die verunfallte Person aus dem Gefahrenbereich gebracht, führen Sie einen Notfall-Check durch: Untersuchen Sie, ob Verletzungen erkennbar sind und kontrollieren Sie die Vitalfunktionen (Bewusstsein, Atmung, Herzschlag).

Rufen Sie die Rettung (144). Ist die verunglückte Person bei Bewusstsein, ist eine Lagerung mit erhöhtem Oberkörper angezeigt. Personen ohne Bewusstsein, jedoch mit normaler Atmung, werden in die stabile Seitenlage gebracht. Bei Personen mit Atem- und Kreislaufstillstand sind rasch Widerbelebungsmaßnahmen (Herzdruckmassage 30mal pro Minute und Beatmung zweimal pro Minute) notwendig.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse